Bonjour, Brüssel! Sehenswürdigkeiten & Tipps für die belgische Hauptstadt

By 6. Mai 2015 Belgien, Städtereisen
brüssel sehenswürdigkeiten

Was mir sofort an Brüssel gefallen hat: Die Stadt wirkt sehr liberal und weltstädtisch und hat mich oft an Paris erinnert. An vielen Stellen sind arabische und afrikanische Einflüsse sichtbar, am Nebentisch im Straßencafé plaudern Abgeordnete aus den EU-Ländern, in der Innenstadt drängen sich internationale Gäste. Ein inspirierendes Gemisch, bei dem man sofort Lust bekommt, sich ins Getümmel zu stürzen.

Brüssel Sehenswürdigkeiten – Meine Tipps

Du findest in diesem Artikel Informationen über ein paar schöne Hotspots in der Innenstadt, ein hübsches Viertel zum Spazierengehen, einen Hotel- und Restauranttipp sowie einen kleinen Eindruck von den Brüsseler Museen. Hier geht’s zu meinem Beitrag über die Königlichen Gewächshäuser in Laeken.

Place du Grand Sablon

Zugegeben, der Grand Place im Stadtzentrum ist wunderschön mit seinen pompösen Gebäuden, aber auch überlaufen mit Touristen und Flaneuren, die sich bis in die Seitenstraßen ergießen. Der Andrang schmälert den Charme in meine Augen ein wenig.

Brüssel_Place du Grand Sablon

An jeder Ecke lockt ein Schokoladengeschäft mit seinen Auslagen und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, eine Belgische Waffel zu essen. Schon allein dem Duft kann man nicht widerstehen…

Place du Grand Sablon

Besser gefallen hat mir der elegante Place du Grand Sablon, wo es wesentlich ruhiger zugeht. Noble Chocolatiers, Boutiquen, Galerien und Cafés verlocken zum Bummeln und Schauen. Wir waren ein ganzes Weilchen ist die Schaufenster eines Antiquitätenhändlers vertieft, der spektakuläre Jugendstilobjekte feilbot, die schon fast museumswürdig waren.

✔️ Wer sein Herz für alte Schätze erwärmen kann, sollte den Antiquitätenmarkt besuchen, der immer samstags (9 bis 17 Uhr) und sonntags (9 bis 14 Uhr) auf dem Platz stattfindet.

Nicht verpassen! Spaziergang durch Saint-Gilles

Saint-Gilles liegt unweit des Stadtzentrums und ist bestens geeignet, sich ziellos durch die Straßen treiben zu lassen. Hier wohnen viele Künstler und Einwanderer aus Spanien, Portugal, Polen und Nordafrika, die dem Viertel sein kunterbuntes, multikulturelles Flair verleihen.

✔️ Für Jugendstil-Fans: Wohnhaus und Atelier des berühmten belgischen Jugendstil-Architekten Victor Horta sind heute ein Museum (und zählen zum UNESCO Weltkulturerbe). Adresse: Rue Américaine 25. Der Eintritt kostet 8 EUR. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17:30 Uhr.

Brüssel_Parvis de Saint-Gilles

✔️ Zum Entspannen: In der Parvis de Saint-Gilles reiht sich ein Straßencafé an das nächste. Einfach hinsetzen, die Nase in die Sonne halten, Passanten beobachten und den Straßenmusikanten zuhören. Täglich außer montags findet hier vormittags ein lebhafter Markt statt.

✔️ Shopping: In der Avenue Louise kann man sich getrost von einem Geschäft zum nächsten treiben lassen.

Hotel in Brüssel

Ich habe mit dem Liebsten im Vintage Hotel (Dejoncker 45 in Saint-Gilles) genächtigt. Nur ein paar Schritte entfernt gibt’s ein Parkhaus (pro Tag 16 EUR), wo man am besten sein Auto direkt unterbringt und erst zu Abreise wieder hervorholt, denn Autofahren in Brüssel ist nervig. Wir haben uns nur zu Fuß in der Stadt bewegt oder sind bei den längeren Strecken Metro gefahren.

Der Standort hat viele Vorteile: das charmante Viertel Saint-Gilles ist in direkter Nähe, es gibt zahllose Geschäfte in der Einkaufsstraße Avenue Louise, etliche Restaurants und die Metro-Stadion Louise liegt um die Ecke. Ins Stadtzentrum kann man zu Fuß in ca. 20 Minuten laufen.

Brüssel_Vintage Hotel

Das Hotel an sich ist sehr verwinkelt und – wie der Name schon nahelegt – im Retro-Stil eingerichtet. Auf den ersten Blick wirkt das Konzept ganz gelungen, aber unser Zimmer entpuppte sich als sehr klein, mit weicher Matratze und schon ein bisschen abgewohnt. Das Frühstück hat die üblichen Standards abgedeckt, war aber keinesfalls üppig. Die Bezeichnung Designhotel erscheint mir insofern ein wenig hoch gegriffen, denn in Freudentaumel hat mich das Vintage-Hotel nicht unbedingt versetzt. Für 249 EUR (zwei Nächte im Doppelzimmer mit Frühstück) hätte ich mehr erwartet.

Essen & Trinken in Brüssel

Zum Abendessen hat es uns ins Le Perroquet (Rue Watteeu 31) verschlagen. Das Restaurant hat eine tolles Art-Nouveau-Ambiente und die eng zusammenstehenden Tische war bis zum letzten Platz belegt mit einem angeregt plaudernden, bunt gemischten Publikum. Wir hatten also ziemlich Glück, am Freitagabend noch spontan einen Tisch zu ergattern, um ein paar belgische Biere zu schlürfen.

Brüssel_Restaurant Le Perroquet

Der Verkaufsschlager sind die gut gefüllten Pita-Brote, die schon für sieben oder acht Euro zu haben sind. Uns lockte aber ein Salat aus der recht umfangreichen Karte, der ein bisschen teurer war, aber gut geschmeckt hat. (Wenn man davon absieht, dass wir gerne ein bisschen mehr von dem leckeren Dressing gehabt hätten). Insgesamt ein cooler Abend mit genau der richtigen Dosis „Brüssel-Feeling“.

Museen in Brüssel

Um auch ein bisschen Museumsluft zu schnuppern, wollten wir uns eigentlich das Königliche Museum für Zentral-Afrika ansehen, das von König Leopold II. für die Weltausstellung im Jahr 1897 gebaut worden war, um alle Schätze zu präsentieren, die der Monarch zusammengerafft hatte. Wir mussten dann aber feststellen, dass das Museum geschlossen ist und erst Mitte 2017 mit neuer Konzeption geöffnet werden soll.

Dazu muss man wissen, dass der Kongo von 1888 bis 1908 die Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. war. Das Land wurde zu dieser Zeit systematisch ausgeplündert und schätzungsweise 10 Millionen Kongolesen ermordet. Die erzielten Profite flossen in die Prestige-Projekte des Königs, wie z. B. in die Königlichen Gewächshäuser in Laeken, wo ich vergeblich nach Hinweisen auf die blutigen Hintergründe gesucht habe. Ich bin gespannt, wie sich das Museum in zwei Jahren präsentiert und wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit aussieht.

Wir haben uns dafür im Königlichen Museum für Kunst und Geschichte (Cinquantenaire 10, Eintritt für Erwachsene 5 EUR) durch die verschiedenen Abteilungen „gearbeitet“. Die Sammlungen decken ein riesiges Spektrum ab: von der Antike, über außereuropäische Zivilisationen bis hin zu Kostbarkeiten aus dem Europa des Mittelalters.

Überall sahen wir spektakuläre und wertvolle Ausstellungsobjekte, aber es fehlte an Erklärungen und Zusammenhängen. Die kurzen Schautafeln in französischer und niederländischer Sprache waren wenig hilfreich und selbst, wenn wir sie hätten lesen können – viel Information boten sie nicht. Wir haben nach zwei Stunden kapituliert. Ich denke, auch hier müsste dringend ein neues Konzept her – es war nämlich leider erschreckend leer im Museum.

Brüssel_Triumphbogen Jubelpark

Jubelpark

Entspannung lockte direkt neben dem Museum. Der Jubelpark mit dem Triumphbogen ist auch eines der Vorzeige-Projekte von Leopold II. anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit 1880. Der Park wird von vielen Brüsselern zur Faulenzen auf dem Rasen genutzt – oder sie absolvieren ihr Sportprogramm. Wir haben ganze Heerscharen an Joggern an uns vorbeiziehen lassen und in der Sonne die obligatorische Brüsseler Waffel schnabuliert.

Lesetipp

Wenn Du noch mehr über Brüssel lesen möchtest, empfehle ich Dir 6 Grad Ost. Jutta hat sich ausführlich mit Comic-Kunst beschäftigt: Life is a comic (s)trip

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3 Kommentare

  • Reply Jutta 10. Mai 2015 at 12:26

    Ja, das Hotel ist spitze! Eine Empfehlung für deinen nächsten Texel-Besuch : )

  • Reply Jutta 7. Mai 2015 at 18:06

    Lieben Dank für die Empfehlung! Grüße aus Texel – ich glaube in diesem „Woolness“-Hotel warst du auch schon 🙂

    • Reply Beatrice 7. Mai 2015 at 18:11

      Ich wollte erst in das „Woolness“-Hotel, das hatte aber im Oktober wegen Renovierung geschlossen. Hoffentlich strahlt es jetzt im neuen Glanz und Du kannst es Dir gut gehen lassen. 😉

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