Dhal Bhat & Co. – Typisches Essen in Nepal

By 22. Oktober 2014 Essen & Trinken, Nepal
Nepal Essen

Ähnlich wie in der indischen Küche wird beim Essen in Nepal nicht mit Gewürzen gegeizt. Auf den Straßen türmen sich die Säcke mit allen erdenklichen Zutaten, die entweder ganz, zerstoßen oder gemahlen verwendet werden. Anders als in Europa werden gerne große Portionen abgepackt – mit unseren 50-Gramm-Tütchen im Supermarkt könnte hier niemand etwas anfangen. Ich habe mich an den Verkaufsständen vorbei treiben lassen und eine Riesenladung Zimt und Berge an Chileschoten erstanden, Bockshornkleesamen gekostet und Bekanntschaft mit der prickelnden Schärfe von Szechuan-Pfeffer gemacht.

Seit meiner Nepalreise schwöre ich auf Kala Namak und will das schwarze (etwas schweflig riechende) Salz nicht mehr in meiner Küche missen.

Dhal Bhat – Reis mit Linsensoße

Nepals Standardgericht ist Dhal Bhat, Reis mit einer Linsensoße. Dazu werden unterschiedliche Beilagen serviert, wie zum Beispiel würziges Curry-Gemüse, scharfe Chutneys und Chapati-Brot, aber auch Kartoffeln, Fleisch oder Fisch. Meist wird das Essen, fein säuberlich unterteilt in separate Häufchen, auf einem großen Blechteller serviert. Nepalesen essen ihr Dhal Bhat zweimal am Tag und Nachschlag gibt’s so lange, bis auch der Letzte satt geworden ist. Gegessen wird traditionell mit der Hand, wobei strikt darauf geachtet wird, nur die rechte Hand zu benutzen.

Ich habe es auch mit den Fingern probiert und fand es sehr ungewohnt, das warme, soßengetränkte Essen anzufassen und in den Mund zu befördern. Aber irgendwie hat’s auch Spass gemacht. Ich kam mir vor, wie ein Kind, das mit dem Essen spielt.

Das Fladenbrot kann man praktischerweise ganz gut zum Greifen des Essens benutzen und damit den Teller fein säuberlich von den letzten Soßenresten befreien. Wer auf diese besonderen Erfahrungswerte lieber verzichtet, bekommt natürlich in den Restaurants auch ganz normales Besteck.

Teigtaschen Nepali Style

Die an jeder Straßenecke erhältlichen und sehr leckeren Momo sind eigentlich eine tibetische Spezialität: Ein nudelähnlicher Teig wird ausgerollt, rund ausgestochen, mit einer Fleisch- oder Gemüsemasse gefüllt und zu kleinen Teigtaschen geformt. Diese werden dann gedämpft (oder auch gebraten) und zusammen mit einer Soße zum Dippen serviert. Keine Ahnung, wie viele Momo ich gegessen habe – ich glaube, es war eine Menge. Der freundliche Hotelkoch im Kantipur Temple House hatte auf meine Bitte hin den Versuch unternommen, mir das Rezept zu erklären. Ein Nachkochversuch später in Deutschland ist aber leider gescheitert.

Falls mir jemand ein erprobtes Momo-Rezepte empfehlen kann, würde ich es auf einen zweiten Versuch ankommen lassen.

Nepal Essen enthält meist mehr Gemüse als Fleisch

Hier noch ein paar nepalesische Gerichte für Euch als Übersicht: Alu Gobi ist ein Gemüsegericht aus Kartoffeln (Alu) und Blumenkohl (Gobi). Papadam sind knusprige, lecker gewürzte, ganz dünne Fladen aus Linsenmehl, die man oft als Appetizer bekommt. Ein gern genommener Snack sind Pakora – verschiedene Gemüse, die in einem Teig getaucht und dann frittiert werden. Meistens gibt es eine leckere Soße zum Dippen dazu. Mater Paneer ist ein Gemüsegericht mit Erbsen (Mater) und Käse (Paneer). Chapati kommt eigentlich immer auf den Tisch. Es ist ein dünnes Fladenbrot, das aus einer spezielle Vollkornmehlmischung aus Weizen, Gerste und Hirse gebacken wird.

Der typische Milchtee heisst Chiya und wird überall in Nepal getrunken. Er besteht aus schwarzem Tee, Milch, Wasser, Zucker und reichlich Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Nelken und Ingwer. Buttertee, wie er in Tibet üblich ist, habe ich selbst nicht gekostet. Ich vermute, er schmeckt ähnlich, wie der gesalzene Milchtee, den man in der Mongolei serviert bekommt.

Es machen sich auch europäische Einflüsse bemerkbar. Man kann zum Frühstück oft Porridge bekommen – was ich gerne ausgenutzt habe.

Reisen_Nepal_Reisetipps_Gemüsemarkt

Hygienestandards in Nepal

Genau wie in Indien ist in Nepal leider die Gefahr sehr hoch, Probleme mit Durchfall zu bekommen. Meidet alles, was man nicht kochen oder schälen kann und verzichtet lieber, wenn Ihr ein ungutes Gefühl habt. Vorsicht ist leider auch bei den leckeren Lassis geboten, denn die Joghurtgetränke werden mit Wasser verdünnt oder mit Eiswürfeln gemixt. Lasst Euch nur dort zum Trinken verführen, wo Ihr sicher seid, dass einwandfreies Wasser verwendet wurde. Das Leitungswasser solltet Ihr niemals benutzen – auch nicht zum Zähne putzen (ein Umstand, den ich mal vergaß habe und prompt mit zwei Tagen Krankheit bezahlen musste).

✔️ Reisetipp: Bei mir hat sich bei Durchfall Perenterol forte bewährt. Kann man bei akutem Durchfall nehmen, geht aber auch als Vorbeugung bei Reisen. Es bindet Krankheitserreger und transportiert sie aus dem Magen. Wenn es Euch erwischt hat: Ruhe und viel trinken! Am besten nehmt Ihr Elotrans, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Hier gibt’s alle meine Tipps zum Thema Reiseapotheke.

Ich hatte in Nepal meine gute alte SIGG-Trinkflasche dabei, die ich in den Hotels an extra gekennzeichneten Safe Drinking Water Stations aufgefüllt habe. Natürlich kann man auch abgepacktes Wasser in Plastikflaschen kaufen, aber ich versuche unterwegs, wo es nur geht, Müll zu vermeiden. Das Ganze hat zudem den Vorteil, dass man sich auch mal Tee in die Kanne kippen kann, wenn man keine Lust mehr auf Wasser hat.

✔️ Mehr zum Thema: #‎TasteTheWorld‬ – 8 Reisebloggern, ihre kulinarischen Erlebnisse und Lieblingsrezepte. Nina von Reisehappen hat mich und sieben weitere Reiseblätter eingeladen, von unseren kulinarischen Erlebnissen überall auf der Welt zu berichten. Entstanden ist eine spannende Mischung aus lukullischen Offenbarungen, Restauranttipps und Gerichten zum Nachkochen.

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Momo & Co. - Meine Erfahrungen mit dem leckeren Essen in #Nepal

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7 Kommentare

  • Reply Geertje 10. Juni 2015 at 12:46

    Hast du in Nepla auch mal Roti Chanai gegessen? – ich erinnere mich an meine Zeiten als Solo Traveler in Süd Ost Asien. Die genannten Pfannkuchen habe ich mit einer leckeren scharfen Soße oft in Nepal zum Frühstück gegessen. Ich hätte gerne mal das Rezept dazu 🙂 Jetzt sidn wir als Familie eher im Norden der Welt unterwegs. Dort gibt es auch Fladenbrot – aber mit Rentierfleisch gefüllt 🙂
    beste Grüße Geertje von der nordicfamily

  • Reply Florian 23. Dezember 2014 at 8:46

    Dhal Baht mit den Händen essen habe ich auch nie richtig hinbekommen. Die Nepalis hatten immer etwas zu lachen 😉

    Ein besonderer Essens-Tipp in Nepal ist Newari-Essen. Die Newari sind die Ureinwohner des Kathmandu-Tals mit eigener Sprache, Kultur und natürlich einer eigenen und einzigartigen Küche.

    Das Kathmandu-Tal wurde leider später von den Gorkhas erobert und die Newaris wurden größtenteils verdrängt. Aber auch heute noch gibt es Newari Restaurants im Kathmandu-Tal, sogar in Thamel und auf der Freak Street.

    Dazu ein Tongba und gut ist’s.

    • Reply Beatrice 23. Dezember 2014 at 12:33

      Über die Newari habe ich hauptsächlich im Zusammenhang mit dem speziellen Baustil im Kathmandu-Tal gehört, den man an vielen Stellen findet. Danke für den Tipp mit dem Essen: werde ich verstärkt darauf achten, wenn ich mal wieder in Nepal bin. Liebe Grüße und schöne Feiertage!

  • Reply Janina 24. Oktober 2014 at 11:55

    Hmmm, da läuft einem ja gleich das Wasser im Mund zusammen, alleine diese Farben!
    Das macht definitiv Lust, mal wieder in diese Ecke der Welt zu schauen 🙂
    Ganz liebe Grüße, Janina

    • Reply Beatrice 24. Oktober 2014 at 21:56

      Ja, geht mir genauso, Janina! 😀

  • Reply Jutta 22. Oktober 2014 at 21:35

    Spannend! Sich einmal quer durch ein Land zu essen gehört einfach dazu, um die Kultur besser kennen zu lernen. Gewürzte Tees hören sich verführerisch an! Ich wünschte, ich könnte Gewürze raffinierter einsetzen, aber da bin ich wohl unbegabt :/ Die SIGG-Flasche ist übrigens auch bei uns ein treuer Begleiter. Gut, dass du es erwähnst! Sonnige Grüße, Jutta

    • Reply Beatrice 22. Oktober 2014 at 21:42

      Ach, das geht mir ähnlich. Der Raffinesse asiatischen Essens kann ich eh‘ nicht das Wasser reichen. Ein Kochkünstler wird wohl nicht mehr aus mir, aber das habe ich auch aufgegeben… Aber dafür koste ich mich übermorgen auf Texel durch die holländische Küche 😀 – und Dir wünsche ich eine sensationell schöne Zeit auf Island! Liebe Grüße zurück!

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