Meine Liebeserklärung an Tiflis, die Hauptstadt von Georgien

By 26. Februar 2016 Georgien, Städtereisen
Tiflis Georgien

Die Message sprang mir schon am Flughafen entgegen: „Tbilisi – The city that loves you“. Die Sympathiebekundung kann ich ganz ehrlich zurückgeben: Die Hauptstadt von Georgien hat mir sehr gefallen. Ich war sogar ziemlich überrascht vom ehemaligen „Paris des Ostens“. Mein erster Eindruck – nachts im Dunkeln auf der Fahrt vom Flughafen ins Hotel: Wow, das sieht aber richtig gut aus.

Vor meiner Reise hatte ich einige Artikel über Georgien gelesen, z. B. bei Oli vom Weltreiseforum, der auch in Tiflis unterwegs war. Ich hatte eher einen morbiden Charme erwartet, denn die altehrwürdige Bausubstanz ist viele Jahre vernachlässigt worden. Stattdessen sah ich perfekt renovierte Fassaden und einige hypermoderne und architektonisch sehr auffällige Gebäude. Die Hauptverkehrsstraßen und wichtigsten Boulevards der Stadt waren offenbar in Rekordzeit verschönt worden waren. Was mich dann doch gewundert hat, dass viele Etagen oder komplett hergerichtete Gebäude leer zu stehen schienen. Die Fenster waren leer und trüb. Offenbar hatte man nur außen renoviert, ohne jedoch das Innere fertigzustellen. Aber sobald man sich in die Seitenstraßen begab, wandelte sich das Bild komplett: kaputte Straßen, fast zusammenstürzende oder schwer vernachlässigte Häuser. Überleben ist hier für die Bewohner wichtiger, als in eine Instandsetzung zu investieren.

Tiflis hat nach meinem Eindruck ein unglaubliches Potential. Eine alte osteuropäische Stadt mit mehr als 1.500 Jahren Geschichte, die nur darauf wartet, wieder komplett zum Leben zu erwachen – allerdings auch von innen heraus, nicht nur als hübsche Hülle.

Tiflis Georgien  – Meine Tipps für die Hauptstadt

✔️ Metechi-Kirche

Was es in Georgien zu sehen gibt, sind hauptsächlich Kirchen und Klöster. Darauf kann man sich hier schon mal einstimmen. Die Kirche steht erhöht auf einem Felsen und man hat von dort einen schönen Blick über die Stadt und hoch zur Nariqala-Festung, wo auch „Mutter Heimat“ steht, eine riesige Frauenstatue mit einer Schale in der einen und einem Schwert in der anderen Hand.

Georgien Tbilisi Mutter Heimat

✔️ Fahrt mit der Seilbahn vom Bike-Park zur Nariqala Festung

Von der Metechi-Kirche kann man zur Seilbahnstation schlendern, um hoch zur Festung zu fahren. Das lohnt sich vor allem auch wieder wegen der tollen Sicht über die Stadt.

Georgien Tbilisi Blick über die StadtBlick von der Festung Nariqala auf die Stadt. Die zwei silbernen „Röhren“ sind die neue Konzerthalle. Die geschwungene Brücke ist die Friedensbrücke. Ich fand die Mischung aus alt und modern ganz interessant, aber nicht alle Bewohner von Tbilisi sind von den Neuerungen begeistert.

✔️ Besuch in den alten Schwefelbädern

Ich mag schwefelhaltiges Wasser. Den typischen Geruch finde ich angenehm und ich hätte sehr gerne eines der Schwefelbäder ausprobiert – leider hatte ich keine Zeit dazu. Die heißen Quellen (Tbilissi bedeutet soviel wie ‚warme Quelle‘) waren auch der Namensgeber für die Hauptstadt. Im Bäderviertel Abanotubani gibt es noch einige Bäder im alten persischen Stil, die sofort an den typischen Kuppeln zu erkennen sind. Die eigentlichen Bäder liegen unter der Erde, weil dort der Wasserdruck höher ist.

Georgien Tbilisi Schwefelbäder

✔️ Ikonen & christliche Kunst

Die Georgier sind sehr fromme Menschen und die Kirchen und Klöster sind voll mit Ikonen, Wandmalereien und Kunstwerken. Hier nur eine kleiner Eindruck aus der Sioni-Kirche in der Altstadt von Tiflis.

✔️ Kleine Details entdecken

Ich liebe es, durch die Straßen zu streifen und die ganzen kleinen Details zu entdecken, die den Charakter einer Stadt ausmachen. Die linke Figur befindet sich gegenüber vom Stadtmuseum in der Altstadt und das rechte Motiv habe ich in Mtskheta fotografiert.

✔️ Unbedingt ausprobieren: Georgische Küche

Die Küche Georgiens ist berühmt und das auch zu Recht. In Tiflis gibt es unzählige Bars, Cafés, Restaurants, in denen man hervorragend essen kann. Besonders ans Herz legen will ich Dir aber die älteste Bäckerei in Tiflis, die schräg gegenüber vom Stadtmuseum in der Altstadt liegt. Man sieht eigentlich nur einen kleinen Eingang und eine Treppe, die in den Keller führt. Dort gelangt man direkt in die Backstube. An einer kleinen Theke werden die Backwaren frisch aus dem Ofen verkauft. Ich habe dort Lobiani gegessen, eine herzhaftes (veganes) Gebäck mit Bohnenpaste gefüllt. Das rechte Bild ist in Mtskheta entstanden. Ich habe dort zwar nicht gegessen, fand die Atmosphäre aber sehr schön und die Chinkali (gefüllten Teigtaschen) sahen hervorragend aus. Als Snack zwischendurch sind Tschurtschchela perfekt: Nüsse werden auf einen Faden gezogen, in angedickten Traubensaft getaucht und getrocknet.

✔️ Ausflug zur ehemaligen Hauptstadt Mtskheta

Mtskheta (auch Mzcheta geschrieben) ist eine der altehrwürdigsten Städte in Georgien und war lange Zeit eine der wichtigsten Handelsstädte zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer.

Es lohnt sich, in Mtskheta die Swetizchoweli-Kathedrale anzusehen – ein, um es mal im Reiseführer-Slang zu sagen, imposantes Beispiel altgeorgischer Baukunst.

Ganz in der Nähe von Mtskheta thront weithin sichtbar auf einem Hügel die kleine Jvari-Kirche aus dem 6. Jahrhundert. Besonders beeindruckend: das uralte, geradezu mystische Innere.

Jede Menge praktische Tipps und Informationen zu Geld, Flügen, Visumbestimmungen, Gesundheitstipps, die Verfügbarkeit von Internet etc. findest Du in meinem Länderführer Georgien.

Du interessierst Dich für Trekking in Swanetien? Meine dreitägige Wandertour war ganz schön anstrengend, aber eines der schönsten Erlebnisse, die ich in Georgien hatte.

Die Message sprang mir schon am Flughafen entgegen
Tbilisi - Was es in der Hauptstadt von Georgien zu entdecken gibt

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2 Kommentare

  • Reply Oli 26. Februar 2016 at 18:44

    Der Zustand der Bausubstanz ist insgesamt sehr unterschiedlich, hatte ich den Eindruck. In einigen Vierteln war auch bei meinem Besuch schon alles sehr gut renoviert. Aber andere Gegenden, vor allem um den Regierungspalast, waren in einem desolaten Zustand. Interessant fand ich auch, in die Mietskasernen reinzugehen und zu sehen, wie die Treppenhäuser aussehen. Das habe ich bei zwei oder drei Häusern tun können und bei einer Treppe fühlte ich mich etwas unwohl.

    • Reply Beatrice 27. Februar 2016 at 11:26

      Ja, genauso war’s. Ein Straßenzug weiter konnte es schon wieder ganz anders aussehen. In einem Wohnhaus drin war ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es da teilweise furchterregend aussieht…

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