Georgien – 5 Highlights, die sich lohnen (plus ein absolutes No-Go)

By 23. März 2016 Georgien, Land & Leute
Urlaub Georgien David Garedscha Lavra Kloster

Urlaub in Georgien? Die ehemalige Sowjetrepublik ist nicht gerade ein verbreitetes Reiseziel. Aber genau deshalb fand ich es so spannend, dort unterwegs zu sein! Ganz klar, es ist nicht perfekt. Das Land ist noch touristisches Entwicklungsgebiet, aber an den Infrastrukturen hat sich schon ziemlich viel getan. Wer ein bisschen abenteuerlich eingestellt ist, wird einen Trip durch das Land lieben. Es gibt eine atemberaubende Bergwelt, schöne, alte Klöstern und äußerst gastfreundliche Menschen. Nicht zu vergessen das leckere Essen und der Wein – die Georgier rühmen sich, eines der Ursprungsländer des Weinanbaus zu sein.

Unabhängig, ob Du überzeugter Weinliebhaber bist oder nicht: lass ‚ es Dir nicht nehmen, eine Weinprobe in Georgien zu machen. Ich habe eine Verkostung in einer kleinen Weinstube in der Altstadt von Tbilisi gemacht. Hinzu kommen die nicht gezählten Flaschen Wein, die wir während unserer Tour abends „getestet“ haben… In Begleitung zu dem ultimativ leckeren Essen. Jede Mahlzeit ist in Georgien ein Festmahl, bei dem gleichzeitig die verschiedensten Speisen auf den Tisch kommen und man sich von einem Gericht zum nächsten durchprobiert. Ich glaube, schlecht zu essen ist unmöglich in Georgien. Ist mir kein einziges Mal passiert.

Wenn Du noch zögerst, dann schau Dir meine Highlights an, die mir bei meiner Tour durch Georgien besonders gefallen haben. Und ja, ein Thema mochte ich gar nicht, aber dazu gleich mehr…

Tagesausflug zu den Höhlenklöstern von Davit Garedscha

Von Tbilisi kann man ganz hervorragend einen Tagestrip zum Kloster Davit Garedscha an der Grenze zu Aserbaidschan planen. Wer keinen Mietwagen hat: Es gibt in der Hauptstadt viele Anbieter, bei denen man spontan eine Tour buchen kann. Busse fahren nicht dorthin (Stand Sommer 2015). Der Weg führt durch eine karge, von Salzseen durchbrochene Landschaft. Der Klosterkomplex selbst besteht aus dem restaurierten Lavra-Kloster im Tal und den Überresten des Klosters Udabno am Berghang, die man nach einer kleinen Wanderung besichtigen kann. (Unbedingt an Wasser und Sonnenschutz denken!) Noch beeindruckender als die Höhlenmalereien fand ich den einmaligen Ausblick auf die wüstenhaft-unwirkliche Landschaft von Aserbaidschan.

Die Festung Ananuri

Fährt man die Georgische Heerstraße von Tbilisi aus nach Norden, kommt man am Aragvi-Stausee vorbei, wo sich auch die Festung Ananuri befindet. Ist es das türkisblaue Wasser des Sees, die schön erhaltenen Anlage, der malerische Ausblick? Es lohnt sich in jedem Fall, dort einen Zwischenstop einzulegen.

Georgien Reisen Reisetipps Urlaub Ananuri

Kasbegi / Stephansminda

Fährt man die Heerstraße weiter Richtung Norden, kommt man nach Kasbegi nahe der russischen Grenze. Was mich dort am meisten verblüfft hat, war ein äußerst stylisches Café, was ich niemals in dieser Gegend vermutet hätte. Ein netter Wanderausflug führt vom Ort hinauf zur Dreifaltigkeitskirche (Tsminda Sameba) in den Bergen. Der Fußweg lässt sich ziemlich gut bewältigen, einzig die Taxis nerven, die dafür sorgen, dass auch laufunlustige Touristen zum Kloster gelangen können – und alle Wanderer ständig in Staubwolken hüllen. Die Wanderzeit beträgt je nach Tempo insgesamt ca. drei bis vier Stunden. Oben wartet dafür eine Hammeraussicht als Entschädigung!

Georgien Kasbegi Dreifaltigkeitskirche

Höhlenstadt Uplisziche

Sie wirken ein wenig außerirdisch, die in Stein gehauene Wohnräume mit einem Alter von ca. 3.000 Jahren. Die letzten Einwohner verschwanden im 18. Jahrhundert. Zurück blieben die behauenen Felsen als stumme Zeugen der Vergangenheit. Durch die Anlage zu streifen, fand ich fast ein bisschen unheimlich, zumal ich mir kaum vorstellen konnte, dass hier im Mittelalter zur Blütezeit mal rund 20.000 Menschen gewohnt haben sollen.

Georgien Höhlenstadt Uplisziche

Markttreiben in Kurtaissi beobachten

Es geht doch nichts über Märkte oder was denkst Du? In Kurtaissi gibt es ein großes, überdachtes Marktgelände, wo man stauen, schauen, kosten & einkaufen kann – z. B. Berge an Gemüse und Obst, Gewürze oder die obligatorischen Tschurtschchela (Nüsse, die auf einen Faden aufgefädelt und mehrmals in angedickten Traubensirup getaucht werden). Ich musste mir unbedingt das typische Kräutersalz kaufen und habe durch den Knoblauchgestank mein ganzes Reisegepäck auf dem Rückflug kontaminiert.

Georgien Markt Kurtaissi

Und was mich abgeschreckt hat?

Gori, die Geburtsstadt Stalins

In Gori befindet sich sich ein riesiges Stalin-Museum. Eigentlich wollte ich gar nicht hineingehen, aber dann konnte ich doch meine Neugier nicht bändigen, mir den Personenkult genauer anzusehen. Ehrlich, ich war entsetzt! Eine kritische Auseinandersetzung ist hier komplett Fehlanzeige. Das Museum in Gori hat ganz gewaltig den Anschluss zu den geschichtlichen Tatsachen verloren: hier wird allen Ernstes ein Diktator und Massenmörder verehrt. In einem winzigen Seitenzimmer – erst jüngst dazu gekommen – wird kurz erwähnt, dass sich der Genosse Stalin wohl auch ein paar unliebsame Fehltritte geleistet hat. Schon allein diese Beiläufigkeit ist eine Beleidigung für alle Opfer des Stalinismus. Da fehlt mir wirklich jedes Verständnis.

Georgien Gori Stalin Museum

Du willst noch mehr Georgien? Hier findest Du meine Artikel über die Hautstadt Tbilisi und meine Trekkingtour in Swanetien. Außerdem noch einen ausführlichen Überblick, was man zum Reiseland Georgien wissen sollte.

Urlaub in #Georgien? Noch kaum verbreitet, aber gerade deshalb fand ich es so spannend, dort unterwegs zu sein. Die Highlights meiner Reise & ein No-Go.
Georgien ist als Reiseland noch kaum verbreitet, aber gerade deshalb fand ich es so spannend, dort unterwegs zu sein. Die Highlights meiner Reise und ein

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8 Kommentare

  • Reply Britta 13. April 2016 at 9:22

    Hallo Beatrice, hast du auch ein paar Hoteltipps für Georgien? Liebe Grüße Britta

    • Reply Beatrice 13. April 2016 at 17:02

      Nicht wirklich, liebe Britta. Wir haben durchgehen in eher kleineren Hotels & Unterkünften gewohnt, die alle privat geführt waren. Der Standard ist da etwas anders, als wir das sonst in Europa gewöhnt sind. Ich kam mir teilweise eher vor wie in einem Privathaushalt. Aber es war überall völlig in Ordnung – und es gab immer leckeres Essen 😉 Besonders hervorgestochen ist aber kein Hotel, sodass ich in dem Sinne keine Tipps geben kann.

      • Reply Britta 13. April 2016 at 17:21

        Alles klar, hätte ja sein können. Manchmal ist eine einfache Unterkunft mit gutem Essen ja auch Gold wert. Auf jeden Fall ein interessantes Land!

  • Reply Julia 5. April 2016 at 11:26

    Liebe Beatrice,
    eine Reise nach Georgien hört sich toll an!
    Ich hatte die ehemalige Sowjetrepublik als Reiseziel bisher nicht wirklich auf dem Schirm,
    aber deine Berichte und Fotos machen total Lust dazu einfach loszureisen.
    Vor allem weil Georgien noch nicht überlaufen ist.
    Danke für die Inspiration!
    Alles Liebe aus Berlin,
    Julia

  • Reply Leni & Marlena 2. April 2016 at 13:11

    Die Bilder sind wirklich beeindruckend. Wenn man das Bild vom Aragvi-Stausee und der Festung betrachtet, bekommt man richtig Fernweh. Danke für diese Horizont-Erweiterung 🙂
    Liebe Grüße,
    Leni & Marlena
    http://www.veggiejourney.de/

  • Reply Tabitha 28. März 2016 at 21:33

    Das sieht wirklich beeindruckend aus. Vor allem sind es ganz neue Eindrücke, weil noch nicht wirklich erschlossen, so wie Du schreibst.

  • Reply Jutta 24. März 2016 at 20:59

    Die Wanderung hinauf zur Dreifaltigkeitskirche würde ich dreimal machen! Allein das Foto lässt mich schon nicht mehr los! Ich kann mir gut vorstellen, dass Georgien ganz nach meinem Geschmack wäre. Eiegntlich ist es gut, wenn solche landschaftlich-kulturellen Perlen noch eine Weile „unentdeckt“ bleiben. Dann hat der interessierte Reisende sie ganz für sich … ein wenig egoistisch, aber eine schöne Vorstellung, finde ich. Liebe Grüße, Jutta

    • Reply Beatrice 24. März 2016 at 23:09

      Ja, ich kann mir ehrlich gesagt auch gut vorstellen, dass Du Georgien mögen würdest. Und ich glaube, die (relative) Unberührtheit bleibt noch ein Weilchen erhalten. Von Touristenmassen ist man da echt verschont. Hab‘ schöne Ostern & lass‘ es Dir gut gehen! Liebe Grüße zurück!

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