Mein Traum von Afrika

By 1. November 2015 (Reise-)Inspirationen
Abenteuer Afrika - Reisen - Reisebericht - Afrikareise

Stell Dir vor, Du bist unterwegs. Eigentlich hast Du alles im Griff. Du biegst mal hier und mal da ab und plötzlich bist Du in einer Gegend, die Dir nicht bekannt vorkommt. Ganz schön hier, denkst Du. Aber sah mein Ziel nicht ganz anders aus?

Worauf ich hinaus will? Das ist ungefähr mein Gefühl in Bezug auf Reisezeilen. Eigentlich hatte ich bei der Gründung des Blogs den Fokus Natur und Wildtiere im Sinn. Und ganz viel Afrika. Nicht umsonst ist schliesslich ein Gepard das Wappentier von Reisezeilen geworden. Nach mehr als einem Jahr intensiven Bloggen muss ich mich ganz ehrlich fragen: “Upppsss, wo bin ich eigentlich gelandet? Definitiv nicht in Afrika! Was ist denn da passiert?”

Die Wahrheit ist: ich habe mich nicht getraut, meiner inneren Stimme zu folgen. Wie oft habe ich mir Touren in Afrika angesehen, um dann festzustellen: Alles, wofür ich brenne, ist offenbar schweineteuer. Ostafrika, Botswana, Uganda und wie die Orte meiner Träume heissen – es kostet viel Geld, auf Safari zu gehen. Dann bin ich innerlich zum Zwerg geschrumpft und habe leise gemurmelt: “Naja, vielleicht doch nicht. Woanders ist es ja auch schön.”

Das Ergebnis: ich habe statt Afrika Albanien gebucht.

Natürlich ist es woanders auch schön. Und interessant. Dieses Jahr war ich in Albanien und Georgien, habe in Norwegen mein Herz für den Norden entdeckt und bin in der Schweiz dem Ruf der Berge gefolgt. Keine Frage, dass ich meine Reiseziele genossen habe und verdammt viel erleben durfte. Aber es ist nicht das Gleiche. Mein Liebster hat meine Ausweichaktivitäten ganz treffend “Placebo-Reisen” genannt.

Wie soll es jetzt also weitergehen?

Eine Frage, die ich mir momentan eigentlich täglich stelle. Wahrscheinlich, weil ich mich ohnehin gerade in einer Umbruchphase befinde und viel darüber nachdenke, wie ich in Zukunft leben und arbeiten will. Es geht also nicht nur um Reisezeilen, sondern auch um mich.

Wenn mich jemand nachts wach rütteln würde und anschreit: “Was willst Du eigentlich vom Leben?” würde ich wahrscheinlich ohne Nachdenken antworten: “Ich will auf einer Farm in Afrika leben und mich für Wildtiere einsetzten. Und wenn die Welt dadurch nur eine Winzigkeit besser wird, dann habe ich erreicht, was ich wollte.”

Ohne Frage ist das ein Traum, der alles bisher dagewesene in meinem Leben komplett auf den Kopf stellt. Aber wenn ich mich nicht aufmache, herauszufinden, was es damit auf sich hat, würde ich das sehr bereuen. Zumal ich mir sicher bin, dass die Liebe zu diesem Kontinent kein Hirngespinst ist. Als ich 2012 das erste Mal nach Namibia reiste, war ich unglaublich gespannt, wie es sich für mich anfühlt, tatsächlich in Afrika zu sein. Würde es so magisch sein, wie ich es mir als Kind vorgestellt habe? Oder sollte sich die Realität als fremd und abschreckend herausstellen? Kaum hatte ich meinen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt, kam es mir vor, als wäre ich ankommen, wo ich schon immer hingehört habe. Nie war ich so glücklich wie im Busch.

Ob sich das auch bei intensiver Betrachtung als haltbar erweist? Wo das alles hinführt? Puh, ganz ehrlich: keine Ahnung. Ich muss es einfach herausfinden! Ein bisschen habe ich Angst davor, weil sich der Gedanke so groß anfühlt. Andererseits freue ich mich auf das Abenteuer.

Es steht also fest: nächstes Jahr wird es viel Afrika geben in meinem Leben und auch hier auf dem Blog. Ich möchte einige Touren starten, aber davon abgesehen auch ein oder zwei Wildtierschutzprojekte besuchen und dort arbeiten.

Kommst Du mit nach Afrika? Dann folge mir auf bloglovin’!
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14 Kommentare

  • Reply Verena 6. November 2015 at 17:41

    Hallo Beatrice,

    einmal in Afrika gewesen, lässt Dich der Kontinent nicht mehr los. Ich wurde infiziert, als ich mit 19 im Au-pair Jahr in Paris eine Deutsch-Namibierin traf. Sie zeigte Fotos, erzählte tolle Geschichten von ihrer Farm. Da wollte ich auch hin. Aber ich habe gleich Nägel mit Köpfen gemacht und bin mit meinem Partner 2010 auf Transafrika-Reise aufgebrochen, obwohl ich nie zuvor in Afrika war. Unser Ziel Südafrika haben wir schon erreicht, aber inzwischen ist aus der Reise eine Lebensstil geworden und wir reisen immer noch durch Afrika mit unserem Oldtimer-LKW (Bj. 1968). Wir haben übrigens im Durchschnitt 1000 Euro/Monat gebraucht.

    Wenn Du ne organisierte Safari buchst, ist Afrika teuer. Das günstigste Land ist sicher Südafrika. Da gibts es manchmal auch sehr günstige Flüge für 390 Euro hin und zurück nach Johannesburg.

    Wenn Du Fragen hast zu Afrika, melde Dich!
    Viele Grüße aus Zimbabwe,
    Verena

    • Reply Beatrice 7. November 2015 at 7:32

      Liebe Verena,
      wow, danke für Deine Zeilen. Ich war schon gerade mal auf Eurem Blog – da werde ich jetzt bestimmt ab und zu mal herumstöbern. Krasse Geschichte auch mit dem Überfall. Dass Dir das lange so in den Knochen steckte, kann ich gut verstehen.

      Organisierte Safaris sind teuer, das ist war. “Dummerweise” ist es auch genau die Natur und die Tiere, die mich sehr an dem Kontinent interessieren. Aber wenn man sich für lokale Wildlife-Hilfsprojekt engagiert, hat man den Tierfaktor gleich inklusive, also werde ich auch erst mal danach Ausschau halten.

      Ich denke aber aber auch, dass Südafrika und Namibia gut “Einsteigerländer” sind, wo man gut auf eigene Faust unterwegs sein kann. Das wäre ein Trip, den ich gerne zusammen mit meinem Partner machen würde. Wenn’s Fragen gibt, melde ich mich gerne bei Dir.

      Liebe Grüße zurück nach Zimbabwe,
      Beatrice

  • Reply Neni 3. November 2015 at 13:55

    Großartig, dass du nicht nur reisen, sondern auch helfen willst. Ich will am liebsten mitkommen 🙂

    • Reply Beatrice 3. November 2015 at 16:33

      Ich war schon mal bei einem Wildlife-Projekt in Namibia. Beim Blick hinter die Kulissen haben sich schon etliche Mängel gezeigt – man muss sich da sehr sorgfältig informieren und auswählen. Aber Fakt war auch, dass es mir viele absolut unvergessliche Begegnungen mit wilden Tieren ermöglicht hat, die sonst in der Form nicht möglich gewesen wären. Ich würde es jederzeit wieder machen und es gibt so viele Organisationen, die wirklich tolle Arbeit machen, auf den verschiedensten Bereichen. Ich kann es Dir nur empfehlen, das auch mal auszuprobieren! 🙂

  • Reply Eva 2. November 2015 at 13:52

    Weise Entscheidung! Es geht wenig über Afrika 😉 Und ganz ehrlich, es muss nicht Luxus Safari sein. Afrika geht auch günstig, es gibt Alternativen. Nur brauchst Du dafür Zeit und ein wenig Muse.
    Ich bin gespannt aud Deine Pläne und reise mit.

    • Reply Beatrice 2. November 2015 at 18:17

      Ja, Du hast recht, Eva. Auf Luxus bin ich ohnehin nicht aus. Aber teilweise mangelte es mir in der Vergangenheit auch an der nötigen Zeit – die muss ich mir versuchen, im nächsten Jahr ein bisschen frei zu schaufeln… Ich hoffe, es gelingt. Liebe Grüße, Beatrice

  • Reply Britta 2. November 2015 at 11:13

    Hi Beatrice, mach es so lange du unabhängig bist! Hast du schon konkrete Pläne?
    Liebe Grüße Britta.

    • Reply Beatrice 2. November 2015 at 11:32

      Hi Britta, es gibt halbkonkrete Pläne. Eine Reise würde ich gerne zusammen mit Ben machen. Ansonsten gibt es zwei Tierhilfsprojekte – einmal in Namibia, einmal in Botswana – die ich ein bisschen kenne und bei denen ich mir gut vorstellen kann, dass ich dorthin fahre. Die genau Recherche und Planung wird es zeigen.
      Liebe Grüße zurück,
      Beatrice

  • Reply Sabine's Reisekladde 1. November 2015 at 18:07

    Ein toller Beitrag! Ja, man muss auf seine innere Stimme hören, aber manchmal ist es gar nicht so einfach, sie wahr zu nehmen. Ich habe kürzlich in meinem Blog Reisekladde über Karen Blixens Sehnsucht nach Afrika geschrieben, weil wir in ihrem Haus in Kopenhagen und früher in Nairobi waren. Es ist faszinierend! Ich kann Deine Sehnsucht gut verstehen. Irgendwie ist das Blog ja auch ein Teil des Selbst, wenn es also um das Blog geht, geht es also auch um das Selbst und umgekehrt. Sich schreibend selbst entdecken. Ich wünsche Dir viel Mut, Glück und Erfolg! Und verfolge es lesend gerne mit! LG Sabine

    • Reply Beatrice 1. November 2015 at 18:47

      Liebe Sabine,
      Karen Blixen hat mich auch nachhaltig beeindruckt. “Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong-Berge.” Den Satz werde ich wohl bis an mein Lebensende nicht vergessen.
      Ja, der Blog ist wirklich Teil der eigenen Person. Ich bin sehr gespannt, was das kommende Jahr bringen wird. Und freue mich sehr, wenn Du ab und zu mal “vorbeiliest”.
      Liebe Grüße, Beatrice

  • Reply Yvonne 1. November 2015 at 17:34

    Toll! Ich freu mich mit dir und auf all das was da so kommt!
    Wie Du weißt, kann ich die Liebe zu Afrika so gut nachvollziehen…tue das, was dich glücklich macht! <3

    • Reply Beatrice 1. November 2015 at 18:43

      Lieben Dank, Yvi!!!

  • Reply Beauty Butterflies 1. November 2015 at 14:38

    Find ich super! Man muss auf das hören, was man spürt! Und wenn das bei dir Afrika ist, dann hin da 🙂 Ich war dieses Jahr das erste Mal “richtig” in Afrika (richtig – weil ich Ägypten nicht dazu zähle) und es war traumhaft. Uganda kann ich dir also sehr ans Herz legen. Als Reiseland für mich ein Traum. Was dein Gefühl von “angekommen” angeht, ging es mir ein bisschen in Australien so. Und jedes Mal wenn ich in New York bin. Und sollte mein Fernweh zu groß sein, setze ich mich einfach in den Flieger 🙂 Ich freue mich auf 2016 hier mit viel Afrika!

    • Reply Beatrice 1. November 2015 at 14:50

      “Richtig” Afrika ist bei mir auch eher südlich der Sahara 😉

      Das Uganda ein wundervolles Reiseziel ist, glaube ich Dir sofort.
      Man sollte seiner inneren Stimme einfach mehr Gehör schenken – und einfach losfliegen, wie Du schon sagst 😀
      Auf ein spannendes 2016 für uns beide! Liebe Grüße!

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