Weg mit den Pfunden – Reisen mit leichtem Gepäck

By 16. Februar 2016 Packtipps
Gepäck Gewicht sparen

Ich bekenne es öffentlich: „Travel light!“ ist mein heiliges Mantra, wenn ich unterwegs bin. Nichts finde ich nerviger, als schweres Gepäck hinter mir herzuzerren. Mein Liebster macht sich schon über mich lustig, weil ich mich im ständigen Zustand der Gewichtsoptimierung befinde.

Hier gibt’s meine Tipps für alle, die sich auf Koffer-Diät befinden:

✔️ weniger Kosmetikartikel

✔️ weniger Kleidung

✔️ mit den richtigen Fragen das Gepäckvolumen reduzieren

Kosmetikartikel minimieren

Handcreme, Moisturizer, Haarkur, Bodylotion, Stylinggel… Die Liste der Kosmetikprodukte, die man zu Hause benutzt, kann lang werden. Wer auch auf Reisen sein gesamtes Beauty-Equipment mitschleppt, hat schwer zu tragen. Es gibt aber eine Tricks, mit denen man seine Pflegeprodukte unterwegs reduzieren kann.

✔️ Minimalisten nehmen so gut wir gar nichts mit und vertrauen darauf, dass sie unterwegs das kaufen, was sie brauchen. Vorteil: Man startet mit leichtem Gepäck. Nachteile: Man muss nehmen, was kommt. Wer sich an eher abgelegenen Orten herumtreibt, findet womöglich nicht das, was er braucht. Am Zielort ist der Einkauf ggf. billiger, kann je nach Destination aber auch empfindlich teurer sein.

✔️ Vor der Reise gezielt Drogerien & Parfümerien nach Reisegrößen und kleineren Verpackungen abgrasen. Vorteil: Man kennt die Marken und kann sich zusammensuchen, was man braucht. Nachteile: Herumrennerei in mehreren Geschäften. Manchmal gibt’s partout nicht das, was man gerade braucht, in kleinen Größen.

✔️ Leere Flaschen & Dosen in den passenden Größen kaufen (gibt’s in Drogerien & Outdoorläden) und selbst mit der eigenen Kosmetika befallen. Sparfüchse heben die Behälter von aufgebrauchten Produkten auf und befüllen sie nach Bedarf neu. Vorteile: Leichtes Gepäck. Man ist mit bekannten Produkten unterwegs. Nachteil: Man sollte sicherstellen, dass man das Fläschchen-Wirrwarr noch auseinanderhalten kann, damit man nicht Bodylotion statt Spülung in die Haare schmiert.

Reduktion auf das Nötigste

✔️ Kein Mensch braucht unterwegs das komplette Beauty-Arsenal. Wer muss sich mitten im mongolischen Nirgendwo die Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste putzen? (Alles erlebt…!) Platz lässt sich sparen, wenn man auf Produkte zurückgreift, die sich universal einsetzen lassen, z. B. EINE reichhaltige Creme für Hände, Füße, raue Ellbogen, trockene Lippen (zu empfehlen: Weleda „Skin Food“). Seife ist sehr ergiebig zum waschen, wiegt weniger als Duschgel und kann nicht auslaufen. Einige Traveller schwören auch auf festes Shampoo.

✔️ Praktisch sind Produkte in Sachtes (z. B. Haarkur). Zum auslaufsicheren Verschließen eignen sich gut die sogenannten Vielzweckklammern.

✔️ Ständiges Herumrasieren kann man sich unterwegs sparen, wenn man vor seinem Trip zum Waking geht. Einmal ratsch, dann Ruhe. (Okay, gilt mehr für Ladies, als für Gentlemen…ich meine die Waden, nicht die Wangen!)

✔️ Um Platz und Gewicht zu sparen, nehme ich schon lange keine Kulturtasche mehr, sondern bin auf die Packbeutel von Tatonka umgestiegen. Die gibt es in verschiedenen Größen und ich finde sie auch ganz schick. Durch das halbtransparente Netzgewebe hat man mit einem Griff, was man braucht.

Immer die wichtigsten Medikamente griffbereit? Hier gibt’s Tipps, was alles in die Reiseapotheke gehört.

Clever packen

→ Von Anfang an in kompletten Outfits denken und möglichst nur Kleidung einpacken, die sich beliebig kombinieren lässt. Es ist hilfreich, wenn man sich auf zwei, drei Grundfarben beschränkt. Viele meiner Reisesachen bewegen sich im Beige-/Khakispektrum. Dazu passt quasi alles. (Wer bis jetzt noch Zweifel hatte: ich rede hier jetzt nicht vom Citytrip mit Opernbesuch, sondern eher von handfesten Roadtrips, Wanderurlauben etc.)

→ Ich packe ausschließlich meine reiseerprobten Lieblingsklamotten ein. Da weiss ich, dass sie unterwegs funktionieren. Außerdem trage ich sie gerne und es macht mir nicht aus, wenn ich länger damit herumlaufe.

→ Es lohnt sich, auf die Materialien zu achten und kritisch auf Reisetauglichkeit zu prüfen. Ist ein Kleidungsstücke sehr schwer (z. B. Jeans)? Kann es leicht zerknittern oder kaputt gehen (z. B. Blusen aus feinem Gewebe)? Auf Details wie Stickerei, Spitze, Bänder etc. solle man ebenfalls eher verzichten. Wie praktisch ist der Schnitt? Shirts, die eng am Körper (und unter den Armen) anliegen, verschwitzen viel schneller, als lockere Kleidung.

→ Unterwegs waschen versteht sich von selbst. Also vorrangig Shirts, Socken und Wäsche einpacken, die sich leicht im Waschbecken durchspülen lässt. Mikrofaser-Unterwäsche kann man abends nach dem Zähneputzen schnell durch’s Wasser ziehen und sie ist garantiert bis zum nächsten Morgen wieder trocken. Wer länger unterwegs ist, sollte weiße Sachen meiden, die lassen sich eher schlecht dauerhaft per Hand waschen.

→ Was in Modekreisen so schön als „Layering“ bezeichnet wird, funktioniert auch auf Reisen. Einfach in mehreren Lagen denken – vor allen Dingen, wenn man nicht genau einschätzen kann, wie die Temperaturen am Zielort sind. In Namibia war es beispielsweise abends im Busch so unerwartet kalt, dass ich gefühlt alles übereinander gezogen habe, was ich so dabei hatte.

→ „Multifunktional“ denken: große Tücher sind bekanntlich Alleskönner – als Schal, als Kopfkissen, als improvisierter Rock bzw. Kopfbedeckung in Kirchen/Klöster, als Strandtuch. Ziemlich praktisch finde ich auch ein Yoga-Reisematte – selbst, wenn man unterwegs kein Yoga praktizieren will. Sie eignen sich als leichte, waschbare Unterlage für Strand, Lagerfeuer, Liegewiesen. Bikinioberteile kann man auch als BH einsetzen.

Hilfreiche Fragen beim Packen

Beim Packen versuche ich immer, mir die verschiedenen Situationen vorzustellen, die unterwegs auftauchen könnten. Daran kann ich ganz gut abschätzen, ob ich für alle Eventualitäten gerüstet bin:

❔Mir ist Kaffee über die Hose gelaufen: Habe ich eine Alternative, die ich anziehen kann?

❔Es wird unerwartet heiß oder kalt: Bin ich darauf vorbereitet?

❔Ich werde eingeladen: Habe ich ein Outfit dabei, was ich dafür einsetzen kann oder zumindest ein schönes Accessoire (z. B. ein Tuch, meinen Lieblingsring)?

❔Entspricht meine Kleidung dem „sittlichen Empfinden“ meines Zielortes?

❔Sind die Schuhe, die ich dabei habe, eingelaufen? (Dasselbe gilt übrigens auch für Strümpfe, besonders wenn man Wandern geht.) Turnschuhe, Flipflops und noch ein drittes Paar bequemer Schuhe (in meinem Fall i. d. R. Wanderschuhe) – mehr braucht man auf den meisten Reisen eigentlich nicht.

❔Schwere Sachen wie z. B. die Wanderschuhe auf dem Flug anziehen. Dann muss man die Stiefel nicht im Gepäck unterbringen. Im Flieger dann einfach ausziehen und dicke Socken überziehen. Für den Flug die Schuhe aber vorher gründlich sauber machen und gut lüften, damit die Sitznachbarn nicht ins Koma fallen!

❔Packtaschen verwenden, um Ordnung ins Gepäck zu bekommen und alles mit einem Griff parat zu haben. Wer sich auf engsten (Pack-)Raum beschränken muss, sollte mal Vakuumbeutel ausprobieren. Kleinere Kleidungsstücke falte ich nicht zusammen, sondern ich rolle sie auf. Große Kleidungstücke lege ich so zusammen und übereinander, dass sie einen kompakten Stapel ergeben und befördere sie zusammen in einen Packsack.

❔Ein, zwei simple Plastikzippertüten sind immer gut, um nasse Badesachen oder stinkende Socken unfallfrei zu transportieren.

Fehlt noch was? Ich freue mich auf Deine Ergänzungen in den Kommentaren! Und nicht vergessen:

Travel light, live light, spread the light, be the light. ― Yogi Bhajan

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7 Kommentare

  • Reply Sabine von Ferngeweht 17. Februar 2016 at 21:30

    Stimme Dir in jedem Punkt zu! (und habe für die Blogparade Ähnliches geschrieben ) Vor allem Make-up und Haarspray etc. bleiben schön zu Hause. Meist sieht man in heißen Ländern eh nach kurzer Zeit aus wie Schluff 😉

  • Reply Sabine Kersten-Mutter 17. Februar 2016 at 10:44

    Danke für Deinen Artikel !
    An Kosmetikartikeln kann man auch bei diversen Drogeriemärkten kleine Probeflaschen bzw. -tuben kaufen , die kosten immer so ca. 1 Euro. Gibt es auch von Weleda:)

  • Reply Miriam 16. Februar 2016 at 22:25

    Hast Du ein Lieblingstuch welches zu multifunktional verwendest? Ich suche auch nach so etwas, habe aber noch nichts passendes gefunden was einerseits leicht ist, aber vielleicht auch mal etwas aushalten kann ohne gleich Löcher zu bekommen.

  • Reply Jens von Natur erleben & reisen 16. Februar 2016 at 18:03

    Schön geschrieben und sehr hilfreich.
    Wen ich mit Schlafsack auf Wandertour gehe, stopfe ich den Schlafsack direkt in den Rucksack ohne den dafür vorgesehenen Packsack. Das ist sehr platzsparend.

  • Reply Ingo 16. Februar 2016 at 14:57

    Ohne Rasierzeug reise ich nicht. Und Waxing kommt für mich nicht in Frage. Tut wahrscheinlich ziemlich weh im Gesicht 😀

    • Reply Beatrice 16. Februar 2016 at 16:34

      Ich habe das jetzt mal direkt im Text männerkompatibel angepasst, Ingo! Danke 😉

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