Meine Highlights im Osten von Albanien – Ohrid, Korça & Voskopoja

By 29. September 2015 Albanien, Land & Leute
Albanien Tourismus

Im Mai war ich mit einer Handvoll Wanderbegeisterter und einem Guide zwei Wochen unterwegs auf Albanien Rundreise.

Dieser Artikel konzentriert sich auf den ersten Teil der Tour: von Tirana geht es in einem kurzen Abstecher nach Ohrid (Mazedonien), danach nach Korça und weiter nach Voskopoja.

Die gesamte Albanien Rundreise auf einen Blick

1. Tag: Anreise über Düsseldorf und Wien nach Tirana mit Lufthansa/Austrian Airlines
2. Tag: Fahrt an den Ohridsee (UNESCO Weltnatur- & Kulturerbe)
3. Tag: Wandern in der Umgebung von Korça
4. Tag: Voskopoja und Fahrt nach Përmet
5. Tag: Wandern im Vjosatal
6. Tag: UNESCO-Weltkulturerbe Gjirokastra
7. Tag: Erkundung von Butrint
8. Tag: Küstenwanderung bei Himare
9. Tag: Ruhetag am Meer
10. Tag: Wandern am Llogara-Pass
11. Tag: UNESCO-Weltkulturerbe Apollonia und Berat
12. Tag : Wandern zu Füßen des Tomorr
13. Tag: Wandern in der Umgebung von Berat
14. Tag: Kruja und Tirana
15. Tag: Heimreise Tirana – München – Düsseldorf mit Lufthansa/Austrian Airlines)

Dieser Artikel hat den Schwerpunkt Tirana – Ohrid (Mazedonien) – Korça – Voskopoja.

Albanien – Die Hauptstadt Tirana

Flug: Der Tirana Airport Nënë Tereza (albanisch für Mutter Teresa) ist der einzige internationale Flughafen in Albanien. Beim Anflug ist das Terminal und die Start- und Landebahn ziemlich gut erkennbar. Ich habe im ersten Moment gedacht: „Oh, wie süß. Der kleine Flughafen da unten… Da werden wir jetzt aber nicht landen?!“ Als das Flugzeug dann einen Bogen machte, war klar: D-o-c-h, wir werden da landen! Am Boden war dann festzustellen, dass der Tirana Airport zwar nicht groß, aber modern und sehr übersichtlich ist.

albanien urlaub

Lesetipp: Mehr über die Tirana findest Du in meinem Artikel Aus grau wird bunt – Ein Besuch in Tirana, der Hauptstadt von Albanien

Übernachtung: Hotel & Restaurant Patricia – sehr schön eingerichtetes, modernes, kleines Boutique-Hotel. Netter Eigentümer, der gut deutsch spricht. Direkt neben dem Hotel sind ein paar kleine Marktstände, wo man Obst und Gemüse kaufen kann. Zu Fuß geht man vielleicht 10 Minuten bis zum Skenderbeg-Platz – dem Zentrum von Tirana.

Abstecher nach Mazedonien – Ohridsee

Fahrt: Die Etappe verläuft von Tirana entlang der alten römischen Handelsstraße Via Egnatia, (ehemalige Verbindung der Adriaküste mit Konstantinopel) bis nach Ohrid.

Albanien Rundreise Besonders bemerkenswert: Unterwegs lassen sich noch Reste der römischen Infrastruktur finden. In dem Dorf Bradashesh war halb von Grün überwuchert noch eine alte römische Pferdewechselstation zu entdecken.

Einreise: Der Grenzübergang nach Mazedonien kann ganz schön viel Zeit beanspruchen – zumindest haben wir ziemlich lange gewartet. Man benötigt seinen Reisepass und ein bisschen Geduld. Aber der Abstecher lohnt sich: Der Ohridsee und auch die Stadt Ohrid mit ihrer beeindruckenden Altstadt gehören zum UNESCO-Welterbe.

Ohrid: Von der Zitadelle auf dem Festungshügel Gorni Saraj hat man eine schöne Aussicht über die Stadt und den See (es sei denn, es braut sich gerade ein Unwetter zusammen wie bei uns). Etwas unterhalb der Festung befindet sich die archäologische Ausgrabungsstätte Plaošnik mit gut erhaltenen Bodenmosaiken und Gebäuderesten der antiken Stadt Lychnidos. Es gibt in Ohrid viele alte Gebäude, Kirchen, Klöster und Moscheen, die sich gut bei einem Spaziergang erkunden lassen.

Typisch für die Altstadt ist das Bürgerhaus der Kaufmannsfamilie Robevi, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet. Die Bauweise, bei der sich Steine mit Holz abwechseln, sieht man häufig in im ganzen Balkan: die eingezogene Holzschicht ist elastisch und macht die Gebäude widerstandsfähiger gegen Erdbeben. In einem kleinen Lädchen in der Nähe des Museums wird noch im alten Stil Papier hergestellt und bedruckt.

Albanien Rundreise

Ebenfalls sehr sehenswert: das schön restaurierte (und nach wie vor benutzte) Hellenistisch-Römische Theater aus antiken Zeiten. Eher weniger spektakulär (weil relativ austauschbar) ist die Seepromenade. Hier ist das touristische und gastronomische Zentrum von Ohrid mit der üblichen Ansammlung an Hotels, Restaurants, Bars, Cafés und Kneipen.

Wandern in der Umgebung von Korça

Korça: Jeden Vormittag ist Markt in der Stadt, sodass man sich hier gut mit Proviant eindecken kann. Der Elbasan-Han (albanisch Han i Elbasanit) ist eine alte Karawanserei aus dem frühen 18. Jahrhundert, die sich direkt im Alten Basar befindet. Als ich im Mai 2015 dort war, wurde gerade renoviert und umgebaut, um aus dem Gebäude ein Hotel zu machen, von dem ich mir vorstellen kann, dass es mal sehr schön wird.

Es lohnt sich in jedem Fall, sich in der Stadt umzusehen. Korça war mal ein blühendes Handelszentrum und die Architektur reicht vom osmanischen bis europäisch inspirierten Stil. Viele wohlhabende Bürger liessen sich opulente Villen bauen, die teilweise verfallen, manchmal aber auch im guten Zustand erhalten sind. Es gibt prächtige Alleen und belebte Parks, genauso wie dörflich verschlafene Straßenzüge.

Albanien Rundreise

Unbedingt ausprobieren: Nach dem Spaziergang stärkt man sich am besten im Biergarten von Birra Korça, der ältesten albanischen Brauerei.

Wanderung: Ausgehend von dem Dörfchen Dardha kann man eine entspannte Rundwanderung durch den Drenova Nationalpark machen. Die Tour ist nur 5 km lang und als Dardha Scenic Trail ausgezeichnet. Die Route bietet einen schönen Panoramablick auf die Landschaft und man kann auch gleich eine Kostprobe von den warmen, schwefelhaltigen Trinkwasserquellen nehmen. Es soll in der Region sogar noch einige Braunbären geben, aber selbst unser einheimische Guide hat auf seinen Touren nie einen zu Gesicht bekommen.

Dardha hat einen sehr gepflegten historischen Ortskern, den man sich nach der Wanderung unbedingt in Ruhe ansehen sollte. Alte Höfe, Kopfsteinplaster, gepflegte Gemüsegärten – wenn man nicht ab und zu ein paar Stromleitungen und Satellitenschüsseln sähe, würde man sich vorkommen wie in alten Zeiten.

Voskopoja und Fahrt nach Permet

Wanderung: Von Korça fährt man rund 15 km Richtung Westen nach Voskopoja, einem aromunisch-christlich geprägten Dorf. Die Aromunen (oder Mazedorumänen) waren erfolgreiche Kaufleute, die bis ins 18. Jahrhundert für wirtschaftlichen Wohlstand sorgten und Voskopoja zu einem blühenden, kulturellen Zentrum der Orthodoxie auf dem Balkan machten. In heutiger Zeit ist das Dorf ein eher verschlafener Platz, der nur durch die Straße nach Korea mit der Außenwelt verbunden ist. Von den einst 24 Kirchen sind noch sieben (in teilweise schlechtem Zustand) erhalten. Rund um den Ort gibt es im Großen und Ganzen nur Bergweiden, Wälder und Kirchen.

 

Eine (wie ich persönlich finde) der schönsten Kirche in ganz Albanien befindet sich ca. 3 km nördlich von Voskopoja im Bergdorf Shipskë. Die „Kirche des Heiligen Georg“ liegt idyllisch in den Bergen und wurde erst vor kurzer Zeit restauriert.

Ich kann mich nicht erinnern, zuvor schon mal so faszinierende mittelalterliche Fresken gesehen zu haben. Die Farben leuchten förmlich im Halbdunkel der Kirche.

Wie es weiter geht… Nach der Wanderung fährt man ca. 150 km über die Hochebene von Ereska bis nach Përmet. Die nächsten Stationen der Reise findest du hier: Im Süden von Albanien – Përmet, Gjirokastra, Butrint & Himarë.

Falls Du Lust haben solltest, nach Albanien aufzubrechen: ich kann Dir sehr den Reiseanbieter reisen-in-albanien.de empfehlen, mit dem ich auch unterwegs war.

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4 Kommentare

  • Reply Josh 17. August 2016 at 13:51

    Du meinst doch wohl eher Ostalbanien, oder? 😉

    • Reply Beatrice 17. August 2016 at 13:53

      Ihm, ehrlich gesagt: ja. Womit mal wieder bewiesen ist, dass Reiseblogger keine Rechts-Links- sondern eine West-Ost-Schwäche haben… Danke, ich korrigiere es gleich mal!

  • Reply Franzi 29. September 2015 at 15:54

    Das sieht ja traumhaft aus! Albanien hatte ich bisher irgendwie überhaupt nicht auf dem Schirm. In den letzten Monaten habe ich aber schon so viel Gutes über das Land gehört. Vielleicht sollte ich doch mal einen Trip wagen 🙂
    Liebe Grüße
    Franzi

    • Reply Beatrice 29. September 2015 at 16:21

      Es gibt sicherlich in Albanien auch einige Ecken, die (noch) nicht ganz in gutem Zustand sind – aber das ist bei der harten Vergangenheit auch kein Wunder. Aber die Albaner sind so gastfreundlich und aufgeschlossen und es gibt ein paar sehr faszinierende Regionen – es lohnt sich in jedem Fall! 😀
      Liebe Grüße,
      Beatrice

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