Uruguay, Pamir & mehr – Meine Reisetrends von der ITB 2016

By 15. März 2016 (Reise-)Inspirationen
Reisetrend Tadschikistan Pamirgebirge

Samstag bin ich wieder von der ITB Berlin nach Hause gekommen. Es war das zweite Mal für mich auf der wichtigsten internationalen Reisemesse: drei intensive Tage mit vielen Gespräche und ca. 35 km, die ich in den 26 Hallen zurückgelegt habe.

Ich wollte einerseits möglichst viel über ein paar ungewöhnliche Destinationen herausfinden, die (noch) nicht im Fokus des allgemeinen Reiseinteresses stehen. Andererseits ist es für mich auch immer interessant, bei bekannten Länder & Regionen neue (und teilweise unvermutete) Aspekte zu entdecken.

Meine Reisetrends & Highlights von der ITB

Naturally Namibia

Sehr im Fokus steht bei mir dieses Jahr Afrika und hier speziell der südliche Teil des Kontinents. Ich war bereits in Namibia, habe damals aber nicht besonders viel vom Land gesehen, weil ich für ein Wildtierschutzprojekt im Einsatz war. Deshalb habe ich mir damals versprochen, unbedingt zurückzukehren und das Versäumte nachzuholen. 2016 steht also ein Roadtrip an, den ich zusammen mit dem Liebsten plane. Wir wollen einige Projekte besuchen, die sich speziell mit Natur- und Wildtierschutz beschäftigen, u. a. eine Forscherin, die auf Hyänen spezialisiert ist. Außerdem möchten wir möglichst viele kleine, individuell ausgerichtete Lodges & Camps ansteuern.

Reisetrend Namibia

Mein Tipp: Unter Naturally Namibia findest Du eine Auswahl kleiner, inhabergeführter Anbieter, die ich mir demnächst auch mal genauer anschauen werde.

Republik Östlich des Uruguay

Geht es Dir auch so, dass Du eigentlich keine genauen Vorstellungen von Uruguay hast? Das fängt schon damit an, dass das zweitkleinste südamerikanische Land wirklich ganz offiziell Republik Östlich des Uruguay heisst. Ich habe bisher hauptsächlich an Gauchos und große Rinderherden in der Pampa gedacht – und an Montevideo, die Hauptstadt. Aber da hörte es dann im Grunde auch schon auf. Auf der Messe hatte ich das Glück, mit dem Vize-Tourismus-Minister Benjamín Liberoff sprechen zu dürfen.

Das kleine Land hat in den letzten Jahren eine ziemlich beeindruckende Entwicklung hingelegt: steigendes Bruttosozialprodukt, hohe Sicherheit, gestiegene Löhne bei gesunkenen Arbeitslosenzahlen und eine starker Fokus auf erneuerbare Energien. Auch der (Öko-)Tourismus ist ein aufstrebender Faktor. Was mich besonders interessiert hat, sind die Naturthemen, die dabei im Vordergrund stehen. Es gibt z. B. auf der Isla de Lobos die zweitgrößte Seelöwenkolonie (nach Alaska), die aus ca. 320.000 Tieren besteht. An der Küste lassen sich Wale und Delphine beobachten und außerdem ist man dabei, verschiedene Naturschutzgebiete weiter auszubauen: von den Sumpfgebieten in der Nähe von Montevideo bis hoch zu den Schluchten ganz im Norden. Auf dem Land findet man alte Landgüter aus der Kolonialzeit (sogenannte Estancias), die heute oft touristisch genutzt werde.

Reisetrend Uruguay

Was mich besonders interessieren würde: Uruguay zu Pferd erkunden, um die Landschaft zu geniessen und möglichst viel Kontakt zu den Uruguayo zu bekommen.

Mein Tipp: Uruguay wurde von Lonely Planet und National Geographic die Top-Reiselisten für 2016 gewählt. Mehr über das Land erfährst Du auch unter Uruguay Natural. Einen ganz neuen Reiseführer (Erscheinungsjahr 2015) gibt es bei Reise Know-How.

Mit Yak und Pack durch den Pamir

Die Rede ist hier von Tadschikistan, einem kleinen Staat in Zentralasien, das ich in meiner Schulzeit noch als eine der Sowjetrepubliken kennengelernt habe. Das Land besteht fast nur aus Hochgebirge und wird im Osten vom Pamir-Massiv geprägt. Von der Hauptstadt Duschanbe führt eine alte Handelsroute über das „Dach der Welt“. Es ist der gleiche Weg, von dem man annimmt, dass er schon vor mehr als 700 Jahren von Marco Polo genutzt wurde und der heute wieder vermehrt abenteuerliche Reisende anlockt.

Die Traditionen der Pamiris hat mich an mancher Stelle an die Mongolei erinnert. Auf dem ITB-Stand durfte ich z. B. Kurut probieren. Das sind steinharte, weiße Kugel aus getrockneten Yak-Joghurt. Echte Energy Balls, die eine knochentrockene, bröselig Konsistenz haben und deutlich „käsig“ schmecken. In der Mongolei gibt es eine ähnliche Spezialität, die Aaruul heisst.

Abgesehen von der spektakulären Landschaft des Pamir interessieren mich auch hier sehr die Wildtiere. Nach vielen Jahren der Wilderei waren die seltenen Marco-Polo-Schafe und Asiatische Steinböcke so stark dezimiert, dass es selbst die ehemaligen Wilderer zum Umdenken brachte, die jetzt zum Teil als Wildhüter und Guides im Wildschutzgebiet Albchur arbeiten. Mit ihnen kann man per Jeep oder mit Jaks Touren machen und in Jurten & Homestays übernachten. Die Einnahmen kommen direkt den Einwohnern zugute und tragen dazu bei, die Natur weiter zu erhalten und die Tierbestände zu sichern.

Reisetrend Wildtiere im Pamir

Es gibt in der Region auch Braunbären und Schneeleoparden. Letzter sind aber sehr schwer zu sichten – die spektakuläre Nahaufnahme im Prospekt wurde durch eine Fotofalle aufgenommen…

Mein Tipp: Mehr Informationen gibt es bei Wildlife Tajikistan.

Incredible Unknown India – Karnataka und Madhya Pradesh

Bei Indien denke ich immer sofort an Rajasthan (wo ich vor einigen Jahren unterwegs war) oder an Kerala. Aber das südöstliche Karnataka (der frühere Fürstenstaat Mysore) und Madhya Pradesh in der Mitte von Indien waren mir nicht besonders präsent. In beiden Bundesstaaten gibt es neben vielen kulturellen Highlights auch zahlreiche Nationalparks und weitere Naturschutzgebiete, in denen man auf Wildsafari gehen kann. Die größte Chance, wilde Tiger zu sichten, gibt es z. B. im Osten von Madhya Pradesh, wo etliche Reservate relativ dicht nebeneinander liegen.

Reisetrend Indien Madhya Pradesh

Chile – Ein absolutes Traumreiseziel, gar keine Frage

Ein paar ganz neue Einsichten sind bei mir aber noch dazu gekommen: Bisher hatte ich z. B. keine Ahnung, dass die Atacama-Wüste ein Lieblingsreiseziel für alle Hobby-Astrologen ist, weil es dort jede Menge Observatorien und einen atemberaubenden Sternenhimmel gibt. Nachts funkelt die Milchstraße in der kompletten Dunkelheit der Wüste, völlig unbeeinträchtigt  von künstlichen Lichtquellen.

Auch Chiles Nationalparks stecken voller (Natur-)Wunder. Wen es zu den Gletschern in Patagonien zieht, der fährt legt von Santiago de Chile rund 3.000 km bis zu dem bekannten Nationalpark Torres del Paine zurück. Doch auch die Nationalparks, die man mit dem Auto von Santiago innerhalb von ein bis zwei Tagen erreichen kann, haben sehr viel zu bieten. Nur 500 km südlich der Hauptstadt liegt z. B. der Parque Nacional Laguna del Laja mit einer spektakulären Berglandschaft und kleinen Wasserfällen.

Reisetrend Chile Patagonien

Mein Tipp: Wer sich speziell für die Region Patagonien und das „Ende der Welt“ interessiert – Australis bietet sehr spannende Expeditionsfahrten an. (Fotocredit: Australis)

Wandern mit Taucherbrille in Oberösterreich

Kein Fernziel, sondern eine ausgefallene Idee unserer österreichischen Nachbarn: Einmal aufsteigen und sich dann nach unten treiben lassen – das geht am Attersee im Salzkammergut. Erst wandert man ganz klassisch 5 km vom Weißenbachtal hinauf zu den Gimbach-Kaskaden – Maske, Schnorchel, Flossen und Neoprenanzug sind im Rucksack dabei. Oben heisst es dann umziehen und zurück zum Ausgangspunkt geht es schnorchelnd und schwimmend durch die Kaskaden des Baches. Ausgefallene Idee, die bestimmt ziemlich viel Spaß macht!

Wer es ausprobieren will, findet alle Informationen beim Attersee Salzkammergut.

Curaçao – Mehr als nur 27 Grad & Sonne

(Blue) Curaçao hat sich in meine Erinnerung eingebrannt und zwar als Sinnbild für die unnatürlich gefärbten Cocktails in den schrillen 1980er Jahren. Es war also höchste Zeit, sich das echte Curaçao mal näher anzuschauen – zumindest das Angebot. Zwar mache ich wirklich liebend gerne Abenteuerurlaub und kaum eine Strapaze ist zu groß, um nicht durchgezogen zu werden. Aber ich gebe offen zu: manchmal will ich auch einfach weißen Strand, träge schwappende blaue (!) Meereswellen und sanft wiegende Palmen. Wenn man dann noch durch das wilde Inselinnern wandern kann, ein wenig schnorcheln oder tauchen geht und rosa Flamingos aus gebührender Entfernung bewundert, dann klingt das für mich nach einer ziemlich perfekten Mischung aus (aktiver) Erholung und entspannten Faulenzen. Auf in die Karibik!

Reisetrend Curaçao

Auf der offizielle Seite von Curaçao gibt es jede Menge weiterführende Informationen.

Wie sehen Deine Reiseideen für dieses Jahr aus? Gibt’s schon feste Pläne? Mehr Reiseinspirationen gibt’s übrigens auch bei mir auf Pinterest.

ITB 2016 - Meine persönlichen Reisetrends und Inspirationen von der wichtigsten Reisemesse der Welt.

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5 Kommentare

  • Reply Andreas Moser 9. April 2016 at 0:52

    Uruguay ist auch innerhalb Südamerikas als Auswandererziel beliebt. Ich kenne Leute, die in letzter Zeit z.B. aus Brasilien dorthin ausgewandert sind, weil ihnen die politische und wirtschaftliche Entwicklung in Brasilien Sorge bereitet oder nicht mehr gefällt. Sie berichten mir jetzt ständig, dass Uruguay ein perfektes Paradies sei (wobei sich diese Meinung ja oft ändert, wenn man mal lange genug wo lebt).

    Schöne Grüße aus Cochabamba, Bolivien.

  • Reply Eva 16. März 2016 at 18:49

    Von Uruguay kann ich Dir bald mehr berichten. Ich fliege am Freitag hin 😉

  • Reply Nathalie 16. März 2016 at 9:33

    Liebe Beatrice,
    da hast du ja ein paar tolle Ideen gesammelt!! „Naturally Namibia“ habe ich mir direkt mal genauer angeschaut. Tadschikistan hatte ich noch nie auf dem Reiseradar, spannend! Ich hoffe gerade sehr, dass du eine dieser Reisen machst und brühwarm berichtest. 😉
    Chile kann ich nur ganz dick unterstreichen. In Atacama war ich vor ein paar Wochen auch und es war wirklich beeindruckend. Ich schreibe gerade an einem Artikel dazu, den ich bald posten werde. Schau doch mal rein dann!
    Bei Curacao scheinen die Meinungen wohl auseinanderzugehen. Ich habe schon mehrere Karibikinseln bereist und sowohl die klassischen Traumstrände, als auch die Möglichkeiten zu wandern haben mir auf anderen Inseln deutlich besser gefallen als auf Curacao. Immerhin hat Curacao den Vorteil das ganze Jahr bereisbar zu sein, da es nicht im Hurricanegürtel liegt.
    Ich habe eine Menge Reiseideen für dieses Jahr. Ganz besonders viel Lust habe ich wieder wandern zu gehen. Vielleicht mal die Zugspitze emporklettern…? Mal schauen. 🙂

    Liebe Grüße und bis ganz bald!
    Nathalie

    • Reply Beatrice 16. März 2016 at 9:42

      Liebe Nathalie,
      ja, Tadschikistan wäre wohl ein abenteuerlicher Trip, auf den ich richtig viel Lust hätte. Namibia werde ich in jedem Fall machen, wahrscheinlich im Spätsommer, mal sehen. Deine Bilder aus Chile habe ich zum Teil schon auf Facebook gesehen. Echt toll! Bin gespannt auf Deinen neuen Artikel! Gut auch zu hören, dass Dich Curacao nicht unbedingt so überzeugt hat. Welche Karibikinsel hat es Dir denn am meisten angetan?
      Vielleicht sollten wir mal zusammen auf Tour gehen, wir scheinen ziemlich ähnlich Interessen zu haben… 😉
      Liebe Grüße zurück,
      Beatrice

      • Reply Nathalie 16. März 2016 at 23:26

        In der Karibik hat mir Barbados besonders gut gefallen, da man dort neben den unzähligen ruhigen Traumstränden auch noch eine raue Küste hatte, viele kleine Dörfer entdecken konnte, man mit Schildkröten schwimmen konnte und man darüber hinaus mit den gut gelaunten und herzlichen Einheimischen gut in Kontakt kam. Gewandert bin ich zwar auch auf Curacao, die Vulkanbesteigung in St. Lucia war aber deutlich interessanter. Ich würde in der Karibik wahrscheinlich immer zwei Inseln miteinander kombinieren. Das war eine gute Lösung.
        Ja, das stimmt wohl! 🙂

        Liebe Grüße
        Nathalie

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