Woran erkennt man einen verantwortungsvollen Umgang mit Elefanten?

By 21. Februar 2016 Tierbegegnungen
Verantwortungsvoller Umgang mit Elefanten

Für viele Touristen gehört es immer noch zur Asienreise dazu: Sich auf Elefanten durch den dichten Dschungel tragen lassen, mit niedlichen Babyelefanten spielen oder den beeindruckenden Tieren beim Füttern und Fotografieren ganz nah sein. Zu gerne möchte man glauben, dass sich die Mahouts liebevoll um ihre Schützlinge kümmern. Elefanten werden zwar in Asien seit langem als Arbeitstiere gehalten, aber hinter der alten Tradition steckt eine grausame Praxis, die auch heute noch angewendet wird. Um Elefanten in der Gefangenschaft gefügig zu machen, sie zu “brechen”, wird ein grausames Unterwerfungsritual praktiziert, das nichts anderes ist als Folter. Es ist nur schwer zu ertragen, sich die Bilder und Videos anzusehen. Wer mehr darüber erfahren möchte – Diana von dtravelsround hat einen sehr eindrücklichen Beitrag dazu geschrieben: The Truth About Riding Elephants

Elefanten sind KEINE domestizierten Tiere!

Elefanten sind keine Haustiere, sondern Wildtiere. Da es in der Gefangenschaft nur selten Nachwuchs gibt, stammen viele gefangene Elefanten aus illegalen Wildfängen. Der asiatische Elefant gilt als stark bedrohte Tierart und steht unter Artenschutz. Solange Touristenattraktionen mit Elefanten boomen, wird dafür immer wieder Nachschub gebraucht – der zunehmend durch einen Schwarzmarkthandel mit gefangenen Elefantenkälbern gedeckt wird.

Hier ist auch eine sehr eindrücklicher Animationsfilm von World Animal Protection zu dem Thema:

Elefanten sind keine “von Natur aus” zahmen Tiere, auf denen man reiten kann und die man badet und füttert wie eine Haustier. Um den Giganten in der Gefangenschaft klar zu machen, wer der Herr ist, werden schon die Jungtiere brutal misshandelt und auch während der gesamten Lebenszeit wird ihnen durch Schläge immer wieder eingebleut, wer das Sagen hat.

Leider wird die Tierliebe (oder auch Ahnungslosigkeit) der Touristen ausgenutzt, um das Geschäft mit den Elefanten am Laufen zu halten. Häufig wird auch das Argument eingesetzt, dass die Einkünfte einem “guten Zweck” dienten und für den Schutz der Elefanten verwendet würden, was sich teilweise bei näherer Betrachtung nicht als belastbar erweist.

Natürlich gibt es auch sehr gute und engagierte Einrichtungen, die sich wirklich für Elefanten einsetzen. Aber wie lassen sich seriöse Anbieter ausmachen und worauf sollte man achten, um Missbrauch zu erkennen?

Woran lassen sich elefantenfreundliche Einrichtungen erkennen?

Am besten lassen sich Elefanten auf einer Safari in freier Natur beobachten. Doch auch seriöse Elephant Sanctuaries und Waisenhäuser sollten bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass das Wohlergehen der Tiere an oberster Stelle steht.

✔️ Die Elefanten werden nicht zum Reiten oder zu Showzwecken eingesetzt.

✔️ Es gibt keinen direkten Kontakt zwischen Elefanten und Touristen und auch nur möglichst wenig Kontakt zu den Pflegern. Das trifft vor allen Dingen auf Einrichtungen zu, die der Auswilderung dienen und in denen die Elefanten deshalb so wenig wie möglich an Menschen gewöhnt werden sollen.

✔️ Die Tierpfleger haben keine Haken und Stangen dabei, mit denn sie den Tieren ihre Machtposition signalisieren.

✔️ Die Elefanten haben keine Verletzungen (farbiges Puder deutet ebenfalls auf Wunden hin!), Narben oder ausgefranste Ohren. In Sanctuaries, die ehemaligen Arbeitselefanten eine neues Leben bieten, kann es natürlich sein, dass noch alte Narben zu sehen sind.

✔️ Die Besucher werden von kompetentem Personal begleitet und erhalten viele Informationen über Elefanten und ihre Lebensweise.

✔️ Alle Elefanten leben im Gruppenverband; sie werden nicht einzeln gehalten.

✔️ Die Elefanten können sich frei und ohne Ketten in möglichst natürlicher, weitläufiger Umgebung bewegen – inklusive Trinkwasser, artgerechter Nahrung, Bademöglichkeiten etc.

Wer Elefanten sehen möchte, sollte am besten im Vorfeld gründlich recherchieren – an den Bewertungen früherer Gäste lässt sich meist ganz gut einschätzen, wie es tatsächlich vor Ort zugeht. Auch die Informationen unabhängiger Organisationen können hilfreich sein. Pro Wildlife setzt sich insgesamt für den Schutz von Wildtieren ein und nimmt zu vielen tierrelevanten Themen Stellung. Hier ist deren ausführlicher Bericht zum Thema Elefantentourismus.

Blog-Tipp: Susanne von flügge – Reisen verändert hat in der Nähe von Chiang Mai den Elephant Nature Park besucht, wo man sich um mißhandelte Tiere kümmert. Mehr dazu lest ihr in ihrem Artikel Liebe für die Elefanten.

Am besten lassen sich Elefanten auf einer Safari in freier Natur beobachten. Doch auch seriöse Elephant Sanctuaries und Waisenhäuser sollten bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass das Wohlergehen der Tiere an oberster Stelle steht. Aber wie lassen sich seriöse Anbieter erkennen und worauf sollte man achten?

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2 Kommentare

  • Reply Liebe für die Elefanten – flügge 3. März 2016 at 21:15

    […] Einen tollen Beitrag zum Thema mit vielen Hintergrundinformationen und hilfreichen Links hat Beatrice von Reisezeilen geschrieben. Ihren Beitrag findest Du hier. […]

  • Reply Hannah 23. Februar 2016 at 12:17

    Ein super Klasse Beitrag!
    Ich kann ja immer noch nicht verstehen, warum Menschen die Tiere nicht einfach in ihrem natürlichen Umfeld BEOBACHTEN und genießen können. Warum müssen Delphine, Elefanten und Co. zu unserer Belustigung zum Anfassen, Reiten, etc. zu Verfügung stehen?
    Wenn das trotzdem sein muss, sind Deine Tipps aber wirklich super. Die Welt wäre o viel besser, wenn einige Menschen einfach mal Ihr Gehirn benutzen würden!
    Liebe Grüße
    Hannah von http://justlikehannah.de/

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