Jeder kann etwas tun! 8 Tipps, um auf Bali nachhaltiger zu reisen

Bali Reisen

Bali ist ein sehr empfindliches Öko-System, das durch den Touristenboom, fehlende staatliche Schutzmaßnahmen und ein noch nicht so stark entwickeltes ökologisches Bewusstsein stark gefährdet ist.

Wer auf der Insel unterwegs ist, merkt ziemlich schnell die Probleme, mit denen die Insel zu kämpfen hat:

Müll überall an den Straßenrändern und am Strand, ein kaum existierender Nahverkehr und damit einhergehend eine krasse Flut an Motorrollern und Autos, die wiederum die Luft verpesten. Dazu undefinierbar trübes Wasser in den Straßengräben, dass sich glucksend auf die Felder und in die Flüsse ergiesst, die wiederum im Meer landen.

Nachhaltiger Tourismus auf Bali: Wer als Gast und Reisender auf die Insel kommt, kann innerhalb seiner Möglichkeiten einiges tun, um möglichst schonend unterwegs zu sein.

Bali Reisen möglichst nicht in der Hauptsaison buchen

Mein erster Tipp betrifft die ideale Reisezeit. Bali ist eigentlich eine Insel, die man gut ganzjährig bereisen kann. Ich habe mich bewusst für die Regenzeit entschieden, weil ich den Massenansturm vermeiden wollte.

Traditionell ist die Trockenzeit im Juli, August und September bei vielen Reisenden beliebt, dann sind aber auch die Preise am höchsten. Außerdem kann man sich längst nicht mehr auf stabiles Wetter verlassen, denn auch in der Trockenzeit kann es mittlerweile passieren, dass es unerwartet heftige und lange Regenfälle gibt. Der Klimawandel macht sich diesbezüglich auch auf Bali bemerkbar. Umgekehrt erlebe ich jetzt gerade mitten in der Regenzeit (Februar) eine lange Phase der Hitze und Trockenheit.

Es macht also durchaus Sinn, antizyklisch zu reisen und die Hauptsaison zu meiden. Ideal sind z. B. Mai/Juni, wenn die Regenzeit vorbei ist und der große Ansturm noch nicht begonnen hat.

Hier bin ich noch mal speziell auf das Thema beste Reisezeit auf Bali eingegangen.

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Unterkünfte

Ich habe meine beiden kleinen Guest Houses über Airbnb gefunden. Die Unterkünfte werden von Locals betrieben und ich habe so das Gefühl, die einheimische Wirtschaft mehr zu unterstützen, als in einem Hotel. Das gleiche gilt für Homestays. Wer mit mehreren Leuten unterwegs ist, kann sich auf perfekt eine Villa teilen.

Bettwäsche und Handtücher werden nur gewechselt, wenn es wirklich nötig ist. Meist frage ich meine Vermieterin danach und sie kümmert sich dann darum.

Die Klimaanlage in meinen Zimmer bleibt aus. Das spart Strom für Bali und mir eine Erkältung. Ich habe sie nur zwischendurch in echten Hitzephasen angemacht, um den Raum zu kühlen und dann direkt wieder ausgemacht.

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Der Garten vor meinem Zimmer.

Meine zweite Unterkunft ist ein traditionelles, balinesisches Wohnhaus mit Innenhof und Garten. Einen Swimmingpool gibt es hier nicht. Klar ist es nett, mal zwischendurch ins Wasser zu springen. Aber wirklich schwimmen kann man in den meist kleinen Becken ohnehin nicht – der Wasser- & Wartungsbedarf ist trotzdem hoch. Hierzu sollte man auch wissen, dass auf Bali 65 Prozent des vorhandenen Wassers im Tourismus verbraucht werden.

Ich gehe alle paar Tage in ein öffentliches Bad ganz in meiner Nähe. Dort habe ich einen 50-Meter-Schwimmbecken (oft) ganz für mich alleine.

Verpflegung

Auch wenn es eine gigantische Auswahl an tollen, eher westlich ausgerichteten Restaurants und Cafés gibt, versuche ich möglichst täglich auch in den einfachen, lokalen Warungs (Restaurants) zu essen.

Meist stehen alle Gerichte fertig in ein Glasvitrine und man lässt sich nach Wunsch den Teller vollladen. Vorsicht mit den Soßen: „spicy“ meint auch meistens richtig scharf. Das Essen ist sehr lecker (und ich hatte auch nie Probleme, dass mein Magen rebelliert hätte).

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Entspannung

Auch wenn ich mir mal eine Massage oder ein Beauty Treatment gönne, bevorzuge ich die kleinen, balinesischen Spas und vermeide die großen, westlich orientierten Schönheitstempel, die zum Teil auch sehr teuer sind.

Die Balinesische Massage kann ich jedem ans Herz legen, der sich gerne ein wenig verwöhnen lassen will. Die Technik ist nicht so intensiv wie die Thai Massage. Der Ansatz ist aber auch ganzheitlich, d. h. der gesamte Körper wird behandelt und mit großzügigen, gleitenden Bewegungen verwöhnt. Es gibt aber auch intensive Griffe, die mit Druck in die tieferen Muskelschichten vordringen. Füße, Hände, Gelenke, Gesicht, Kopf und selbst der Bauch werden behandelt. Hinterher fühlt man sich wie neu.

Die Therapeutinnen (Männer sind mir hier noch nie begegnet) sind allesamt sehr versiert. Ich hatte auf  Bali keine einzige schlechte Massage. Abgesehen von allen möglichen Massageangeboten (Balinese, Hot Stone, Deep Tissue, Thai etc.) gibt es in den Salons auch die üblichen Beauty-Behandlungen wie Facials, Maniküre, Pediküre, Waking oder für uns exotischere Angebote wie z. B. Ear Candle.

Gehe (wenn möglich) zu Fuß oder nutze ein Fahrrad

Der Verkehr auf Bali ist sehr stressig. Ich war im ersten Moment von der Rollerflut total abgeschreckt. Es ist aber auch kein Problem, ein Fahrrad zu mieten oder zu Fuß zu gehen. In Canggu sind die Entfernungen nicht besonders weit und man kann die Wege sehr gut zu Fuß erledigen. Wenn man allerdings auf der Insel unterwegs sein möchte, kommt man nicht um einen fahrbaren Untersatz herum.

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Autos & Motoroller überall. Besonders auf den Hauptstrecken z. B. bei Denpasar ist der Verkehr absolut höllisch.

Fußgängerwege gibt es nur an den Hauptstraße, aber auch da sollte man sehr aufpassen, nicht in irgendwelche Löcher oder kaputte Stellen zu treten. Ansonsten schlängelt man sich am Straßenrand entlang und muss vorsichtig sein, nicht im Graben zu landen. Aber wenn man aufmerksam ist und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, geht es ziemlich gut.

Alles, was du vor deiner Bali-Tour wissen solltest: Hier findest du alle gesammelten Informationen in meinen BALI GUIDE.

Verzichte auf Trinkwasser aus Plastikflaschen

In fast allen Restaurant gibt es kostenloses Trinkwasser, dass man zusätzlich serviert bekommt oder es gibt einen Wasserbehälter, aus dem man sich bedienen kann.

Während meines Aufenthaltes auf Bali habe ich keine einzige Plastikflasche benutzt, sondern immer eine Wasserstation gefunden, wo ich meine Trinkflasche auffüllen konnte.

Die eigene Essensausstattung dabei haben

Ich war auf Bali mit der folgenden Grundausstattung unterwegs: Stofftasche, Reisebesteck, Taschenmesser und Flaschenöffner. Wer mag, kann auch noch eine eigene Foodbox und einen Trinkhalm (aus Bambus oder Edelstahl) mitnehmen.

  • Die Stofftasche ist für kleine Einkäufe.
  • In der Foodbox kann man sich Essen abfüllen lassen, statt auf Plastik oder Styropor zurückzugreifen.
  • Reisebesteck ersetzt Wegwerf-Plastikbesteck, um auch mal „zu Hause“ etwas essen zu können.
  • Mit dem Taschenmesser kann man Obst und anderes Food schneiden.
  • Einen Flaschenöffner braucht man für das abendliche Bintang-Bier auf der Terrasse.
  • Wer gerne einen Trinkhalm verwendet, kann so in Restaurants die Plastiktrinkhalme vermeiden.

Besonders in den vielen Organic Cafés und Restaurants hat schon ein Umdenken stattgefunden und es kommen Trinkhalme aus Glas, Bambus oder Papier zum Einsatz. Öfters habe ich auch Trinkhalme gesehen, auf denen steht: „I am not a plastic straw.“ Ich vermute, die bestehen aus irgendeiner Art von Bio-Plastik.

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Aber auch Bio-Plastik hat etliche Nachteile – wenn es irgendwie geht, würde ich deshalb auf einen Einmal-Trinkhalm verzichten, denn ansonsten landet mit jedem Getränk wieder ein kleines Stück Müll auf dem ohnehin schon großen Berg. Einfach bei der Bestellung daran denken „without straw“ zu ordern.

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Alte Bekannte am Strand

Bei Bali Reisen an Beach Clean-ups teilnehmen

Als ich das erste Mal in Canggu an den Strand kam, war ich geschockt über den Müll, der dort lag. Ich hatte schon im Vorfeld davon gehört und wusste auch, dass es in der Regenzeit besonders schlimm ist. Aber es ist noch mal etwas anderes, selbst davor zu stehen und es mit eigenen Augen zu sehen.

Für mich ist das immer ein deutlicher Reminder, mich auch zu Hause noch einmal intensiver mit dem Thema Plastikvermeidung und Mikroplastik auseinander zu setzen.

Es gibt immer wieder Reinigungsaktionen, an denen man teilnehmen kann oder man organisiert einfach sein eigenes kleines Beach-Clean-Up. Ich war z. B. zusammen mit Lisa und Joy von Ecoyou unterwegs.

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Bei Bali Reisen örtliche Vereine, NGO’s & Umweltorganisationen unterstützen

Es gibt immer Menschen, die es irgendwie anders machen wollen und sich für eine bessere Situation auf Bali einsetzen. Hört euch auf Bali um, denn mit Sicherheit findet ihr vor Ort eine Organisation, die ihr gerne unterstützen möchtet.

Hier ist eine kleine Auswahl an tollen Projekten:

green-books.org setzt bei Aufklärung und Bildung an und sorgt für passendes Lehrmaterial um Kinder und Jugendliche für die Natur und den Umweltschutz zu sensibilisieren.

Der Verein Zukunft für Kinder kümmert sich um strukturschwache Gebiete besonders im Norden von Bali und kümmern sich dort um Wasserversorgung, Wiederaufforstung und die Ausbildung der Bevölkerung, um ihnen eine bessere Lebensgrundlage zu verschaffen.

Die Friends of the National Parks kümmern sich um die Natur und die Wildtiere, unterstützen Wiederaufforstungsprojekte und integrieren auch die lokale Bevölkerung in ihre Schutzmaßnahmen.

Bei Bali Reisen lokale Produkte kaufen

Ich bin ohnehin überhaupt kein großer Fan von großen Einkäufen auf Reisen. (Besonders vorsichtig solltest du übrigens bei exotischen Souvenirs sein, wenn sie von möglicherweise gefährdeten Tieren oder Pflanzen stammen.)

Dafür gibt es aber ganz großartige lokale Produkte, die man nach Hause mitnehmen kann, wie z. B. tolle Naturkosmetik, Koksöl, handgemachte Seifen, leckere, hausgemachte Spezialitäten etc. Im Samadi Bali gibt es jeden Sonntag von 9 bis 14 Uhr einen Organic Market, wo man schöne Geschenke finden kann.

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Außerdem gibt es z. B. von POD CHOCOLATE lokal produzierte Schokolade. In jedem Fall einen Versuch wert.

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