Alles umsonst? Warum wir beim Klimawandel in Lösungen und nicht in Problemen denken sollten

Klimawandel

Dass es nicht einfach so weiter gehen kann mit unserer Lebensweise, mit unserem Planeten, mit der Umwelt, das denke ich schon lange. Erst waren es die ständig präsenten Gedanken, die sich in privaten Gesprächen niederschlugen, dann auch hin und wieder ein Artikel, den ich hier auf dem Blog veröffentlicht habe.

Seit mehr als einem Jahr ist das Thema Nachhaltigkeit ganz in den Mittelpunkt gerückt, denn ich denke, dass weltweite Phänomene wie der Klimawandel zu den großen und dringenden Herausforderungen unserer Zeit gehören.

Umweltfreundliches Verhalten ist mir wichtig und ich versuche, ständig besser dabei zu werden. Aber auch ich sitze manchmal an meinem Schreibtisch und denke:

„Bringt das was? Oder ist einfach alles umsonst, weil ich mit meinen kleinen Veränderungen in der Masse untergehe.“

Aber warum ist das so?

Die Welt ist voller schlechter Nachrichten

Egal, welchen Nachrichtenkanal man sich ansieht: Bad News überall. Zum Weltgeschehen, zur Klimalage, zur Wirtschaftsentwicklung… Gehe ich ins Kino, sehe ich Weltuntergangsszenarien – oder ist das nur mein Gefühl, dass die Anzahl an Katastrophenfilmen extrem zugenommen hat?

Klar gibt es schlimme Ereignisse, das will ich weder bestreiten, noch davor den Kopf in den Sand stecken.

Aber wo sind die guten Nachrichten?

Natürlich gibt es sie, aber oft gehen die positiven News in der Katastrophenflut komplett unter. Wenn ich mal wieder dringend eine Dosis positiver Vibes benötige, dann schaue ich bei Newsseiten wie dem enorm Magazin oder bei Good Impact vorbei.

Und trotzdem: die schlechten Nachrichten erschlagen mich, sie lähmen mich und manchmal, wenn ich einen besonders trüben Tag habe, dann denke ich auch, dass vielleicht doch alles keinen Sinn hat.

Wer kennt dieses Gefühl auch?

Wir brauchen konstruktive Ideen und keine Katastrophen

Am Beispiel des Klimawandels lässt sich ziemlich gut erkennen, dass eine Berichterstattung mit düsteren Szenarien und moralisch erhobenen Zeigefinger nicht sein Ziel erreicht.

Der Klimawandel ist Realität. Ich habe ihn in Tansania gesehen und auf Bali, wo ich nächste Woche hinreisen will, verursachen ungeahnte Regenmassen gerade schlimme Überflutungen. In der Arktis schmilzt das Eis mit rasender Geschwindigkeit. Es würde den Rahmen hier sprengen, die unzähligen Beispiele aufzuzählen.

Trotzdem sitzt im weissen Haus ein Präsident, der Witze über den Klimawandel macht.

Jetzt könnte man sagen, dass Personen mit besonders spärlicher Möblierung manche Zusammenhänge einfach nicht begreifen.

Aber auch wenn die Mehrheit versteht, was da passiert, sind die Reaktionen darauf doch insgesamt recht zurückhaltend, sowohl im Alltag der meisten Menschen, als auch im politischen Kontext.

Warum ist das so?

Warum uns ein permanenten Krisenszenario eher lähmt

  • Der Klimawandel ist auf gewisse Art sehr abstrakt. Die Veränderungen sind schleichend und werden deshalb nicht so leicht spürbar.
  • Hier in Mitteleuropa sind die Auswirkungen nicht so krass, wie beispielsweise in afrikanischen Ländern. Die Probleme treten nicht vor der eigenen Haustür auf und können deshalb leicht verdrängt werden.
  • Menschen neigen oft dazu, schlimme und schmerzhafte Nachrichten lieber auszublenden, weil sie schlecht damit umgehen können. Im Prinzip ist das eine normale Selbstschutzreaktion, die uns aber oft darin hindert, ins Handeln zu kommen.
  • Das notwenige Handeln wird oftmals gleichgesetzt mit Verzicht und Einschränkung. Anstatt den positiven Aspekt zu sehen: „Wir können etwas tun!“ überwiegt die Einschätzung: „Ich habe keine Lust, mich von meinen Gewohnheiten zu verabschieden.“
  • Die Folgen des Klimawandels liegen zum Teil in der Ferne, irgendwann in der Zukunft. Ein Fakt, der das Phänomen wieder sehr abstrakt macht und uns Menschen nicht zum unmittelbaren Handeln zwingt.
  • Es gibt keinen Schuldigen, den man zur Verantwortung ziehen könnte. Wir alle sind mit unserer Lebensweise verantwortlich für die Veränderungen, die auf unserem Planeten passieren. In den Industrienationen ist der Anteil besonders hoch, aber generell ist der Klimawandel ein globales Problem, das weltweit bekämpft werden muss.
  • Viele Nationen, gegensätzliche Interessen, Verhandlungen, die auf der Stelle treten: Wie sollen wir das alles vereinbaren? Keine Ahnung, die Antwort auf diese Frage hätte ich selber gerne.

Kommen dir einige dieser Überlegungen bekannt vor?

Her mit den GOOD VIBES!

Was wir brauchen sind authentische Geschichten, funktionierenden Lösungen & coole Inspirationen! Denn noch lauter und eindringlicher vor den Folgen des Klimawandels zu warnen, hilft uns glaube ich nicht weiter.

  • True Stories: Geschichten waren schon immer ein gutes Mittel, um spürbar zu machen, wie es Menschen in anderen Gegenden der Welt geht, die womöglich schon täglich die Auswirkungen des Klimawandels spüren.
  • Erfolgsmeldungen: Es gibt so viele engagierte Menschen, Unternehmen, Visionäre, Wissenschaftler, die es anders machen und es funktioniert. Her mit den Good Vibes aus aller Welt!
  • Jede Stimme zählt: Es gibt viele, die sich an Veränderungen versuchen – manchmal klappt’s, manchmal nicht und das ist total normal. Passiert mir täglich. Gerade deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen. Dann merkt man, dass man da nicht allein mit seinem Jutebeutel sitzt. Und dass es auch nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern einfach darum, etwas zu machen.
  • Nachhaltigkeit kann Spaß machen und sogar richtig gut aussehen. Wer auf die Umwelt achtet, muss nicht komplett den schönen Dingen entsagen. Dabei geht es auch gar nicht darum, jetzt einfach eine neue Konsumwelle loszutreten, sondern einen Geisteswandel anzuregen, achtsam auszuwählen und bewusst mit dem umzugehen, was wir uns kaufen.
  • Yes, we can! Okay, der Slogan ist geklaut, aber trotzdem treffend. Wir sind keine Opfer, sondern können mit jeder persönlichen Entscheidung dazu beitragen, dass sich etwas ändert: mit unseren Wahlstimmen, mit politischen oder gesellschaftlichen Engagement, mit unserem Lebenswandel.

Wir brauchen gute Nachrichten…

… und ich hoffe, ich kann ich Zukunft ein paar davon erzählen.

Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Reisende, Blogger, Autoren und Schreibende das Thema Klimawandel aufgreifen und auf ihre ganz persönliche Weise darüber berichten. Und ich fände es großartig mir, wenn sich noch viel mehr Leser zu Wort melden, kommentieren und klar machen, was ihnen wichtig ist.

Ich danke dir für’s Lesen, Beatrice

4 Kommentare

  1. Liebe Beatrice,
    ich bin absolut deiner Meinung, danke für diesen wichtigen Artikel! Das Gefühl von Ohnmacht und alleine nichts bewirken zu können, kenne ich nur zu gut. So wie du schreibst, hilft es auch mir dann immer am Besten, wenn ich mir positive Initiativen vor Augen halte oder auch mich mit anderen Gleichgesinnten zusammentue.

    Nachhaltig leben macht absolut Spaß, wenn man nicht zu streng mit sich ist und sich nicht zu schnell zu viel vornimmt. Wir arbeiten daran das Thema mehr auf unseren Kanälen aufzugreifen. Der Austausch mit dir ist wertvoll und du inspirierst uns!

    Liebe Grüße und weiter so 🙂

    Karin

    • Liebe Karin,

      danke für das tolle Feedback. Besonders, da ich ja auch meine Tage habe, wo ich mich frage: „Wozu das alles.“ Da hilft es ungemein, zu hören, dass es auch jede Menge Gleichgesinnte gibt. Dann lass‘ uns zusehen, dass wir nachhaltige Themen noch mehr ins Bewusstsein rücken können.

      Viele liebe Grüße zurück,
      Beatrice

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