Green Guide Brüssel – Sehenswürdigkeiten & Tipps für die belgische Hauptstadt

brüssel sehenswürdigkeiten

Was mir sofort an Brüssel gefallen hat: Die Stadt wirkt sehr liberal und weltstädtisch und hat mich oft an Paris erinnert. An vielen Stellen sind arabische und afrikanische Einflüsse sichtbar. Am Nebentisch im Straßencafé plaudern Abgeordnete aus den EU-Ländern, in der Innenstadt drängen sich internationale Gäste. Eine inspirierende Mischung, bei der man sofort Lust bekommt, sich ins Getümmel zu stürzen.

Meine Eindrücke resultieren aus zwei Besuchen: einmal war ich 2015 für drei Tage in Brüssel. Dann habe ich im Juni 2018 noch mal einen Tagestrip gemacht, um speziell „grüne Tipps“ zu recherchieren.

Du findest in diesem Artikel unter anderem folgende Brüssel Sehenswürdigkeiten:

  • einen „Green Guide“ für Restaurants & Shops
  • sehenswerte Hotspots in der Innenstadt,
  • Streetart & ein hübsches Viertel zum Spazierengehen
  • einen kleinen Eindruck von den Brüsseler Museen
  • Tipps zur Anreise & zum Übernachten
  • Hier geht’s zu meinem Beitrag über die spektakulären Jugendstil-Gewächshäuser in Laeken.

Green Guide Brüssel Gastronomie – Restaurants & Cafés

Insgesamt fand ich das Angebot an nachhaltigen Optionen oder Geschäften, die es ein bisschen anders machen, eher gering. Ich hatte mir von der belgischen Hauptstadt mehr erwartet. Antwerpen hat da deutlich mehr zu bieten. Meine Entdeckungen habe ich in den unten aufgeführten Tipps zusammengefasst. Ich war überwiegend in der Innenstadt unterwegs und vermute, dass sich in den anderen Stadtteilen noch ein paar schöne Optionen finden lassen.

Es lohnt sich in jedem Fall, genau hinzuschauen. Ich habe zum Beispiel Shops wie HUBBELS AT HOME entdeckt, die mit dem Slogan „Natural Bodycare“ werben und viele handgemachte Seifen vom Stück verkaufen. Leider sind die Seifenblöcke in Unmengen Plastik verpackt, was für mich nicht viel mit „natural“ zu tun hat. Genauso erging es mir bei EXKi Agora, einer Restaurantkette in der Nähe des Grand Place. Sie bezeichen sich als „nature’s kitchen“, aber die Kühltheke mit Salaten und anderen Produkten kann man nur als Plastikhölle bezeichnen.

Authentisches Brüssel-Feeling – LE PERROQUET

Zum Abendessen hat es uns ins Le Perroquet (Rue Watteeu 31) verschlagen. Das Restaurant hat eine tolles Art-Nouveau-Ambiente und die eng zusammenstehenden Tische waren bis zum letzten Platz belegt mit einem angeregt plaudernden, bunt gemischten Publikum. Wir hatten also ziemlich Glück, noch spontan einen Tisch zu ergattern, um ein paar belgische Biere zu schlürfen.

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Der Verkaufsschlager sind die gut gefüllten Pita-Brote, die schon für sieben oder acht Euro zu haben sind. Uns lockte aber ein Salat aus der recht umfangreichen Karte, der ein bisschen teurer war, aber gut geschmeckt hat. (Wenn man davon absieht, dass wir gerne ein bisschen mehr von dem leckeren Dressing gehabt hätten). Insgesamt ein cooler Abend mit genau der richtigen Dosis „Brüssel-Feeling“.

GRUUN – Plant Shop & Coffee Bar in einem

Der kleine Laden ist eine Oase mitten in Brüssel. Hier kann man gleichermaßen Pflanzen kaufen oder sich an einen der schlichten Tische setzen. Sehr entspannte Atmosphäre, um in Ruhe etwas zu trinken, zu lesen, zu plaudern oder zu arbeiten (Place de la Vieille Halle aux Blés 36).

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MUNTPUNT – Bibliothek & zwangloses Café

Muntpunt ist eine schöne, moderne Bibliothek mitten im Zentrum von Brüssel (Place de la Monnaie 6). Man kann dort Lesen, Lernen, Arbeiten und das WLAN nutzen. Für Besucher ist wahrscheinlich hauptsächlich das entspannte Café interessant, das eine nette Auswahl an vegetarischen/veganen Gerichten bietet. Es gibt sehr lauschige Ecken, in die man sich besonders bei schlechtem Wetter zurückziehen kann. Bei Sonnenschein kann man auch draußen sitzen.

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THE SISTER – Organic Food & Beer Tasting

The Sister ist ein kleiner Laden in einer schmalen Seitenstraße (Rue Chair et Pain 3). Ich wäre beinahe vorbei gelaufen. Die Kombination „organic food“ (speziell Frühstück, Sandwiches, kleine Gerichte) und Bierverkostung von kleinen belgischen Mikro-Brauereien ist allerdings ungewöhnlich. Aber warum nicht… einen Versuch ist es wert. Drinnen fand ich es etwas dunkel, man kann aber auch vor der Tür sitzen und beim Essen die Leute beobachten.

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LE PAIN QUOTIDIEN – Immer eine sichere Wahl

Eine der Ketten, die ich wirklich mag und auf die ich schon mal im Zusammenhang mit Lüttich hingewiesen habe. Ich mag das Angebot der Speisen, das immer auch gut gekennzeichnete vegetarische und vegan Optionen bietet. Die Läden sind schön und individuell eingerichtet. Man kann an einer großen Tafel zusammen sitzen, sich aber auch an einen kleineren Tisch zurückziehen. Die Produkte sind überwiegend bio, lokal und sehr sorgfältig gemacht. In Brüssel gibt es mehrere Standorte, z. B. auch mitten in den noblen Galeries Royales St-Hubert.

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Green Guide Brüssel Shopping – handgemachte Schokolade, klassische Haushaltswaren & more

ELISABETH Chocolatier

In der Unmenge an Schokoladengeschäften in Brüssel ist mir ELISABETH (Boterstraat 43 Rue au Beurre) angenehm aufgefallen. Es gibt insgesamt vier Geschäfte, in denen traditionelles Handwerk noch gelebt wird. Die Besitzerin reist selbst in Belgien herum, um belgische Rezepte zu probieren und lokale Traditionen wieder zum Leben zu erwecken. Dabei wird hauptsächlich mit lokalen Bäckern und Konditoren zusammengearbeitet und sehr auf die Qualität der Zutaten geachtet. Es gibt z. B. eine große Auswahl an Bruchschokolade, die man sich mit Sicherheit auch verpackungsfrei in ein mitgebrachtes Gefäß füllen lassen kann. Leider konnte ich es nicht selbst testen, weil ich keinen Behälter dabei hatte.

Altes Traditionsgeschäft – MAISON DANDOY

Das Unternehmen besteht schon seit 1829. Ich gehe also mal sehr sicher davon aus, dass sie etwas vom Backen verstehen, das immer noch ganz traditionell in einer Backstube von Hand erfolgt. Es gibt mehrere teilweise sehr imposante Geschäfte in Brüssel, in denen süße Köstlichkeiten wie Florentiner, zartes Sandgebäck und traditionelle Spekulatius verkauft werden. Mir ist das Angebot deshalb aufgefallen, weil man die goldgelben, duftenden Kekse ganz nach individueller Vorliebe in Papiertüten abgepackt (oder auf Nachfrage sicher auch verpackungsfrei in eine mitgebrachte Box gelegt) erhält.

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Auch Waffeln kann man bei Maison Dandoy vortrefflich kosten. Ich empfehle die Lüttich Waffeln, die man u. a. am Grand Place (Rue au Beurre 31) kaufen kann. Der Preis ist mit EUR 4,50 recht hoch, aber die Investition ist es wert. Schon allein dem Duft kann man nicht widerstehen.

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DILLE & KAMILLE – Less is more

Auf Dille & Kamille bin ich zum ersten Mal in Brüssel (Rue du Marché aux Herbes 36/5) aufmerksam geworden. Es gibt von der Kette etliche Geschäfte in Belgien und den Niederlanden. Die Läden sind sehr schlicht und konzentrieren sich auf handwerkliche Produkte und natürliche Materialien für Haus, Garten und Küche. Es gibt Küchenutensilien, Pflanzen, Gewürze und Tees, Tischwäsche und vieles, vieles mehr. Wer auf minimalistische, lange haltbare Produkte steht, wird hier sicher fündig.

ReSTORE Design – Kunst & modernes Design made in Liége

Sehr cooler, minimalistischer, lohnenswerter Designladen mitten im touristischen Zentrum von Brüssel (Rue des Brasseurs 11). Die Produkte, die im Laden verkauft und ausgestellt werden, stammen aus Lüttich. Sehr einzigartige und trotzdem bezahlbare Objekte. Leider war ich an einem Dienstag in Brüssel und konnte ich mir nur die Nase an den Schaufenstern plattdrücken, denn die Öffnungszeiten sind mittwochs von 12 – 19 Uhr, donnerstags – samstags von 11 – 19 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

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Brüssel Sehenswürdigkeiten – Meine Tipps zum Bummeln & Entdecken

Der beliebte Grand Place/Grote Markt

Zugegeben, der Grand Place im Stadtzentrum ist wunderschön mit seinen pompösen Gebäuden, aber auch überlaufen mit Touristen und Flaneuren, die sich bis in die Seitenstraßen ergießen.

 

Der Andrang schmälert den Charme in meine Augen ein wenig.

An jeder Ecke lockt ein Schokoladengeschäft mit seinen Auslagen und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, eine Waffel zu essen, wobei ich eine schlichte Lüttich Waffel einer Brüsseler Waffel vorziehe, die mit üppigen Beilagen wie Sahne, Soßen oder Obst serviert wird.

Der elegante Place du Grand Sablon

Besser gefallen hat mir der elegante Place du Grand Sablon, wo es wesentlich ruhiger zugeht. Noble Chocolatiers, Boutiquen, Galerien und Cafés verlocken zum Bummeln und Schauen.

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Wir waren ein ganzes Weilchen in die Schaufenster eines Antiquitätenhändlers vertieft, der spektakuläre Jugendstilobjekte feilbot, die schon beinahe museumswürdig waren.

Für Schatzsucher: Wer sein Herz für alte Raritäten erwärmen kann, sollte den Antiquitätenmarkt besuchen, der immer samstags (9 bis 17 Uhr) und sonntags (9 bis 15 Uhr) auf dem Platz stattfindet.

Nicht verpassen! Ein Spaziergang durch Saint-Gilles

Saint-Gilles liegt unweit des Stadtzentrums und ist bestens geeignet, sich ziellos durch die Straßen treiben zu lassen. Hier wohnen viele Künstler und Einwanderer aus Spanien, Portugal, Polen und Nordafrika, die dem Viertel sein kunterbuntes, multikulturelles Flair verleihen.

Für Jugendstil-Fans: Wohnhaus und Atelier des berühmten belgischen Jugendstil-Architekten Victor Horta sind heute ein Museum (und zählen zum UNESCO Weltkulturerbe).

Adresse: Rue Américaine 25. Der Eintritt kostet 10 EUR. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17:30 Uhr.

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Zum Entspannen: In der Parvis de Saint-Gilles reiht sich ein Straßencafé an das nächste. Einfach hinsetzen, die Nase in die Sonne halten, Passanten beobachten und den Straßenmusikanten zuhören. Täglich außer montags findet hier vormittags ein lebhafter Markt statt.

Streetart in Brüssel

Brüssel ist zu Recht dafür berühmt, dass die Hauswände an vielen Stellen mit Comics und Streetart verziert sind. Es macht viel Spaß, durch die Straßen zu schlendern und immer wieder Neues zu entdecken. Wer nichts dem Zufall überlassen möchte, kann sich bei der Touristeninformation auch Minimaps mit Routen zu verschiedenen Themengebieten mitnehmen.

Lesetipp: Wenn Du noch mehr über Streitart in Brüssel wissen möchtest, empfehle ich den den Blog 6 Grad Ost. Jutta hat sich ausführlich mit Comic-Kunst beschäftigt: Life is a Comic (s)trip

Museen in Brüssel

Um auch ein bisschen Museumsluft zu schnuppern, wollten wir uns eigentlich das Königliche Museum für Zentral-Afrika ansehen, das von König Leopold II. für die Weltausstellung im Jahr 1897 gebaut worden war, um alle Schätze zu präsentieren, die der Monarch zusammengerafft hatte. Wir mussten dann aber feststellen, dass das Museum geschlossen ist und erst im Herbst 2018 mit neuer Konzeption geöffnet werden soll.

Kleiner Geschichtsexkurs: Dazu muss man wissen, dass der Kongo von 1888 bis 1908 die Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. war. Das Land wurde zu dieser Zeit systematisch geplündert und schätzungsweise 10 Millionen Kongolesen ermordet. Die erzielten Profite flossen in die Prestige-Projekte des Königs, wie z. B. in die Königlichen Gewächshäuser in Laeken, wo ich vergeblich nach Hinweisen auf die blutigen Hintergründe gesucht habe. Ich bin gespannt, wie sich das Museum mit dem neuen Konzept präsentiert und wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit aussieht.

Wir haben uns stattdessen im Königlichen Museum für Kunst und Geschichte (Cinquantenaire 10), dem größten Museum Belgiens, durch die verschiedenen Abteilungen „gearbeitet“.

Die Sammlungen decken ein riesiges Spektrum ab: von der Antike, über außereuropäische Zivilisationen bis hin zu Kostbarkeiten aus dem Europa des Mittelalters. Überall sahen wir spektakuläre und wertvolle Ausstellungsstücke, aber es fehlte an Erklärungen und Zusammenhängen. Die kurzen Schautafeln in französischer und niederländischer Sprache waren wenig hilfreich und selbst, wenn wir sie hätten lesen können – viel Information boten sie nicht. Wir haben nach zwei Stunden kapituliert.

Ganz aktuell (Stand Juni 2018) ist das Museum geschlossen und wird komplett überholt: neuer Name, neue Gliederung, neues Konzept und eine grundlegende Renovierung. Ich kann mir vorstellen, dass es sich lohnt, das Museum nach der Neueröffnung zu besichtigen. Aktuelle Informationen zur Wiedereröffnung gibt es auf der Museumswebsite.

Der Jubelpark mit dem Triumphbogen

Entspannung lockte direkt neben dem Cinquantenaire-Museum. Der Jubelpark mit dem Triumphbogen ist auch eines der Vorzeige-Projekte Leopolds II. anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit 1880.

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Der Park wird von vielen Brüsselern zur Faulenzen auf dem Rasen genutzt – oder sie absolvieren ihr Sportprogramm. Wir haben ganze Heerscharen an Joggern an uns vorbeiziehen lassen und in der Sonne die obligatorische Brüsseler Waffel gegessen.

Praktische Tipps – Übernachten & Anreise

Vintage Hotel – Hoteltipp für Brüssel

Ich habe mit dem Liebsten im Vintage Hotel (Dejoncker 45 in Saint-Gilles) genächtigt. Nur ein paar Schritte entfernt gibt’s ein Parkhaus (pro Tag 16 EUR), in welchem man am besten sofort bei Anreise sein Auto unterbringt und es erst zur Abreise wieder hervorholt, denn Autofahren in Brüssel ist anstrengend.

Wir haben uns nur zu Fuß in der Stadt bewegt oder sind bei den längeren Strecken Metro gefahren.

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Der Standort hat viele Vorteile: Das charmante Viertel Saint-Gilles ist in direkter Nähe, es gibt zahllose Geschäfte in der Einkaufsstraße Avenue Louise, etliche Restaurants und die Metro-Stadion Louise liegt um die Ecke. Ins Stadtzentrum kann man zu Fuß in ca. 20 Minuten laufen.

Das Hotel an sich ist sehr verwinkelt und – wie der Name schon nahelegt – im Retro-Stil eingerichtet. Auf den ersten Blick wirkt das Konzept ganz gelungen, aber unser Zimmer entpuppte sich als sehr klein, mit weicher Matratze und schon ein bisschen abgewohnt.

Das Frühstück hat die üblichen Standards abgedeckt, war aber keinesfalls üppig.

Mein Fazit: Die Bezeichnung Designhotel erscheint mir ein wenig hoch gegriffen, denn in Freudentaumel hat mich das Vintage Hotel nicht unbedingt versetzt. Es ist okay, die Lage ist gut, aber für 249 EUR (zwei Nächte im Doppelzimmer mit Frühstück) hätte ich mehr erwartet.

Anreise nach Brüssel

Bei meinem zweiten Trip nach Brüssel bin ich mit dem ICE gereist. Es gibt eine internationale Zugverbindung, die von Frankfurt bis nach Brüssel führt und an großen Bahnhöfen wie Siegburg/Bonn, Köln und Aachen hält. Der Zug endet in Brüssel-Midi, ich bin jedoch in Brüssel Nord umgestiegen und war in 10 Minuten am Zentralbahnhof, der sich mitten in der Innenstadt befindet. Von dort aus kann man bequem das Zentrum zu Fuß erkunden.


Meine beiden Aufenthalte in Brüssel waren selbst geplante und komplett selbst bezahlte Recherchenreisen ohne Unterstützung.

 

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5 Kommentare

    • Ich wollte erst in das „Woolness“-Hotel, das hatte aber im Oktober wegen Renovierung geschlossen. Hoffentlich strahlt es jetzt im neuen Glanz und Du kannst es Dir gut gehen lassen. 😉

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