Das Ozeanbuch – Über die Bedrohung der Meere

Buchtipp

Das Ozeanbuch - Über die Bedrohung der Meere

Das Meer schon immer ein Sehnsuchtsort gewesen. Der Inbegriff der Freiheit. An den Strand zog und zieht es Heerscharen an Urlaubern, auf der Suche nach Entspannung und Zerstreuung vom Alltag. Aber es ist nicht nur die Schönheit und Kraft, die fasziniert. Die Ozeane sind unverzichtbar für den Menschen. Das gesamte Ökosystem ist von zentraler Bedeutung für die Erde und damit für uns.

Vor diesem Hintergrund sollte man denken, dass die Meere unsere sorgsam behüteten Schätze sein. Die Realität ist dagegen: Überfischung, Verschmutzung, Zerstörung. Die Lage ist sehr ernst und das alles ist keine schicksalhafte Fügung, sondern das Ergebnis unseren Handelns. Und das Schlimme: Die meisten Menschen wissen nichts davon.

Das will das Ozeanbuch ändern, denn wer sein Denken und Handeln korrigieren will, muss erst mal verstehen, wie die Zusammenhänge aussehen. Das betrifft die Politik und Wirtschaft, aber auch jeden Einzelnen. Was passiert da eigentlich, wie könnten Lösungen aussehen und was kann ich persönlich ändern?

Das Ozeanbuch – Ein Bilderbuch für Erwachsene

Mich hat das Ozeanbuch direkt an ein Bilderbuch erinnert. Ein leuchtend blauer Einband mit lauter putzigen Meeresbewohner. Da springt ein Delfin, dort fliegt eine Möwe. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man auch eine Plastiktüte, einen toten Seevogel mit Plastik im Bauch und vergiftete Fische. Man schlägt das Buch auf und kann nicht mehr aufhören mit dem Blättern. Von einer Grafik zur nächsten.

„Was?“ denkt man. Oder „Das wusste ich gar nicht!“ Oft genug auch: „Das kann doch nicht sein! So schlimm ist es?

Das ist für mich auch die herausragende Leistung des Buches: ein negatives Thema wird so anschaulich und übersichtlich dargestellt, wie es nur möglich ist. Denn machen wir uns nichts vor: die meisten Menschen wollen sich nicht durch einen Wälzer mit schlechte Nachrichten arbeiten. Schon gar nicht durch eine wissenschaftliche Abhandlung, die so schwer ist wie ein Wackerstein. Das ist bei dem Ozeanbuch auch nicht nötig: jede der 45 Infografiken bringt es kurz und prägnant auf den Punkt. Genug, um einen Überblick zu bekommen, Zusammenhänge zu verstehen und Denkprozesse in Gang zu setzen.

Was sind die größten Bedrohungen für die Meere?

Das Buch ist aufgeteilt in die Kapitel „Klimawandel“, „Verlust der biologischen Vielfalt“, „Überraschung“, „Industriegebiet Ozean“ und „Verschmutzung“ – eben jene Gefahren, unter denen die Meere heute am stärksten leiden.

Die Oberthemen werden im Detail erklärt, zum Beispiel, wie es zur Verschmutzung der Meere kommt, welche Rolle dabei die Industrienationen spielen und welche die Entwicklungsländer. Oder warum gerade die industrielle Fischerei ein großes Problem darstellt. Es werden auch denkbare Zukunftszenarien erklärt, wie z. B. eine nachhaltige Fischzucht aussehen kann, um die Meeresbewohner zu schonen („mehr als die Hälfte aller Fischbestände sind bereits überfischt oder zusammengebrochen“).

Auch weniger bekannte Themen wie illegale Fischerei, Wellenkraft- und Gezeitenstromanlagen zur alternativen Energiegewinnung oder Rohstoffvorkommen in der Tiefsee werden angesprochen und erklärt.

So gut, dass man es eigentlich an Schulen einsetzen müsste!

Das Ozeanbuch bietet einen umfassenden Überblick zur momentanen Situation, erklärt die drängendsten Probleme und liefert mögliche Lösungsansätze für das Ökosystems Meer. Die Themen sind für mich so gut ausgearbeitet, dass es auch ideal wäre als Lehrbuch. Wo könnte man besser ansetzen mit der Aufklärung, als bei den Kindern?

Alle Informationen auf einen Blick: „Das Ozeanbuch – über die Bedrohung der Meere“ von Esther Gonstalla, ISBN-13: 978-3-96006-012-3, erschienen im oekom verlag. Der Preis liegt bei EUR 24,00. Das Ozeanbuch wurde über die Crowdpublishing-Plattform des Verlags finanziert.


Das Rezensionsexemplar wurde mir kostenfrei vom oekom Verlag zur Verfügung gestellt. Den Inhalt dieses Artikels hat das nicht beeinflusst. Dieser Beitrag ist keine Werbung und ich wurde für die Veröffentlichung nicht bezahlt.

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  • Vor kurzem habe ich über das Buch FAIRreisen geschrieben, dass sich mit dem Thema nachhaltiges Reisen auseinander setzt.

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