Tiflis ist die Hauptstadt von Georgien – und ein Ort voller Kontraste: Altstadtflair trifft auf futuristische Architektur, Schwefelbäder auf Street Art. Wer Tbilisi besucht, erlebt keine glattpolierte Metropole, sondern eine Stadt, die lebt, überrascht und bewegt. Hier findest du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, praktische Tipps und einen lohnenswerten Ausflug in die Umgebung.
Tbilisi – The city that loves you. Die Botschaft leuchtet Besuchern direkt am Flughafen entgegen – und ich kann sie nur erwidern. Tiflis, die Hauptstadt von Georgien, hat mich wirklich überrascht: vielseitig, voller Kontraste, warmherzig. Keine glattgebügelte Schönheit, sondern eine Stadt, die lebt, kämpft und gleichzeitig charmant bleibt.
Vor meiner Reise hatte ich eher morbiden Ostblock-Charme erwartet. Stattdessen: renovierte Prachtbauten, futuristische Architektur, hippe Cafés und eine Altstadt voller Atmosphäre. Zugegeben – nicht alles ist perfekt. Aber genau das macht Tiflis für mich so faszinierend.
Inhalt auf einen Blick
Tiflis Sehenswürdigkeiten – Meine Tipps für die Hauptstadt von Georgien
Metechi-Kirche & Panoramablick
Was es in Georgien zu sehen gibt, sind hauptsächlich Kirchen und Klöster. Darauf kann man sich hier schon mal einstimmen. Die Metechi-Kirche thront auf einem Felsen über dem Fluss Kura und bietet einen herrlichen Ausblick auf die Stadt. Von hier blickt man direkt zur Nariqala-Festung und zur riesigen Statue „Mutter Georgiens“, die eine Schale (für Freunde) und ein Schwert (für Feinde) in den Händen hält – Symbol für die Geschichte dieses Landes.
Mit der Seilbahn zur Nariqala-Festung
Wer es bequem mag: Eine Seilbahn bringt dich direkt vom Park am Ufer zur Nariqala-Festung. Der Blick von oben auf die Stadt ist spektakulär. Besonders auffällig: die Friedensbrücke – ein gläsernes, geschwungenes Bauwerk – sowie die zwei futuristischen Röhren der neuen Konzerthalle. Nicht alle Georgier mögen den Mix aus Alt und Neu – ich fand ihn spannend.
Die Schwefelbäder von Abanotubani
Ich mag schwefelhaltiges Wasser. Den typischen Geruch finde ich angenehm und ich hätte sehr gerne eines der Schwefelbäder ausprobiert – leider hatte ich keine Zeit dazu. Die heißen Quellen (Tbilissi bedeutet soviel wie ‚warme Quelle‘) waren auch der Namensgeber für die Hauptstadt.
Im Bäderviertel Abanotubani gibt es noch einige Bäder im alten persischen Stil, die sofort an den typischen Kuppeln zu erkennen sind. Die eigentlichen Bäder liegen unter der Erde, weil dort der Wasserdruck höher ist.
Ikonen, Kirchenkunst & die Sioni-Kathedrale
Georgien ist ein tief religiöses Land – und das spürt man besonders in den zahlreichen Kirchen. In der Sioni-Kathedrale in der Altstadt findest du kunstvolle Ikonen, Wandmalereien und eine stille, eindrucksvolle Atmosphäre. Selbst wenn du sonst kein Kirchgänger bist: Schau rein – es lohnt sich.
Tiflis entdecken: Zwischen Altstadt und modernen Kontrasten
Ich liebe es, einfach durch die Straßen zu schlendern – besonders in der Altstadt. Zwischen renovierten Fassaden und baufälligen Häusern findet man immer wieder kleine Details: Figuren, Graffitis, kunstvolle Balkone. Der Kontrast zwischen äußerem Glanz und innerem Verfall ist allgegenwärtig – aber gerade das macht die Hauptstadt von Georgien so lebendig. Die linke Figur befindet sich gegenüber vom Stadtmuseum in der Altstadt und das rechte Motiv habe ich in Mtskheta fotografiert.

Kulinarische Highlights in Tiflis: Georgische Küche
Die Küche Georgiens ist berühmt und das auch zu Recht. In Tiflis gibt es unzählige Bars, Cafés, Restaurants, in denen man hervorragend essen kann. Besonders ans Herz legen will ich Dir aber die älteste Bäckerei in Tiflis, die schräg gegenüber vom Stadtmuseum in der Altstadt liegt. Man sieht eigentlich nur einen kleinen Eingang und eine Treppe, die in den Keller führt. Dort gelangt man direkt in die Backstube. An einer kleinen Theke werden die Backwaren frisch aus dem Ofen verkauft.
Ich habe dort Lobiani gegessen, eine herzhaftes (veganes) Gebäck mit Bohnenpaste gefüllt. Das rechte Bild ist in Mtskheta entstanden. Ich habe dort zwar nicht gegessen, fand die Atmosphäre aber sehr schön und die Chinkali (gefüllten Teigtaschen) sahen hervorragend aus. Als Snack zwischendurch sind Tschurtschchela perfekt: Nüsse werden auf einen Faden gezogen, in angedickten Traubensaft getaucht und getrocknet.

Ausflug nach Mzcheta – die alte Hauptstadt
Nur eine halbe Stunde von Tiflis entfernt liegt die alte Hauptstadt Mzcheta (auch: Mtskheta). Besonders sehenswert: die Swetizchoweli-Kathedrale, eines der wichtigsten religiösen Bauwerke des Landes – UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz in der Nähe thront auf einem Hügel die kleine Jvari-Kirche aus dem 6. Jahrhundert mit mystischem Innenraum und fantastischem Ausblick.

FAQ – Praktische Tipps für die Hauptstadt von Georgien
Georgien hat ein überraschend vielfältiges Klima. In Tiflis, der Hauptstadt, erwarten dich heiße Sommer mit bis zu 35 °C und milde Winter um den Gefrierpunkt. An der Schwarzmeerküste ist das Klima subtropisch, in den Bergen alpin. Beste Reisezeiten sind Frühling (Mai/Juni) und Herbst (September/Oktober) – dann ist es angenehm warm und nicht zu voll.
In Georgien wird eine eigene Schrift verwendet: das georgische Alphabet. Es wirkt auf den ersten Blick fremd, ist aber leicht zu erkennen und hat 33 Zeichen. Straßenschilder und viele Infos in Tiflis sind meist zusätzlich auf Englisch oder in lateinischer Schrift übersetzt.
Georgien ist überwiegend christlich geprägt – genauer gesagt: Georgisch-Orthodox. Die Religion spielt im Alltag vieler Menschen eine große Rolle, das zeigt sich auch in der Architektur. Kirchenbesuche (z. B. Sioni-Kathedrale) sind willkommen – Schultern und Knie sollten dabei bedeckt sein.
Georgien liegt in der Georgien-Zeitzone (GMT+4) – also 3 Stunden vor Deutschland in der Winterzeit und 2 Stunden vor in der Sommerzeit. Es gibt keine Zeitumstellung in Georgien.
Nein – Georgien gilt als sicheres Reiseland. In Tiflis und touristischen Regionen ist die Sicherheitslage stabil, Gewaltverbrechen sind selten. Wie überall gilt: Wertsachen im Blick behalten, nachts nicht planlos durch abgelegene Viertel laufen. Wer in entlegenere Bergregionen reist, sollte sich gut vorbereiten.
Jede Menge praktische Tipps und Informationen zu Geld, Flügen, Visum, Gesundheitstipps, die Verfügbarkeit von Internet etc. findest Du in meinem Länderführer von Georgien und natürlich noch weitere Georgien Sehenwürdigkeiten.
Ich war mit dem Reiseführer Georgien aus dem Trescher Verlag Affiliate Link unterwegs, mit dem ich sehr zufrieden war, zumal das Buch sehr aktuell ist. Die neueste Ausgabe ist vom August 2024.
Die Hauptstadt von Georgien – eine Metropole voller Charakter
Tiflis ist keine Stadt, die man einfach nur „besichtigt“. Es ist eine Stadt, die man erlebt, die einen mitnimmt – zwischen glitzernden Glasbauten, alten Gassen, Schwefelbädern, Bergblicken und Kirchenstille. Sie ist laut, voller Widersprüche, nicht immer perfekt – aber echt. Wer das sucht, wird Tiflis lieben.
Die gekennzeichneten Links sind Affiliate Links. Wenn ein Affiliate Link hier auf der Website benutzt wird, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich als Käufer/in ändert sich nichts. Es werden keine zusätzlichen Gebühren erhoben. Der Preis des Produkts bleibt exakt gleich.
Dieser Artikel ist ursprünglich 2016 erschienen und wurde von mir 2025 komplett überarbeitet.
Auch wenn dein Beitrag schon ein paar Jahre her ist, kann ich immer noch bestätigen, dass Tiflis eine großartige Stadt ist. Ich bin 2019 ohne große Erwartungen nach Georgien gereist und die Stadt hat es mir einfach angetan. Ich kann nicht mal sagen was genau, wahrscheinlich die Mischung aus netten Menschen, gutem Essen, die Architektur und die Unternehmungsmöglichkeiten. Kann daher allen nur empfehlen Georgien auf die To Go Liste zu setzen.
Hi Beatrice,
wirklich schöner Artikel, Tiflis ist echt eine tolle Stadt. Die Aussicht von der Festung ist ein Traum und das Essen ist über alle Zweifel erhaben. Nur die Tschurtschchela liegen hier noch herum, weil sie keiner so recht mag…Aber ich hab auch kein Problem damit, die alleine wegzuknabbern 🙂 Ich war auch vor einigen Wochen in Tbilisi und habe in meinem Blog über meine Eindrücke geschrieben. Du kannst ja mal vorbeischauen, wenn du magst! http://www.allerorts.de/blog/reise-nach-tiflis-georgien
Beste Grüße aus Hamburg
Nilo
Danke, Nilo! Schaue gern mal bei Deinem Artikel vorbei. Ein schönes Reisejahr 2017 & viele Grüße in den Norden!
Der Zustand der Bausubstanz ist insgesamt sehr unterschiedlich, hatte ich den Eindruck. In einigen Vierteln war auch bei meinem Besuch schon alles sehr gut renoviert. Aber andere Gegenden, vor allem um den Regierungspalast, waren in einem desolaten Zustand. Interessant fand ich auch, in die Mietskasernen reinzugehen und zu sehen, wie die Treppenhäuser aussehen. Das habe ich bei zwei oder drei Häusern tun können und bei einer Treppe fühlte ich mich etwas unwohl.
Ja, genauso war’s. Ein Straßenzug weiter konnte es schon wieder ganz anders aussehen. In einem Wohnhaus drin war ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es da teilweise furchterregend aussieht…