Im Süden von Albanien – Përmet, Gjirokastra, Butrint & Himarë

Du willst durch Albanien reisen? Gute Idee! Im Süden des Landes warten einige Höhepunkte auf Dich, darunter gleich zwei UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten und eine (mancherorts noch) wilde Küste. Meine kleine Liebeserklärung an ein noch kaum entdecktes Land in Europa. Den ersten Teil meiner Rundreise im Osten Albaniens findest Du hier: Meine Highlights in Albanien – Ohrid, Korça & Voskopoja

Die gesamte Albanien-Reise auf einen Blick

1. Tag: Anreise/Tirana – 2. Tag: Ohrid – 3. Tag: Korça – 4. Tag: Voskopoja

5. Tag: Wandern im Vjosatal

6. Tag: UNESCO-Weltkulturerbe Gjirokastra

7. Tag: UNESCO-Weltkulturerbe Butrint

8. Tag: Küstenwanderung bei Himarë

9. Tag: Ruhetag am Meer

10. Tag: Vlorë – 11. Tag: Apollonia & Berat – 12. Tag : Wandern am Tomorr – 13. Tag: Wandern im Umland von Berat – 14. Tag: Kruja & Tirana – 15. Tag: Rückflug

Dieser Artikel hat den Schwerpunkt Përmet, Gjirokastra, Butrint & Himarë

Wandern im Vjosatal

Was Dich im Vjosatal erwartet? Große und kleine Tierherden, die gemächlich weiden. Eine spektakuläre Bergkette und kleine, ursprüngliche Bergdörfer, die auch heute noch bewohnt und bewirtschaftet werden. Statt Straßen gibt es nur steinige Pfade. Hühner scharren gackernd im Gras und hin und wieder kann man einen Blick über die Steinmauern erhaschen, die jedes Haus hier umgeben.

Sehr lohnenswert fand ich den Ausflug in das winzige Bergdorf Benjë, wo wir den ortsansässigen Dorflehrer Sotir getroffen haben, der noch für eine (!) Schülerin Unterricht macht. Wahrscheinlich hat das Klassenzimmer schon vor hundert Jahren genauso ausgesehen.

Typisch für die albanische Gastfreundschaft: Wir wurden auch direkt zu ihm nach Hause eingeladen, wo uns seine Frau bewirtet hat – inklusive Raki und Gliko (kandierte Früchte).

Thermalquellen von Benjë: Weniger spektakulär war der Besuch der Thermalquellen. Am besten gefallen hat mir die alte Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert. Direkt neben der Brücke ist ein recht großes, aus Steinen gemauertes Becken, in dem man baden kann. Das Wasser ist eher lauwarm und man muss ein bisschen aufpassen, dass man auf dem glitschigen, unebenen Boden nicht ausrutscht oder sich die Füße verletzt.

Albanien_Thermalquelle von Benje

Besonders bemerkenswert: In Përmet gibt es eine kleinen landwirtschaftliche Kooperative, in der Gliko – eine albanische Spezialität – hergestellt wird. Gliko sind sehr süße, in Sirup eingekochte Früchte. So ziemlich jede Obstsorte kann zu Gliko verarbeitet werden: Feigen, Orangen, Birnen, aber auch Walnüsse und sogar Auberginen. Leider hatte noch nicht die Saison begonnen, aber einen kleinen Eindruck von der Arbeit haben wir bekommen – und den urigen Ofen gesehen, wo die Früchte gekocht werden.

UNESCO-Weltkulturerbe Gjirokastra

Gjirokastra: Die Altstadt liegt an einem steilen Hang, gekrönt von einer gewaltigen Burgsanlage. Jedes der zahlreichen, traditionellen Herrenhäusern aus osmanischer Zeit wirkt wie eine kleine Festung. Trotz der vielen kleinen Läden und Cafés kann man noch ahnen, wie die Stadt in früheren Zeiten ausgesehen hat. Die engen Straßen und steilen Gassen haben noch überwiegend das alte Kopfsteinpflaster, das so glatt ist, dass ich mich bei einem Spaziergang fast auf die Nase gelegt habe.

Unbedingt ansehen sollte man sich eines der alten Herrenhäuser. Ich war im Skenduli-Haus, das um 1700 von einer der reichsten Familien Südalbaniens errichtet wurde. Man kann nur staunen, wie ausgekügelt man zu dieser Zeit gebaut hat, inklusive kühlen Vorratsräumen, eigener Zisterne, Dampfbad und Toilette.

Alle fünf Jahre wird in Gjirokastra das Nationale Folklorefestival abgehalten. Es ist ein Ereignis von großer nationaler Bedeutung und ich hatte das Glück, zufällig genau während des Festivals in Gjirokastra zu sein. Das mehrtägige Event fand im großen Innenhof der Burg statt. Eine nicht endende Präsentation albanischer Volkstrachten und traditioneller Musik.

Obwohl ich kein großer Fan von Folklore bin, war das Festival ein echtes Erlebnis – dass ich dank Ohropax auch ohne Hörsturz überstanden habe.

Albanien_Gjirokastra_Altstadt Reisen Reisebericht Reisetipps

Übernachtungstipp: Das Hotel Gjirokastra hat schön eingerichtete, traditionelle Zimmer. Direkt nebenan im sogenannten Babamento-Haus (einem alten, restaurierten Herrenhaus) ist auch ein Hostel untergebracht.

UNESCO-Weltkulturerbe Butrint

Von Gjirokastra fährt man rund 90 km bis an die Küste nach Butrint. In jedem Fall lohnt es sich, einen Zwischenstop am „Blauen Auge“ (Syri i Kaltër) nördlich von Sarandë zu machen, einer leuchtend grün-blauen Karstquelle. Falls sich gerade eine Busladung Touristen dort breit macht, einfach warten, bis sich die Massen wieder wegbewegt haben und schon hat man die sonnenüberflutete Naturidylle für sich – inklusive kleiner blauer Libellen, die durch die Luft schwirren.

Albanien Reisebericht Reisetipps Blaues Auge

Butrint: Auch wer nicht übermäßig geschichtlich interessiert ist, sollte sich nicht den archäologischen Park von Butrint entgehen lassen. Die Ausgrabungsstätte ist wunderschön auf der Ksamil-Halbinsel gelegen, das Gebiet rundherum ist ein Nationalpark. Nach dem bergigen Inland ist jetzt Mittelmeer-Feeling angesagt: Olivenhaine, Eukalyptusbäume, Grillenzirpen, glitzerndes Meerwasser und in Sichtweite die Insel Korfu.

Ich habe bei einer Führung die wichtigsten Bauwerke von Butrint erläutert bekommen – ich muss gestehen, das war mir fast zu viel Information. Man kann aber auch einfach auf eigene Faust den archäologischen Park besichtigen. Am beeindruckendsten ist das Löwentor (4. Jh. v. Chr.) und das frühchristliche Baptisterium, eine Taufkapelle, dessen aufwändiges Mosaik zum Schutz mit Sand bedeckt ist.

Wunderschön ist auch die Göttin von Butrint. Der Kopf wurde in der Ausgrabungsanlage gefunden und hat eine wechselvolle Geschichte. Er wurde verschenkt, kam wieder nach Albanien zurück und jetzt ist das Original in Tirana im Nationalmuseum. In Butrint selbst ist dieses Replikat.

Albanien_Göttin von Butrint

Albanien Küste – Wanderung in der Gegend von Himarë

Abgeschottet von den Hochgebirgsketten in Hinterland, erstreckt sich die albanische Riviera noch heute ziemlich ursprünglich von Sarandë bis Vlorë. An einigen Orten hat sich bereits der Tourismus mit Hotels und klobigen Apartmenthäusern breit gemacht. Andere Stellen sind noch nahezu unberührt. Wir sind zu dem Küstenort Qeparo gewandert und haben unterwegs die wilde Natur und den weiten Blick auf das Meer genossen.

Albanien Küste: Die Gegend von Himarë ist ideal für eine kleine Ruhepause. Lesen, ausruhen, baden. Der Strand ist schön, aber relativ steinig. Ich habe es deshalb vorgezogen, den alten, idyllischen Ortskern zu besichtigen, der ca. 200 m über dem Meer liegt. Dort gibt es u. a. eine kleine Kirche, die nicht mehr in Betrieb ist, aber von den Dorfbewohner trotzdem noch besucht wird.

albanien küste

Falls Du Lust haben solltest, nach Albanien aufzubrechen: ich kann Dir sehr den Reiseanbieter reisen-in-albanien.de empfehlen, mit dem ich auch unterwegs war. Ich habe auch über Tirana berichtet und alle allgemeinen Reisetipps & Informationen über Albanien zusammengefasst.

5 Kommentare

  1. Ich war letztes Jahr im Herbst in Albanien und habe Tirana und Himarë besucht. In Himarë haben wir in einem wunderbaren Hostel gewohnt, das absolut nur zu empfehlen ist (http://www.himarahostel.com/). Die Gegend eignet sich auch sehr gut zum Wandern. Wir haben einen Tagesausflug zu einer etwas abgelegeneren Bucht gemacht.
    Es freut mich wirklich sehr den Ort in deinem Bericht zu entdecken, da mir schon dein Tiranabericht sehr gut gefallen hat!

    • Lieben Hannah, vielen Dank für den Hostel-Tipp! Freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefallen hat. Wünsche dir ein tolles neues Jahr & herzliche Grüße!!!

  2. Hallo Beatrice,

    auch ich habe dieses Jahr Gjirokastra und die Landschaft dort kennengelernt. Es war herrlich. Da kann ich dir außerdem nur zustimmen, die Thermalquellen haben mich auch nicht so beeindruckt. Aber wenn man dem Fluss hinter der Brücke ein wenig aufwärts folgt, gelangt man in eine tolle Schlucht.

    Gruß, Simon

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