Hummeln retten – Das funktioniert wirklich!

hummeln retten

Als ich heute morgen vom Yoga zurück nach Hause gelaufen bin, habe ich mitten in der Stadt auf dem Bürgersteig eine Hummel gesehen, die dort bewegungslos saß. Kaum war ich zwei Schritte vorbei, tat mir das pelzige Tierchen schon leid und ich drehte um. Vor einiger Zeit hatte ich mal beim NABU gelesen, dass man erschöpfte Hummeln mit wieder aufpäppeln kann.

Wichtig ist das besonders im Frühjahr, weil man dann womöglich einer jungen Hummelkönigin (und damit einem ganzen Volk) das Leben rettet.

Hummeln retten – funktioniert das wirklich?

Hummeln rettenIch habe also die Hummel mitgenommen, die sich widerstandsfrei auf meiner Hand befördern liess. Zu Hause habe ich kurzerhand ein wenig dünnflüssigen Honig auf meine Fingerspitze getupft und der Hummel hingehalten. (Besser soll aber Zuckerwasser auf einem Löffel sein, wie ich dann hinterher noch nachgelesen habe!) Sie hat sofort die Nahrung bemerkt, ihren Saugrüssel ausgefahren und gefressen. Ich war fasziniert, dass man wirklich Hummeln füttern kann.

Nach der Mahlzeit habe ich sie auf ein Stück Küchenpapier gesetzt und ans offene Fenster gelegt. Dort saß sie noch ein Weilchen, putzte und steckte sich und flog schließlich gestärkt ins Freie.

Hummeln sind wichtig für die Natur

Hummeln gehören zu den wichtigen Bestäuberinsekten und haben deshalb so eine große Bedeutung, weil sie im Gegensatz zu Honigbienen auch bei schlechtem Wetter ihren Job machen und Blüten bestäuben. Ich finde es jedes Frühjahr toll, wenn ich die ersten Hummeln sehe.

Gut zu wissen: Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden Arten sind gefährdet, weshalb auch alle Hummeln unter Naturschutz stehen. Ein wesentlicher Grund für das Sterben der Hummeln ist der Nahrungsmangel. Durch das Ausrotten ihrer Nahrungspflanzen verschwinden auch die Hummeln.

Gerade im Frühjahr und Sommer kann man den Tieren ein wenig zu helfen – besonders in den Städten, wo das Nahrungsangebot nicht so groß ist. Während sich andere Insekten schnell auf neue Pflanzen einstellen oder Vorratshaltung betreiben (wie z. B. Honigbienen), legen Hummeln keine Vorräte an und gewöhnen sich nur langsam an neue Nahrungspflanzen. Die Tiere verlassen das Nest meist schon ohne große Kraftreserven, welche während des Flugs dann komplett aufgebraucht werden. Kann dann der Nektarbedarf nicht schnell genug gestillt werden, strandet die Hummel irgendwo kraftlos und verhungert schließlich.

Hier gibt es noch mehr Informationen zum Thema Hummelschutz.

Können Hummeln stechen?

Solche kleinen Rettungsaktionen, wie ich sie durchgeführt habe, sind absolut gefahrlos. Hummeln haben zwar einen Stachel, aber es sind wirklich friedliche Wesen, die nur im größten Notfall und zur Verteidigung stechen. Ich habe schon als Kind so oft Hummeln über meine Hand krabbeln lassen. Nie ist etwas passiert. Also, falls Dir mal in Zukunft eine entkräftete Hummel begegnen sollte – einen Versuch ist es bestimmt wert.

12 Kommentare

  1. Man soll Hummeln auf keinen Fall mit Honig füttern. Ihr Volk würde sie wegen des fremden Geruchs im Honig (von den Bienen) nicht mehr annehmen!

    Ich habe heute eine Hummel aus meinem neuen Gießkanne gerettet. Leider nachdem ich schon einige Blumen gegessen habe und mich wunderte wieso so wenig Wasser kommt. Sie steckte im Hals ;-(
    Ich hab ihr Zuckerwasser (zwei Teile Puder Zucker, ein Teil Wasser) gegeben. Sie sitzt jetzt in den Balkonblumen und ruht sich aus.

    • Lieben Dank für deinen Kommentar und die Angaben zum Mischungsverhältnis. Im Artikel steht ja auch, dass man Zuckerwasser nehmen soll. Ich hatte das mit dem Honig nur bei meinem ersten Rettungsversuch gemacht und dann hinterher noch mal nachgelesen, wie genau die Empfehlungen lauten. Viele Grüße, Beatrice

  2. Ich finde es total super, dass du die Hummel mitgenommen und wieder aufgepäppelt hast. <3 Viel zu viele Menschen gehen einfach daran vorbei – um so wichtiger darauf aufmerksam zu machen.

    • Vielen, lieben Dank! Nachdem ich jetzt für den Artikel selbst erst mal nachgelesen habe, weiss ich auch, dass Hummelschutz durchaus Sinn macht und vielleicht lassen sich ein paar Leser davon inspirieren – würde mich jedenfalls sehr freuen!

    • Ich glaube, manchmal reicht es schon vollkommen aus, ein Tier einfach aus seiner misslichen Lage zu befreien – wie bei Deiner Geschichte mit dem Wassereimer. Und ganz klar sterben die „normalen“ Hummeln irgendwann im Herbst, das ist einfach so. Aber solange es noch Sommer ist, schadet ein bisschen Hilfe bestimmt nicht.

  3. Oh, Hummeln retten! Danke für den Tipp. Ich bin komischerweise noch nie auf die Idee gekommen, dass eine Hummel, die am Boden sitzt, erschöpft sein könnte. Ich dachte die sterben ganz normal, wenn sie am Boden sitzen und sich kaum noch bewegen. Die nächste Hummel nehm ich mit. Ist einen Versuch wert!
    Liebe Grüße Britta

    • Irgendwann im Herbst sterben die Hummeln bis auf die Königin, das ist schon richtig. Aber im Frühjahr & Sommer macht es glaube ich schon Sinn, den Tierchen zu helfen, wenn man den Eindruck hat, sie können’s gebrauchen. Ich war selbst erstaunt, dass es so gut funktioniert hat 😀

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