Kaipara Merino Shirt im Praxistest – Warum ich Sportswear ganz einfach zum Alltagslook umfunktioniert habe

[PR Samples] Das größtes Bedenken bei meinem neuen Merino Shirt war: „Kratzt Merinowolle?“ Aber schon beim ersten Anziehen habe ich mit Erleichterung gemerkt, dass sich das Material angenehm trägt.

Wer also wie ich ein tief sitzendes Kindheitstrauma hat und die Haut schon beim Anblick von Wolle juckt, kann entspannt aufatmen.

Der Tragekomfort ist sehr hoch. Die Shirts sind schlicht und trotzdem stylisch geschnitten. Leicht körperumspielend, nicht zu eng, nicht zu locker. Beste Voraussetzungen also, die Modelle als schlichte Basics für jeden Tag zu nutzen und nicht erst auf die nächste Wandertour zu warten.

Der Praxistest im Alltag & mein Fazit zu den Merino Shirts

Mich haben meine Shirts komplett überzeugt und das nicht nur im Outdoor-Einsatz, sondern auch beim täglichen Tragen. Selbst nach starkem Schwitzen ist kein Geruch zu merken, obwohl ich bei längeren Touren in der Stadt sowohl zu Fuß als auch dem Fahrrad ordentlich getrieft habe. Ich habe die Shirts zwar in großen Abständen bei 30 Grad mit Wollwaschmittel gewaschen, die meiste Zeit aber nur über Nacht ausgelüftet.

Der Schnitt ist körperbetont, aber nicht eng. Die Shirts liegen dadurch angenehm locker auf der Haut und fühlen sich auch durchgeschwitzt nicht feucht an. Nur bei wirklich sommerlichen Temperaturen (die wir dieses Jahr reichlich hatten) würde ich Merino nicht empfehlen, weil es einfach zu warm ist.

Insgesamt kann ich die Shirts jedem ans Herz legen, der Wert auf Tragekomfort, Geruchsneutralität und gute Haltbarkeit legt. Zwar sind Merino-Shirts teurer in der Anschaffung, als zum Beispiel ein Mikrofasershirt, aber angesichts der Produkteigenschaften lohnt sich definitiv die Investition.

Was mir auch gut gefallen hat: Weil Merino relativ langfaserig ist, gibt es kaum Probleme mit Pilling – das sind die kleinen Knötchen auf der Oberfläche, die durch Reibung auftreten. Es beeinträchtigt zwar nicht die Funktionalität des Shirts, aber ich finde Pilling trotzdem sehr störend, weil es einfach die Optik eines Stoffs kaputt macht. Ebenfalls praktisch, weil ich schon aus Prinzip kein Bügeleisen anfasse: mein Merino Shirt ist knitterfrei. Einfach nur zum lüften und glätten aufhängen, der Rest passiert von alleine.

Funktioniert Merino auch im Sommer?

Merino eilt ja der Ruf voraus, sowohl wärmende als auch kühlende Eigenschaften zu haben. Die Wärmeregulation leuchtet ein. Der Stoff isoliert sehr gut durch viele kleine Luftbläschen, die in den Fasern sitzen und verhindert das Auskühlen des Körpers. Darüber hinaus kann Merino bis zu 35 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben, ohne sich nass anzufühlen.

Schwitzt der Körper, leitet der Merino den Schweiß nach außen, wo er verdunstet und kühlend wirkt. Merino gleicht also die äußeren und inneren Temperaturen zugunsten eines guten Tragekomforts aus. Trotzdem muss ganz eindeutig gesagt sein, dass Merino überwiegend ein wärmendes Material ist. Gerade für den Einsatz bei Sommertemperaturen sind Shirts aus reiner Merinowolle oft schlichtweg zu warm. Wenn an einem trüben Tag plötzlich doch die Sonne durchkam, habe ich das sehr deutlich gemerkt.

Zur Orientierung: Kleidung aus Merino-Wolle gibt es in unterschiedlichen Stärken. Dabei wird angegeben, wieviel Gramm ein Quadratmeter wiegt (g/m²). Je höher das Warengewicht ist, umso dicker ist Merino. Leichte Modelle mit 120 – 150 g/m² sind für wärmere Temperaturen gedachte. Ab 200 g/m² ist ein Merino Shirt auch gut für Herbst und Frühjahr geeignet und warme Winterkleidung fängt ab 300 g/m² an.

Merinowolle & Nachhaltigkeit

Auch wenn Merinowolle als tierischen Produkt nicht für vegan lebende Menschen geeignet ist, kann es ein äußerst nachhaltiges Material sein, wenn man auf die Herkunft und eine durchgehend kontrollierte Produktionskette achtet.

Merinowolle ist ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff, der ohne Rückstände innerhalb von 90 Tagen biologisch abbaubar ist. Außerdem ist die Herstellung und Verarbeitung von Merinowolle sehr ressourcenschonend. Im Vergleich dazu: Für die Erzeugung von 1 kg Baumwolle werden weltweit im Durchschnitt ca. 11.000 l Wasser benötigt!

Kleidung aus Merino muss nur selten gewaschen werden, meist reicht ein ausgiebiges Lüften. Das spart ebenfalls Ressourcen. Außerdem wird beim Waschen kein Mikroplastik freigesetzt. Funktionswäsche aus Mikrofasern muss oft gewaschen werden, weil sie leichter Schmutz annimmt und schnell nach Schweiß riecht. Bei jedem Waschgang werden kann eine Fleecejacke bis zu 1.900 Fasern abgeben. (Quelle NABU „Von der Waschmaschine ins Meer“)

Wie läuft die Produktion bei Kaipara ab?

Die Merinowolle bei Kaipara kommt aus Neuseeland von freilaufenden Merino-Schafen, die ganzjährig draußen auf der Weide leben. Die Schafe werden tiergerecht gehalten und keine Mulesing-Praktiken angewendet.

Zur Erklärung: Als Mulesing wird das Entfernen der Haut rund um den Schwanz von Schafen ohne Betäubung bezeichnet. Es ist ein in Australien und in Neuseeland gebräuchliches Verfahren, um einen Befall der Tiere mit Fliegenmaden zu verhindern.

Durch die Zertifikate von MAPP und ZQ-Merino, dem neuseeländischen Öko-Standard für Merinowolle, wird sicher gestellt, dass von der Schafzucht bis zum fertigen Stoff nachhaltig gearbeitet wird. Das betrifft alle Bereich von sozialen Richtlinien über Tierschutz bis zur Umweltverträglichkeit.

Es wird kein schädliches Chlor bei der Wollverarbeitung eingesetzt.

Zur Erklärung: In der herkömmlichen Textilindustrie wird mit Hilfe von Chlor die Schuppenschicht der Wolle teilweise abgelöst und damit erschwert, dass sie verfilzt.

Kaipara transportiert den fertigen Stoff nach Deutschland, wo die Produktion im Allgäu und der Schwäbischen Alb erfolgt. Alle Artikel werden mit Sorgfalt in kleinen, deutschen Handwerksbetrieben gefertigt.


Bei den Produkten von Kaipara handelt es sich um kostenlose PR Samples, die mir bedingungsfrei zur Verfügung gestellt wurden. Ich habe für den Bericht keine Bezahlung erhalten und hier meine ehrliche Meinung aufgeschrieben. Was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Hier habe ich weitere Produkte getestet:

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*