(Un)cozy Christmas – Warum ich aus Versehen nachhaltige Weihnachten feiere

nachhaltige Weihnachten

Mit Weihnachten konnte ich lange Zeit nicht besonders viel anfangen. Mir ging der Wirbel an den Feiertagen auf die Nerven. Ich mochte den ganzen Konsumwahn nicht. Einen Bezug zur christlichen Tradition fehlt bei mir. Eine große Familie gibt es nicht. Was soll das Ganze überhaupt? Meine tendenzielle Abneigung gegen Weihnachten traf in meinem Umfeld meist auf wenig Verständnis.

Ich habe dann vor etlichen Jahren beschlossen, dass Weihnachten auf meine Art doch ganz in Ordnung ist. Dass es völlig okay ist, Frieden mit den eigenen Ansichten zu schließen und die Feiertage so „reduziert“ zu begehen, wie ich es für richtig halte.

Das war übrigens noch zu Zeiten, wo kein Mensch von nachhaltigen Weihnachten sprach und sich niemand den Kopf über veganes Essen oder Müllberge den Kopf zerbrach.

Wie sieht „mein“ nachhaltiges Weihnachten aus?

Normalising no-gift holidays

Ich verschenke nichts und erwarte auch keine Geschenke. Das ist jetzt keine unausweichliche Standardregelung, aber es gibt in etwa den Status wieder. Manchmal verschenke ich selbst gebackene Plätzchen, Blumen oder ähnliche Kleinigkeiten. Ansonsten frage ich ganz konkret nach Wünschen und richte mich danach. Viele lieber verteile ich meine Aufmerksamkeiten über das ganze Jahr und lade eine Freundin spontan zum Kaffee ein oder verschenke kleine Überraschungen.

Ist das komisch? Nein, sehr entspannend. Schenken an sich ist etwas Wunderschönes, aber es ist an Weihnachten in meinen Augen zum Selbstzweck geworden. Alle sollen etwas kriegen, daran sind wir von Kindestagen gewöhnt worden. Wie anstrengend (und oft auch unnötig).

Spenden statt Schenken

Ich weiß, dass viele Menschen Schenken einfach toll finden. Es ist schön für den Beschenkten, aber auch für den Gebenden. Aber ich glaube auch, dass es einige gibt, die am Sinn des ganzen Trubels zweifeln und es gerne anders machen würden. Wenn ich mit Leuten spreche, höre ich teilweise, dass es mehr zur Pflicht geworden ist, etwas zu schenken.

„Letztes Jahr gab es bei den Kindern meines Bruders eine einzige Geschenkeschlacht. Ich fand das richtig schlimm, aber irgendwie erwartet jeder, dass man da mitmacht.“

„Ich weiß nicht, was ich schenken soll, denn eigentlich hat er ja alles. Aber wenn ich gar nichts schenken, finde ich das irgendwie auch komisch.“

Und ich sage es euch aus eigener Erfahrung: Es ist möglich! Wie wäre es zum Beispiel, statt einem Geschenk einem lieben Menschen eine Spende zu widmen.

Meine Empfehlung für eine Spende: WeWater

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Keine endlosen Verwandtenbesuche

In Zeiten von Corona sind wir ohnehin alle aufgerufen, unsere Kontakte zu Weihnachten so weit wie möglich einzugrenzen. Bei mir gab es auch in den zurückliegenden Jahren keine großen Verwandtenbesuche, was einfach damit zusammenhängt, dass ich nur wenig Familie habe. Meine Eltern besuche ich schon vor Weihnachten. Heiligabend verbringe ich gerne gemeinsam mit Freunden. Ansonsten sind Weihnachten und die Zeit bis Silvester eher Tage, an denen ich mich gerne zurückziehe. Ganz in der Tradition der Rauhnächte kann man alles Alte und nicht mehr Passende loslassen und die Klarheit für neue Ideen und Ziele nutzen.

Kein großes Weihnachtsessen

Es gibt kein aufwändiges Festessen und schon gar keinen Braten. Da ich auch sonst vegetarisch bzw. vegan esse, gilt das auch zu Weihnachten. Manchmal koche oder backe ich etwas Besonderes, manchmal auch nicht. Es gibt es ein paar spezielle Leckereien und einen guten Wein. Es kommt ganz darauf an, worauf ich Lust haben. Positiver Nebeneffekt: Ein „normaler Einkauf“ reicht vollkommen aus und ich ende nicht im „Fresskoma“.

Kein Weihnachtsbaum

Meine Eltern haben aufgehört, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, als ich neun Jahre alt war. Damals haben wir uns einen kleinen Kater angeschafft und meine Eltern fürchteten zu Recht, dass er den Baum zum Klettergerüst umfunktionieren würde. Also kein Baum, stattdessen ein schönes Weihnachtsgesteck. Eine Gewohnheit, die ich letztendlich übernommen habe. Bei mir gibt es meist eine große Vase mit Zweigen und ein paar Blumen. Finde ich völlig okay. Dazu Kerzen und Räucherstäbchen – die brennen bei mir im Herbst und Winter ohnehin fast ohne Unterbrechung.

Klar gibt es schöne Weihnachtsbäume, darüber kann ich mich auch freuen. Aber ich muss nicht unbedingt einen eigenen bei mir zu Hause stehen haben. Für mich gehören Bäume in erster Linie in den Wald.

Ist das jetzt uncozy?

Oh, mein Gott! Keine Geschenke, keine Familie, kein Festessen, kein Weihnachtsbaum! Wie schrecklich! Und ungemütlich! Du musst völlig deprimiert sein! Nein, mir geht’s super und ich finde es auch total gemütlich. Ich genieße das komplett und freue mich auf die Ruhe an den Feiertagen!

Der umweltfreundliche „Nebeneffekt“ – nachhaltige Weihnachten feiern

Was vor Jahren als nerdige Eigenbrötlerei angefangen hat, ist so ganz nebenbei ziemlich umweltfreundlich. Weniger Abfall, weniger Konsum, weniger verbrauchte Ressourcen – nur weil ich Weihnachten nicht so feiere, wie es die meisten anderen tun.

Let’s make our own Christmas

Ein nachhaltiges Weihnachten kann so ein cooles Fest sein, wenn man es gestaltet, wie man es selbst für richtig hält (und nicht einfach macht, was sich über Jahre eingebürgert hat und zur Pflichtveranstaltung geworden ist). Man muss ja nicht alles über Bord werfen, aber ein paar Gewohnheiten zu hinterfragen, kann glaube ich nicht schaden.

Wenn jeder einfach weglässt, was eigentlich sowieso nervt, hätten wir schon jede Menge unnötigen Christmas-Tam-Tam aussortiert.

Und unsere Erde freut’s!

1 Kommentar

  1. Ich feier Weihnachten auch im kleinen Kreise. Wenn andere über den Weihnachtsbesuch-Marathon stöhnen, kann ich nicht mitreden, weil ich oft die einzige bin, die nichts zu meckern hat. Ich sehe tatsächlich nur Leute, auf die ich mich freue.

    Im kommenden Jahr werde ich auf Geschenke verzichten, da ich eh immer ideenlos bin (bei Geburtstagen und Weihnachten). Ich habe schon angekündigt, dass man mich stattdessen gerne zum Essen einladen kann. Aber dieses Jahr ist mir tatsächlich noch etwas nützliches eingefallen (letzte Woche – also reichlich spät): Kleine Helferlein, die mir beim Plastik reduzieren helfen werden. Ich war in diversen Unverpackt-Läden und hab mich etwas inspirieren lassen.

    Feiern werde ich am 24. sicher aber „immer“ irgedwie. Ein naher Verwandter hat da Geburtstag ?

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