Nachhaltiges Wandern – So erkundest du die schönsten Wanderwege umweltfreundlich [Gastartikel]

nachhaltiger Wanderurlaub

Warum gehen so viele Menschen gerne wandern? Das hat einerseits sicher mit dem Gefühl der Naturverbundenheit zu tun. Weit entfernt von der Hektik der Großstadt kann man sich wesentlich besser entspannen. Entschleunigung lautet das Stichwort. Zudem entdeckt man überall etwas Neues und Schönes: eine Blüte am Wegrand, der Duft der Erde, die Weite des Himmels.

Hier findest du 10 Tipps, um nachhaltiger zu reisen.

Aber Achtung: Was dem Mensch gut tut, ist nicht immer auch ein Vorteil für die Natur. Im Nachfolgenden erfährst du, wie umweltfreundliches und nachhaltiges Wandern funktioniert.

Der Weg ist das Ziel: Umweltfreundliche Fortbewegungsmittel nutzen

In den Bergen oder auf Weinwanderwegen ist es besonders wichtig, sich im Einklang mit der Natur zu bewegen. Das sollte man auch bei der Anreise berücksichtigen. Mit dem Auto fahren oder gar fliegen? Naturfreunde sollten wenn möglich auf andere Fortbewegungsmittel zurückgreifen.

Viele Wanderparadiese sind wunderbar an den öffentlichen Nahverkehr oder die Bahn angebunden. So kannst du ohne große Probleme mit dem Zug anreisen und dabei massenhaft CO2 sparen. Häufig gibt es auch Busse, die Wanderer von A nach B bringen. Am besten fragst du einfach beim zuständigen Tourismusbüro nach.

Oder du entscheidest dich für Bike & Hike, also dafür, einen Teil der Strecke mit dem (E-)Bike zurückzulegen und dann zu Fuß den nächsten Gipfel zu erklimmen. Auf diese Weise bist du unabhängig, kannst dein eigenes Tempo bestimmen und so richtig viel Bewegung an der frischen Luft genießen.

Keine Spuren hinterlassen: So schadest du Natur und Umwelt nicht

Auf der Wanderung selbst gibt es einige Dinge zu beachten, um die Umwelt nicht zu belasten. Viele davon sind selbst erklärend, doch oft ist es gut, sich noch einmal aktiv vor Augen zu führen, wie wir unserer Mutter Erde mit Respekt begegnen können.

Müllentsorgung

An erster Stelle steht dabei natürlich der Müll. In der Natur gilt die Regel: Nimm deinen Müll auch wieder mit hinab ins Tal! Dass Plastiktüten und -flaschen Abfall sind, leuchtet den meisten Menschen noch ein. Doch wusstest du, dass auch Bananenschalen und Papiertaschentücher die Umwelt belasten und erst nach zwei bzw. drei Jahren restlos kompostiert sind?

Manche Arten von Müll stellen sogar eine Bedrohung für die tierischen Bewohner und Pflanzen der Wanderregionen dar. Dabei sollten doch gerade die Flora und Fauna, in der du dich bewegst, geschützt werden. Bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser reicht aus, um die Hälfte der darin schwimmenden Fische zu töten – kleinere Wassertiere reagieren meist noch sensibler auf die Giftstoffe. Es dauert etwa 10 bis 15 Jahre, bis ein Filter auf natürlichem Weg verrottet ist. Hinzu kommt die Brandgefahr in trockenen Regionen. Schon manche achtlos weggeworfene Zigarette hat verheerende Waldbrände ausgelöst.

Auf den offiziellen Wegen bleiben & Lärm vermeiden

Du solltest immer auf den Wanderwegen bleiben, statt dich durch das Gebüsch zu schlagen – zu groß ist die Gefahr, empfindliche Vegetation langfristig zu zerstören. Zudem sollten du und alle Bewohner von Wald und Wiesen die Möglichkeit haben, die Stille zu genießen. Laute Geräusche schrecken Tiere auf und sorgen dafür, dass du garantiert keine Hasen hoppeln oder Rehe grasen siehst. Auch bei der Überquerung von Kuhweiden solltest du nicht zu laut sein oder schnelle, hektische Bewegungen machen, um die Tiere nicht in Panik zu versetzen.

Achtsam mit Feuerstellen umgehen

Es ist ein besonders schönes Erlebnis, sich über Nacht in der freien Natur aufzuhalten und nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Wichtig ist dabei: Wenn du ein Feuer machst, musst du dieses gut im Blick behalten. Am besten sind spezielle Lagerfeuerstellen. Bevor es weiter geht, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass das Feuer sicher gelöscht wird. Dazu entweder Wasser über die Glut gießen oder das letzte Glimmen mit Erde ersticken.

Fair Wear: dich mit Öko-Wanderkleidung eindecken

Eine Wanderung in den Bergen ist kein Fashion Walk. Es müssen also nicht immer die neusten Trends oder die Farben der Saison sein. Trotzdem ist natürlich eine gute Grundausstattung an wandertauglicher Kleidung sinnvoll, besonders, wenn man regelmäßig draußen unterwegs ist.

Umweltfreundliche Outdoorkleidung besteht nicht mehr zwingend aus Kunstfasern, die nicht biologisch abbaubar sind, sondern aus Naturfasern (z. B. Merino-Wolle) oder Recycling-Polyester. Auch lohnt es sich, genauer zu prüfen, welche schädlichen Chemikalien (z. B. Fluorcarbone) bei der Herstellung verwendet wurden.

Naturfasern sind um einiges umweltverträglicher, riechen auch nach langen Tragen nicht und halten zumeist einfach länger als ihre Pendants aus Kunstfaser. Und nichts ist besser für die Umwelt als ein Shirt, das du auch in fünf Jahren noch tragen kannst, oder ein Paar Wandersocken, das sich tatsächlich auch einfach mal stopfen lässt.

Wiederverwendbar: Proviant richtig verpacken

Was für Kleidung gilt, trifft natürlich auch auf alles andere zu, was in deinen Rucksack wandert. Statt Plastikflasche aus dem Supermarkt, solltest du dir eine eigene Trinkflasche zulegen. Leicht sollte sie sein, damit du nicht schwerer schleppen musst und BPA-frei ist ebenfalls wichtig.

Am besten informierst du dich im Vorfeld darüber, ob du deine Flasche unterwegs auffüllen kannst und ob das Wasser genießbar ist oder erst mit einer Wasseraufbereitungstablette trinkbar wird. Alternativ gibt es auch Trinkflaschen mit einem integrierten Filter.

Hier findest du meine Tipps für eine gut zusammengestellte Reiseapotheke.

Neben der richtigen Trinkflasche solltest du dir auch eine Brotbox mit Proviant befüllen und nicht mit Alu-Folie oder Plastiktüten unterwegs sein. Das hat gleich mehrere Vorteile: Mit der richtigen Brotzeit freust dich schon auf die nächste Pause und einen neuen Energieschub. Außerdem kannst du so mit ruhigem Gewissen schlemmen, am besten natürlich Produkte aus der Region und gesunde Snacks, die richtig Energie verleihen.


Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Bergland Pertisau entstanden. Autor ist Peter Niedrist, der Geschäftsführer und Inhaber des 3-Sterne-Hotels mit Lage direkt am Achensee. Dem Familienbetrieb sind Gastfreundlichkeit, der persönliche Umgang mit den Gästen sowie eine stimmige Atmosphäre sehr wichtig.

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