Dal Bhat & Co. – Nepali Food plus Tipp für ein nepalesisches Restaurant in Berlin

nepalesisches Restaurant Mitho Cha

Ähnlich wie in der indischen Küche wird bei nepalesischem Essen nicht mit Gewürzen gegeizt. Auf den Straßen türmen sich die Säcke mit allen erdenklichen Zutaten. Sie werden entweder ganz, zerstoßen oder gemahlen verwendet. Anders als in Europa kaufen Nepalesen auf dem Markt gerne in großen Portionen ein. Ich habe eine Riesenladung Zimt und Berge an Chilischoten erstanden. Überall durfte ich riechen und probieren, Bockshornkleesamen kosten und Bekanntschaft mit der prickelnden Schärfe von Szechuan-Pfeffer machen.

Seit meiner Nepalreise schwöre ich auf Kala Nanak und will das dunkle, etwas schweflig riechende Salz nicht mehr in meiner Küche missen.

nepalesisches Restaurant

Typisch nepalesisches Essen – Dal Bhat

Nepals Standardgericht ist Dal Bhat, Reis mit einer Linsensoße. Dazu gibt es unterschiedliche Beilagen, z. B. würziges Curry-Gemüse, scharfe Chutneys und Chapati-Brot, aber auch Kartoffeln, Fleisch oder Fisch. Meist wird das Essen – fein säuberlich unterteilt in separate Häufchen – auf einem großen Blechteller angerichtet. Nepalesen essen ihr Dal Bhat zweimal am Tag und achten strikt darauf, beim Essen nur die rechte Hand zu benutzen. Nachschlag gibt’s so lange, bis auch der Letzte satt geworden ist.

Ich habe es auch mit den Fingern probiert und fand es sehr ungewohnt, das warme, soßengetränkte Essen anzufassen und in den Mund zu befördern. Aber irgendwie hat’s auch Spass gemacht. Ich kam mir vor wie ein Kind, das mit dem Essen spielt.

Das Fladenbrot kann man praktischerweise ganz gut zum Greifen des Essens benutzen und damit den Teller fein säuberlich von den letzten Soßenresten befreien. Wer auf diese besonderen Erfahrungswerte lieber verzichtet, kann natürlich in den Restaurants auch ganz normal mit Besteck essen.

Mitho Cha – Mein Tipp für ein nepalesisches Restaurant in Berlin

Wenn die Sehnsucht nach dem fernen Himalaya zu groß wird, dann gehe ich ins Mitho Cha am Prenzlauer Berg. Der Fokus liegt hier auf Essen aus Nepal und Tibet. Viele Gerichte sind vegan, es gibt aber auch einige Spezialitäten mit Huhn, Lamm und Ente. Mein Lieblingsgericht ist das oben erwähnte Dal Bhat. Aber auch die Gemüse-Momos (siehe Beschreibung unten) sind unglaublich lecker.

Nepalesisches Restaurant Mitho Cha in der Rykestraße 40, 10405 Berlin, Öffnungszeiten täglich von 12 – 22 Uhr

Momos – Teigtaschen Nepali Style

Die an jeder Straßenecke erhältlichen und sehr leckeren Momos sind eigentlich eine tibetische Spezialität. Ein nudelähnlicher Teig wird ausgerollt, rund ausgestochen, mit einer Fleisch- oder Gemüsemasse gefüllt und zu kleinen Teigtaschen geformt. Diese werden dann gedämpft (oder auch gebraten) und zusammen mit einer Soße zum Dippen serviert. Im nepalesisches Restaurant Mitho Cha gibt es Erdnuss-Soße und ein Tomaten-Koriander-Chutney dazu.

„Mitho Cha“ heißt übrigens übersetzt „es ist lecker“.

Nepalesisches Essen enthält mehr Gemüse als Fleisch

Hier gibt’s noch ein paar typisch nepalesische Gerichte für Euch als Übersicht.

  • Alu Gobi ist ein Gemüsegericht aus Kartoffeln (Alu) und Blumenkohl (Gobi).
  • Papadam sind knusprige, lecker gewürzte, ganz dünne Fladen aus Linsenmehl, die man oft als Appetizer bekommt.
  • Ein beliebter Snack sind Pakora – frittierte Teigtaschen mit verschiedenen Gemüse. Meistens gibt es eine leckere Soße zum Dippen dazu.
  • Mater Paneer ist ein Gemüsegericht mit Erbsen (Mater) und Käse (Paneer).
  • Chapati kommt eigentlich immer auf den Tisch. Es ist ein dünnes Fadenbrot, das aus einer spezielle Vollkornmehlmischung aus Weizen, Gerste und Hirse besteht.

Der typische Milchtee heisst Chiya. Er besteht aus schwarzem Tee, Milch, Wasser, Zucker und reichlich Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Nelken und Ingwer. Im nepalesischen Restaurant Mitho Cha kann man ebenfalls einen sehr leckeren „Sherpa Tee“ trinken – eine Art Yogi Chai aus Milch, Zucker und Gewürzen nach Familienrezept.

nepalesisches Restaurant

Hygienestandards in Nepal

Genau wie in Indien ist in Nepal leider die Gefahr sehr hoch, Probleme mit Durchfall zu bekommen. Meidet alles, was man nicht kochen oder schälen kann. Verzichtet lieber, wenn Ihr ein ungutes Gefühl habt. Vorsicht ist leider auch bei den leckeren Lassis geboten. Die Joghurtgetränke werden entweder  mit Wasser verdünnt oder mit Eiswürfeln gemixt. Lasst Euch nur dort zum Trinken verführen, wo Ihr sicher seid, dass einwandfreies Wasser verwendet wurde.

Das Leitungswasser solltet Ihr niemals trinken. Auch nicht zum Zähne putzen benutzen! Ein Umstand, den ich mal vergessen habe und prompt mit zwei Tagen Krankheit bezahlen musste. Ich hatte in Nepal meine gute alte SIGG-Trinkflasche* dabei, die ich in den Hotels an extra gekennzeichneten Safe Drinking Water Stations aufgefüllt habe.

Praktische Reisetipps: Bei mir hat sich bei Durchfall Perenterol forte* bewährt. Kann man bei akutem Durchfall nehmen, geht aber auch als Vorbeugung bei Reisen. Es bindet Krankheitserreger und transportiert sie aus dem Magen. Wenn es Euch erwischt hat: Ruhe und viel trinken! Am besten nehmt Ihr Elotrans*, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen.

Hier gibt’s meine Tipps zur Ausstattung einer Reiseapotheke und alles zum Thema Durchfall auf Reisen.


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7 Kommentare

  1. Hast du in Nepla auch mal Roti Chanai gegessen? – ich erinnere mich an meine Zeiten als Solo Traveler in Süd Ost Asien. Die genannten Pfannkuchen habe ich mit einer leckeren scharfen Soße oft in Nepal zum Frühstück gegessen. Ich hätte gerne mal das Rezept dazu 🙂 Jetzt sidn wir als Familie eher im Norden der Welt unterwegs. Dort gibt es auch Fladenbrot – aber mit Rentierfleisch gefüllt 🙂
    beste Grüße Geertje von der nordicfamily

  2. Dhal Baht mit den Händen essen habe ich auch nie richtig hinbekommen. Die Nepalis hatten immer etwas zu lachen 😉

    Ein besonderer Essens-Tipp in Nepal ist Newari-Essen. Die Newari sind die Ureinwohner des Kathmandu-Tals mit eigener Sprache, Kultur und natürlich einer eigenen und einzigartigen Küche.

    Das Kathmandu-Tal wurde leider später von den Gorkhas erobert und die Newaris wurden größtenteils verdrängt. Aber auch heute noch gibt es Newari Restaurants im Kathmandu-Tal, sogar in Thamel und auf der Freak Street.

    Dazu ein Tongba und gut ist’s.

    • Über die Newari habe ich hauptsächlich im Zusammenhang mit dem speziellen Baustil im Kathmandu-Tal gehört, den man an vielen Stellen findet. Danke für den Tipp mit dem Essen: werde ich verstärkt darauf achten, wenn ich mal wieder in Nepal bin. Liebe Grüße und schöne Feiertage!

  3. Hmmm, da läuft einem ja gleich das Wasser im Mund zusammen, alleine diese Farben!
    Das macht definitiv Lust, mal wieder in diese Ecke der Welt zu schauen 🙂
    Ganz liebe Grüße, Janina

  4. Spannend! Sich einmal quer durch ein Land zu essen gehört einfach dazu, um die Kultur besser kennen zu lernen. Gewürzte Tees hören sich verführerisch an! Ich wünschte, ich könnte Gewürze raffinierter einsetzen, aber da bin ich wohl unbegabt :/ Die SIGG-Flasche ist übrigens auch bei uns ein treuer Begleiter. Gut, dass du es erwähnst! Sonnige Grüße, Jutta

    • Ach, das geht mir ähnlich. Der Raffinesse asiatischen Essens kann ich eh‘ nicht das Wasser reichen. Ein Kochkünstler wird wohl nicht mehr aus mir, aber das habe ich auch aufgegeben… Aber dafür koste ich mich übermorgen auf Texel durch die holländische Küche 😀 – und Dir wünsche ich eine sensationell schöne Zeit auf Island! Liebe Grüße zurück!

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