Craft Beer in Norwegen – Bierverkostung bei der Lindheim Ølkompaniet

Bierverkostung

„Könnt Ihr riechen, welche Frucht für dieses Bier verwendet wurde?“ fragt uns Ingeborg während der Bierverkostung in der Lindheim Ølkompaniet Brauerei. Ich schnuppe an der hellen Flüssigkeit – es riecht sehr fruchtig, fast schon exotisch. Niemand errät es: Passionsfrucht gibt der „Berliner Weisse“ mit dem Namen Lords of Acid das besonderer Aroma.

Innovative Bierideen, ungewöhnliche Namen und schöne Flaschen – in der Lindheim Ølkompaniet wird auf jedes Detail geachtet. 2013 haben Ingeborg und Eivin die Obstfarm übernommen und direkt angefangen, mit dem Bierbrauen zu experimentieren. Zu unbeständig ist der reine Farmbetrieb, erklärt uns Ingeborg: „Mal ist die Ernte gut, mal fällt der Ertrag schlecht aus.“ Da ist es sinnvoll, sich ein zweites Standbein aufzubauen. Mit der Brauerei haben die beiden komplettes Neuland beschritten, aber zum Glück ließen das erste positiven Feedback nicht lange auf sich warten.

Die Verbraucherwebsite RateBeer wählte die Mikrobrauerei auf 5. Platz unter den besten Newcomer – von insgesamt mehr als 3.800 neue Brauereien, die im Jahr 2014 weltweit gestartet sind.

Craft Beer hat Hochkonjunktur in Norwegen

Die kleine Brauerei befindet sich in einer Scheune, zusammen mit einem charmanten Gastraum und einem Shop, in dem man das vorher verkostete Bier kaufen kann. Mit Voranmeldung ist es möglich, einen Brauereirundgang zu machen und anschließend im „Pub“ vier ausgesuchte Biere zu probieren.

Neben der schon erwähnten „Berliner Weisse“ wurde uns noch Jacobs Hage serviert, einem „Gose“. Von dieser traditionellen deutschen Biersorte hatte ich vorher noch nie im Leben gehört. Der Geschmack ist leicht säuerlichen mit einem Zusatz von Salz, Koriander und Himbeere! Außerdem gab es noch Saison – ein Farmhouse Ale – und einen Cider Weisse zu kosten.

Bierverkostung in der Lindheim Ølkompani

Auch wenn mir persönlich nicht alle Biere geschmeckt habe, war schon alleine die Aromenvielfalt eine Sensation. Ich finde das Thema Craft Beer sehr spannend und glaube, da entsteht eine ganz neue, kreative Bewegung jenseits der großen Brauereien. Ingeborg erzählt so begeistert von ihren Bieren und der Geschichte dahinter, dass es großen Spaß macht, ihr zuzuhören. Für alle Biertrinker, Slow-Food-Anhänger und Liebhaber regionaler Spezialitäten unbedingt zu empfehlen. Wer die Brauerei besichtigen möchte, muss sich vorher anmelden. Alle Informationen gibt’s auf olkompani.no.

Skål!

Meine Reise nach Norwegen wurde unterstützt von Visit Telemark & Fjord Line. Herzlichen Dank dafür. Alle hier geschilderten Eindrücke entsprechen meiner persönlichen Meinung.

2 Kommentare

  1. Das erinnert mich ein wenig an die Bierverkostung bei Carlsberg. Ich dachte erst, dass das nicht so meins wäre, aber ich fand es ziemlich toll – und lecker 🙂 Vor allem, weil wir danach mit dem Rad zurück ins Zentrum von Copenhagen radeln mussten – fast nüchtern natürlich 😉

    • Ja, es hat echt Spaß gemacht. Die Craftbiere werden mittlerweile auch oft in richtig edlen Restaurants serviert – statt Wein und abgestimmt auf das Menü. Denke, da wird sich noch einiges tun, was ich gut finde! Liebe Grüße!

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