Drei gute Gründe für eine Reise ins Piemont – Genuss, Wandern & Mountainbiken

Piemont Italien

Der Nordwesten von Italien, die Region zwischen den Alpen und Ligurien, heißt Piemont – von lateinisch ad pedem montium‚ am Fuß der Berge. Die Region gliedert sich in drei Teile: die Alpen, die Po-Ebene und die Hügellandschaften im Südosten des Piemont (Monferrato, Lange, Roero), wo ich unterwegs war. Ortsnamen wie Barolo, Barbera und Barbaresco legen nahe, wie eng diese Regionen mit dem Weinbau verbunden sind. Und die Küche will ich natürlich auch nicht vergessen.

Genuss – Pasta, Trüffel & köstliche Weine

Sehr zu meinem Leidwesen war ich im September zu früh für die Trüffelsaison im Piemont: die Suche nach dem weißen Alba-Trüffel fängt erst Anfang Oktober an. Sehr schade, wo ich doch erklärter Trüffelfan bin und unglaublich gerne Pasta mit Tartufo Bianco di Alba gegessen hätte.

Nun ja, verhungert bin ich trotzdem nicht, um das mal leicht untertrieben auszudrücken. Auch als Vegetarier konnte ich in Köstlichkeiten schwelgen. Es gibt würzigen Bergkäse und handgezogenen Grissini, in der Po-Ebene wird der Reis angebaut, der die Grundlage für cremige Risottogerichte darstellt und die Haselnüsse werden in unzähligen Gebäckvarianten verarbeitet. Geschlemmt wird natürlich immer mit den passenden Weinen – und hier werden einige der besten italienischen Weine angebaut. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auch nur eines der Restaurants enttäuscht verlassen habe. Schlecht essen im Piemont geht nicht.

Ein Schlaraffenland – und nicht ohne Grund hat die mittlerweile weltweit bekannte Slow-Food-Bewegung hier ihren Ursprung. An der Slow Food Universität in Bra wurde guter Geschmack in allen Facetten zum Studiengang erhoben. Studenten aus aller Welt lernen hier seit 2004 alles über die Vielfalt von nachhaltig und mit Respekt erzeugten Lebensmitteln.

Wer selbst in kulinarischen Entdeckungen schwelgen möchte, findet im Piemont genug Möglichkeiten. Informationen zu Weintouren, Verkostungen und Weinshops, aber auch zu Käseherstellern, Brauereien, Haselnussbauern, Imkern und anderen lokalen Produzenten gibt es auf www.piemonteonwine.it.

Restauranttipp Agriturismo La Toricella

Mein absoluter Restauranttip ist La Toricella, ein wunderschönes Landgut mit eigenem Weinkeller, Restaurant und einigen Gästezimmern. Das mehrgängige Essen kann man auf der Terrasse mit Blick übers Land geniessen. Der Service ist sehr aufmerksam und die Atmosphäre ist gleichermaßen entspannt und elegant. Wenn ich mich für ein paar Tage vom Rest der Welt zurückziehen wollte, dann hier. Alle Informationen gibt es auf www.latorricella.eu.

Entschleunigung – Wandern in Langhe – Roero

Im Sommer 2014 wurden die Regionen Lange, Roero und Monferrato zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die faszinierende Hügellandschaft ist durch das milde Klima nicht nur ein berühmtes Weinanbaugebiet, sondern auch ganz hervorragend zum entspannten Wandern geeignet. Wie mit dem Lineal gezogen verzieren die gleichmäßigen Reihen der Rebstöcke die geschwungenen Hügel, unterbrochen von Kirchen, Burgen und kleinen Dörfern. Für mich der Inbegriff des Piemonts.

Auf der Website des Ecomuseo delle Rocche del Roero gibt es eine Übersicht verschiedener Wanderwege, die unterschiedlichen Themen zugeordnet sind. Man kann auf alten Pilgerpfaden laufen, mehr über die lokale Produktion von Honig erfahren oder durch Kastanienhaine streifen.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist ein Streifzug durch pittoreske Dörfer wie Barolo und Barbaresco. In Barbaresco kann man in der ehemaligen Kirche San Donato an einer Weinprobe teilnehmen und den einen oder anderen guten Tropfen kosten – das barocke Gotteshaus ist zur Enoteca Regionale del Barbaresco umgewandelt worden. Wer dort auch einkauft, bezahlt für die Verkostung nichts, ansonsten kostet ein Glas EUR 3,00. (Piazza Municipio 7, geöffnet täglich von 10 bis 19 Uhr)

Geht man die Straße weiter nach oben, gelangt man zum Sarazenenturm, dem Überrest einer alten Burg. Von dort hat man einen herrlichen Rundblick auf die Weinberge und den sich im Tal windenden Fluss Tanaro. (La Torre di Barbaresco, geöffnet April bis November von 10 bis 19 Uhr, Eintritt EUR 5,00)

Radfahren & Mountainbiken im Piemont

Vom entspannten Radeln durch die Weinberge in Langhe – Roero bis zu knackigen Trails in der Provinz Cuneo, ist im Piemont alles möglich. Bisher war ich lieber zu Fuß unterwegs, aber in Italien habe ich ausprobiert, mit dem Mountainbike in den Bergen unterwegs zu sein und hatte einen Riesenspaß. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so gefallen würde, mich steinige Wege nach oben zu arbeiten und immer wieder den Ausblick auf die Gipfel zu genießen. So ganz nebenbei habe ich also eine neue Outdoor-Aktivität für mich entdeckt.

Piemont Italien

Wir sind in der Region Cuneo entlang der Alta Via del Sale (der ehemaligen Salzstraße) geradelt. Entlang nicht asphaltierter, aber gut erhaltener ehemaliger Militärstraßen kann man vom Tenda-Paß bis zur ligurischen Küste gelangen. Die ganze Strecke sind wir nicht gefahren, aber genug, um die unvergleichliche Landschaft zu bewundern.

Piemont Italien

Informationen zum Radtourismus und Mountainbike-Touren in der Provinz Cuneo gibt es auf www.cuneobike.eu. Einen Überblick über alle Outdoor-Aktivitäten in der Region Cuneo und Langhe- Roero findet man auf www.wowoutdoor.it. Ein guter E-Bike-Verleih für die Region Langhe ist www.bik-e.it.

Weitere Ausflugstipps in Piemont Italien

Grotta di Bossea

Eindrucksvolle Höhle, deren Besichtigung sich in jedem Fall lohnt. Die Tour dauert anderthalb Stunden und ich habe mich zuerst gewundert, was wir so lange unter der Erde machen wollen. Sobald mit die gigantische Grotte betritt, lernt man eine ganz andere Welt kennen. Ungewöhnliche Felsformationen, tiefe Schluchten, unterirdische Flüsse und Seen, kuppelartige Säle vom Ausmaß eines unterirdischen Doms, Tropfsteine und heruntergestürzte Felsbrocken von gigantischer Größe. Man sollte in jedem Fall warm genug angezogen sein, denn in der Höhle ist es ziemlich kalt. Außerdem empfehlen sich feste, rutschfeste Schuhe, denn der Untergrund ist oft nass und glatt.

Informationen: Der Eintritt kostet für Erwachsene 11,00 EUR. Die Uhrzeiten für die Touren sind auf der Website der Höhle zu finden.

Wildlife Centre Uomini e Lupi

Die Rückkehr der Wölfe wird von vielen Menschen kritisch bis ängstlich verfolgt. Ich bin ein großer Befürworter der Wölfe und finde es deshalb gut, wenn über die Tiere geforscht und vor allen Dingen aufgeklärt wird.

Das Center informiert über das Leben und das Sozialverhalten, die Jagd und die Wanderrouten der Tiere. Die Geschichte der Wölfe in den Alpen wird anhand des jungen Wolfes Ligabue erzählt, der 2004 aus den Parma Apenninen kam und auf der Suche nach einem neuen Revier bis ins Piemont gelaufen ist. Anhand eines Tracking-Halsbandes konnte seine Route verfolgt und für die Forschung ausgewertet werden.

Wer kein italienisch spricht, kann einen Audio-Guide ausleihen, der die Geschichte auf englisch erzählt. Leider überschneidet sich die Stimme der Erzählerin im Center ziemlich ungünstig mit der Stimme des Audio-Guide, sodass ich teilweise Probleme hatte, der Story zu folgen. Wer nicht englisch oder italienisch spricht hat leider (bisher) keine Möglichkeit, sich die Vorführung im Center anzuhören.

Im Center gibt es außerdem ein großes Areal, in dem einige Wölfe leben, die wegen Unfällen, Krankheiten oder weil sie in Gefangenschaft geboren wurden, nicht mehr ausgewildert werden können. Mitten im Gehege steht ein dreistöckiger Turm, sodass die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf zu sehen, recht hoch ist.

Piemont Italien

Adresse: Piazza Giustizia e Libertà, 3 e Strada per San Giacomo in Entraque, mehr Informationen auf der Website www.centrouominielupi.it

Santuario di Vicoforte

Ich bin kein besonderer Kirchenfreund, aber es lohnt sich, einen Blick in das Santuario di Vicoforte (Vicoforte in der Provinz Cunego) zu werfen. Das Bauwerk ist bekannt für die größte elliptische Kuppel der Welt. Wer es abenteuerlich mag und schwindelfrei ist, kann mit einem lokalen Anbieter bis ganz nach oben in die Kuppel klettern und die überdimensionalen Fresken aus nächster Nähe betrachten.


Im Piemont war ich auf Einladung von Ente Turismo Alba Bra Langhe & Roero. Meine Meinung ist davon an keiner Stelle beeinflusst worden.

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