Was gehört in die Reiseapotheke? Meine Checkliste für unterwegs

Reiseapotheke Checkliste

Hier findest du meine praxiserprobte Reiseapotheke Checkliste, die ich vor jeder Reise durchgehe. Wer unterwegs schon mal krank geworden ist, weiss, wie wichtig es ist, die wichtigsten Medikamente griffbereit zu haben. Natürlich kann man nicht für alle Eventualitäten ausgerüstet sein, aber es macht in jedem Fall Sinn, sich im Vorfeld ein paar Gedanken zu machen.

Diese Fragen solltest Du Dir vor Reiseantritt stellen:

  • Wohin geht meine Reise?
  • Wie ist die ärztliche Versorgung vor Ort?
  • Wie sind die hygienischen Zustände?
  • Gibt es Impfempfehlungen? Wird zu einer Malaria-Prophylaxe oder sonstigen Vorsorge-Maßnahmen geraten?
  • Ist mein Reiseziel dafür bekannt, dass bestimmte Krankheiten vermehrt auftreten, z. B. Magen-Darm-Probleme?
  • Wie lange werde ich unterwegs sein?
  • Wo werde ich mich aufhalten? Überwiegend in der Stadt? In touristisch erschlossenen Gegenden? Oder in abgeschiedenen Landstrichen?
  • Bin ich als Backpacker unterwegs? Sind anstrengende Trekking-Touren geplant? Werde ich mich in Gebieten aufhalten, die besondere Anforderungen an meine Ausrüstung stellen (z. B. Dschungel, Berge)?
  • Habe ich eine Neigung zu Krankheiten? Chronische Beschwerden? Gibt es bekannte Unverträglichkeiten oder Allergien?

Natürlich bin ich kein Mediziner! Informiere Dich im Zweifel immer vorher bei einem Arzt! Je exotischer Deine Reisepläne sind, umso wichtiger ist eine individuelle Beratung und Recherche als Vorbereitung Deines Trips.

Reiseapotheke Checkliste von A – Z

Augen: Wenn Du zu trockenen Augen neigst (Stichwort Kontaktlinsen), kann es praktisch sein, befeuchtende Augentropfen dabei zu haben. Besonders im Flugzeug hilfreich. Auch sinnvoll, wenn Du in sehr trockene, heisse, staubige Gebiete fährst.

Antibiotikum: Ich würde mich von einem Arzt beraten lassen, ob es für Dich sinnvoll ist, vorsorglich ein Antibiotikum mitzunehmen. Da ich z. B. schon einige Male eine Blasenentzündung hatte, habe ich für den Notfall immer ein entsprechendes Präparat dabei.

Durchfall: Die häufigste Erkrankung auf Reisen überhaupt

Bei Ländern wie z. B. Indien, Nepal oder Ägypten kann es besonders leicht passieren, dass Du aufgrund der hygienischen Bedingungen eine bakterielle Infektion bekommst. Achte sehr genau darauf, was Du isst und trinkst: nur komplett gegarte Speisen, keinen Salat, nur geschältes Obst, kein Speiseeis, keine Milkshakes oder Lassis, keine Eiswürfel, kein Leitungswasser (auch nicht zum Zähne putzen).

Wenn es Dich doch erwischt: möglichst Ruhe und viel, viel trinken (Elektrolyt-Glucose-Präparate wie Oralpädon oder Elotrans). Ich rate Dir von Mitteln wie Imodium akut oder Lopedium ab, weil sie die Darmmobilität einschränken und den Durchfall nur unterdrücken. Dabei sollten die Bakterien wieder aus dem Körper und zwar so schnell wie möglich. „Aussitzen“ (im wahrsten Sinne des Wortes) ist also das Beste! Wenn es nach ein, zwei Tagen nicht besser wird, Du dich sehr krank fühlst oder sogar Fieber hast, dann geh‘ unbedingt zum Arzt!

Zur Vorbeugung ist übrigens Perenterol forte gut geeignet. Wenn ich in Länder reise, wo ich befürchte, dass es mich erwischen könnte, nehme ich beginnend fünf Tage vor Abreise einmal täglich eine Kapsel. Wirkt bei mir hervorragend. Hier findest Du noch mehr Tipps bei Durchfall auf Reisen.

Füße: Die können auf Reisen gerne mal schmerzen. Wundlaufen und Blasen sind übliche Probleme. Ich rate zur Vorbeugung, soweit das möglich ist. Also nur erprobte Schuhe und Strümpfe mitnehmen. Fußcreme einpacken und Füße jeden Tag eincremen. Auch ein Camphor Spray soll gute Dienste als Vorbeugung leisten. Ansonsten natürlich Blasenpflaster für den Notfall einpacken und darauf hoffen, dass man sie nicht braucht.

Fieber nie auf die leichte Schulter nehmen!

Fieber & Schmerzen: Ich habe immer ein Fieberthermometer dabei. Wenn ich mich sehr krank fühle, kann ich damit kontrollieren, ob ich erhöhte Temperaturen habe. Temperaturen über 39 Grad Celsius sind ein sicheres Zeichen, dass Du besser einen Arzt konsultieren solltest. Gönn Dir bei leichtem Fieber möglichst Ruhe, Schlaf und reichlich Flüssigkeit. Als Medikamente stehen drei Wirkstoffe zur Verfügung: Acetylsalicylsäure (ASS/Aspirin), Paracetamol oder Ibuprofen. Alle drei Mittel senken das Fieber, lindern Schmerzen und hemmen Entzündungsreaktionen. Die Vorlieben sind hier unterschiedlich – ASS/Aspirin würde ich persönlich nicht empfehlen da die Blutgerinnung gestört wird und das für 6 Tage nach nur einer Tablette.

Erste-Hilfe-Kit

Wundkompressen, Pflaster und Verbandsmaterial sind die absoluten Basics. Es gibt verschiedene fertig gepackte Sets bei care PLUS. Wenn Du in Gegenden unterwegs bist, in denen keine ausreichende medizinische Versorgung gewährleistet ist, solltest Du unbedingt auch eine sterile Grundausstattung dabei haben, die Du notfalls dem Krankenhauspersonal übergeben kannst. Ausserdem ist es gut, ein paar Sicherheitsnadeln, eine Schere und eine brauchbare Pinzette dabei zu haben.

Hygiene: In vielen Ländern herrschen ganz andere hygienische Verhältnisse. Ich habe deshalb unterwegs Desinfektionsmittel für die Hände dabei. Gut ist Softa Man pure, aber auch jedes Handgel aus der Drogerie tut einen guten Dienst. Für das Hände waschen unterwegs sind Seifenblättchen perfekt geeignet.

Insektenschutz: Das einzig wahre Insektenschutzmittel ist für mich Nobite (Deet-Anteil von 50 %). Das Zeug hat’s in sich und hält die Viecher fern. Einfach auf alle freien Hautstellen auftragen. Vorsicht, keinesfalls in Gesicht sprühen, sondern auf die Handflächen geben und dann auf der Haut verreiben. Auch z. B. Ohren nicht vergessen. Abends unter der Dusche dann wieder sorgfältig abwaschen. Je nach dem, wo Du unterwegs bist: es gibt das Spray ebenfalls als Nobite für die Kleidung. Hier findest Du mehr Informationen zum Thema Malaria auf Reisen.

Hatschi! Erkältungskrankheiten

Nase: Ich habe so gut wie nie Schnupfen, deshalb nehme ich auch auf Reisen selten Nasenspray mit. Wenn es mich doch mal erwischt hat, benutze ich ein Spray für Kinder. Probier es mal aus, denn die Wirkstoffdosierung reicht meistens vollkommen! Bei trockenen Schleimhäuten, z. B. im Flugzeug, habe immer eine Minitube Nasensalbe dabei.

Ohren: Ohrenstöpsel haben schon so manches Mal für einen ruhigen Schlaf gesorgt.

Reisekrankheit: Ich habe zum Glück keine Neigung, unterwegs reisekrank zu werden. Trotzdem kann es nicht schaden, ein Mittel gegen Übelkeit dabe zu haben, wie z. B. Vomex A Dragees N.

Schürfwunden: Bei kleinen Wunden habe ich zum Desinfizieren ein Wundspray dabei. Aufsprühen, trocknen lassen und danach Sprüh-Pflaster verwenden. Finde ich persönlich besser als klassische Pflaster, unter denen es auch gerne mal feucht wird.

Niemals Sonnenschutz vergessen!

In jedem Fall solltest Du ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) einpacken. Wenn ich in sehr sonnigen Regionen unterwegs bist, dann habe ich immer das volle Programm dabei, d. h. Kopfbedeckung, ein Schlauchtuch für den Hals (das man auch notfalls vors Gesicht ziehen kann), hautbedeckende Kleidung, Sonnenbrille. Wer zur Sonnenallergie neigt, kann versuchen, mit Calcium-Brausetabletten vorzubeugen. Ich habe auch immer ein kleines Thermalwasserspray dabei – super bei gestresster Haut und zum Erfrischen im Flugzeug.

Mein Geheimtipp bei Sonnenbrand und Hautreizungen: Panthenol-Spray. Einfach den feinporigen Schaum auf die Haut aufsprühen. Nicht verreiben, sondern einziehen lassen. Noch angenehmer wird’s, wenn man den Schaum vorher im Kühlschrank hatte.

Weitere Tipps für unterwegs

Ich habe festgestellt, dass es ziemlich praktisch sein kann, seine Reiseapotheke – oder einen Teil davon – in eine Haushaltsbox zu packen. Der Vorteil: nichts wird zerdrückt oder kann feucht werden. Der Nachteil: möglicherweise etwas sperrig im Gepäck. Probiere es am besten mal aus. Alternativ sind Zipper-Tüten gut zum Verpacken geeignet. Lasst die Umverpackungen aus Karton zu Hause. Die Beipackzettel einfach mit einem Gummiband am jeweiligen Medikament befestigen. Oder Du lädst Dir in einer Online-Apotheke einfach alle wichtigen Beipackzettel als PDF herunter und speicherst sie auf Deinem Smartphone.

10 Kommentare

  1. Das sind super Tipps, vor allem auch, wie man die eine oder andere Krankheit vielleicht gleich ganz vermeiden kann indem man in Deutschland vorbeugt. Und das mit den Beipack-Zetteln ist eine super praktische Idee 🙂
    Bei mir muss immer noch Iberogast mit dabei sein, da mein Magen/Darm einfach empfindlich ist und das gegen sämtliche kleinen Unpässlichkeiten hilft.
    Liebe Grüße,
    Kathi

    • Liebe Kathi, danke für die Ergänzung mit den Magentropfen. Die kenne ich auch und finde, dass sie sehr gut wirken. Viele Grüße zurück, Beatrice

  2. Hallo Beatrice,

    Danke für diesen informativen Artikel. nun weiß ich was ich auf meiner 3-monatigen Asien-Rundreise nicht vergessen darf. Der Tipp mit den Beipackzetteln als PDF auf dem Smartphone ist genial. Das wird gleich in die Tat umgesetzt. Mach weiter so mit diesem tollen Reiseblog 🙂

    Liebe Grüße,

    Max

  3. Hey,
    du hast auf jeden Fall recht, dass es viele Faktoren dafür gibt, welche Medikamente auf der Tour wichtig sind. Du hast ja schon Aspirin genannt. Ich finde Aspirin Complex eine gute Notfalllösung, da man damit notfalls auch noch bis ins nächste Tal laufen kann. Bei schwindendem Proviant krank im Zelt liegen bleiben ist für mich als Packpacker und Wandere oft keine Option.

    LG Jannis

    • Hey Jannis, ich habe Aspirin Complex noch nicht ausprobiert. Der Nachteil bei Acetylsalicylsäure ist in meinen Augen die gehemmte Blutgerinnung als Nebenwirkung. Aber ich denke, wenn man gut auf den Wirkstoff anspricht und besonders im Notfall ist das garantiert eine sinnvolle Lösung – tausendmal besser, als fiebernd und krank irgendwo „in der Pampa“ zu liegen. Danke für die Ergänzung und liebe Grüße!

    • Lieben Dank, Marieke. Ich habe den Artikel sogar noch mal von einem Arzt aus meinen Freundeskreis Korrektur lesen lassen, damit auch wirklich alles korrekt ist.

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