Botswana – Chobe Nationalpark, Makgadikgadi Pans & Moremi Game Reserve

Chobe Nationalpark

Nach dem fulminanten Start meines Roadtrips durch Botswana an den Victoria Falls in Simbabwe geht es weiter mit dem Auto über die Grenze nach Botswana. In diesem Artikel erfährst Du alles über den ersten Teil meiner Rundreise:

Victoria Falls – Chobe Nationalpark
Chobe Nationalpark – Makgadikgadi Pans
Makgadikgadi Pans – Moremi Game Reserve

Von Victoria Falls zum Chobe Nationalpark

Die Kazungula Road von Victoria Falls zum Grenzübergang Simbabwe – Botswana ist ein perfekter Vorgeschmack für die gesamte Tour, die noch vor uns liegt: rechte und links Buschland, soweit das Auge reicht. Man versteht auch sofort, warum dringend von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit gewarnt wird, denn der Asphalt ist voll mit Elefantendung. Ganz offensichtlich waren hier nachts ganze Herden unterwegs.

Selbst auf der kurzen Fahrt von rund 82 km bis zum Chobe Nationalpark & den Chobe Safari Lodges bekommen wir einen Vorgeschmack vom Tierreichtum der Region: schon von der Straße aus sichten wir jede Menge Tiere: reichlich Impalas, Giraffen und Elefanten sind rechts und links der Fahrbahn zu sehen.

Übernachtung: Im Chobe Nationalpark verbringen wir eine Nacht in der Chobe Bush Lodge, die zu den Chobe Safari Lodges gehört. Die Unterkunft ist eine der schönsten Lodges auf der ganzen Reise. Geräumige, luxuriöse Zimmer mit offenen Badezimmer. Abendessen gibt es als üppiges Buffet in der Chobe Safari Lodge, die direkt am Chobe Fluss liegt und wo besonders früh am Morgen eine ganz besonders magische Stimmung herrscht.

Die Sunset Boat Cruise auf dem Chobe River war als besonderes Highlight angekündigt.

In der Tat haben wir im Chobe Nationalpark viele Tiere vom Boot aus gesichtet und auch der Sonnenuntergang war erwartungsgemäß sehr stimmungsvoll. Allerdings darf man sich die Tour nicht unbedingt als intimes Zwiegespräch mit der Natur vorstellen. Die Boote sind meist ziemlich voll mit Gästen und auch unterwegs auf dem Fluss begegnet man etlichen Ausflugsbooten von den anderen Lodges am Fluss.

Sunset at the Chobe River #sunset #botswana #beautiful #love

Ein von beatriceanton (@reisezeilen) gepostetes Foto am

Gut zu wissen: Nur einen kurzen Fußweg von der Lodge entfernt liegt ein Areal mit Supermarkt, Wechselstube und Geldautomat. Hier kann man sich gut mit Bargeld eindecken, Einkäufe tätigen etc.

Vom Chobe Nationalpark zu den Makgadikgadi Pans

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Süden zum Nata Bird Sanktuary, einem von Einheimischen unterhaltenen Naturschutzgebiet am Rand der Makgadikgadi Pans. Die A33 nach Nata ist gut ausgebaut und auf der Autofahrt haben wir wieder jede Menge Tiere gesichtet – was die recht lange Fahrt über 335 km erfreulich abwechslungsreich macht. Menschliche Siedlungen sucht man vergeblich – hier regiert die Natur.

Passiert man das Tor zum Nata Bird Sanctuary, hat man das Gefühl, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Immerhin war die weite, karge Ebene von Gnus und Straußen bevölkert und wenn man genau hinschaute, regten sich in dem vertrockneten Gras erstaunlich viele Vögel. Eine staubige Geländewagenstrecke führt durch die einsame Mondlandschaft bis zu einem Aussichtspunkt über die Sowa Pan, die bei unserem Besuch sogar mit Wasser gefüllt war.

Gut zu wissen: Nata ist ein guter Ort, um zu tanken und auch alle sonstigen Vorräte (Wasser, Lebensmittel etc.) noch mal aufzufüllen!

Elephant Sands – Where Elephants Rule…

Auf die Übernachtung in Elephant Sands hatte ich mich im Vorfeld am meisten gefreut. Die Eco Lodge liegt mitten in der einsamen Natur an einem Wasserloch, was besonders zur Trockenzeit ständig von Elefanten besucht wird. (Anfahrt: Etwa 53 km nördlich von Nata biegt man von der A33 ab und folgt einer kleinen, buckligen Piste zum Camp.)

Die Rezeption, der Restaurantbereich, die Zelte und sonstigen Unterkünfte liegen rund um das Wasserloch. Zäune gibt es nirgendwo. Nur einige respekteinflößende Betonspitzen zwischen Wasserloch und Restaurant lassen schon bei unserer Ankunft vermuten, dass die Dickhäuter hier wohl aus nächster Nähe zu sehen sind und durch die Abgrenzung davon abgehalten werden, heimlich nachts in der Bar Party zu feiern.

Elephant Sands

Ich wohne in einem der Zelte direkt gegenüber des Restaurants (oben im Bild sieht man das Haupthaus im Abendlicht). Die Ausstattung ist einfach, aber gut durchdacht. Zum Glück gibt’s auch genug Decken, denn nachts ist es ganz schön kalt und die dünnen Zeltplanen können gegen die Temperaturen nicht viel ausrichten.

Zu Fuß unterwegs in der Wildnis

Am späten Nachtmittag machen wir einen Bush Walk mit einem bewaffneten Ranger durch das Gebiet. Die kleine Wanderung war eigentlich unspektakulär und Tiere haben wir nicht gesehen. Trotzdem kann man den Busch noch mal ganz anders wahrnehmen, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Ranger Frank erklärt uns viele Details, zeigt uns Pflanzen, Vögel und Insekten. Und wir geniessen den Sonnenuntergang, bevor es bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück ins Camp geht.

 

Von Frank erfahren wir auch, dass es momentan überall genug Wasser gibt und deshalb momentan wenig Elefanten zum Camp kommen. Zum Glück nehmen das die Elefanten nicht so genau und tauchen pünktlich zur Abendessenzeit lautlos am Wasserloch auf. Das war wohl eines der unglaublichsten Erlebnisse, mit einem Bier im Schein des Lagerfeuers zu stehen und nur einige Meter entfernt laufen die Elefanten als große, dunkle Schatten durch die Nacht.

Für viel Spektakel sorgte kurz darauf das Auftauchen eines Buschbabys. Das winzige Feuchtnasenäffchen mit den großen Ohren und Augen wurde verletzt und verwaist gefunden und hat in Elephant Sands eine neue Heimat gefunden. Der kleine nachtaktive Zwerg rast abends mit Vorliebe im Restaurant herum und sorgt für jede Menge Action. Wenn es morgens kalt ist, kommt es auch schon mal vor, dass er ahnungslose Gäste erschreckt, indem er sie anspringt und versucht, unter ihr T-Shirt zu kriechen, weil es da so schön warm ist.

Lesetipp: Wolfgang von Groovy Planet war auch zu Gast in Elephant Sands und hat darüber berichtet: Unter Elefanten in Botswana

Von Elephant Sands über Maun in die Wildnis

Am nächsten Tag wartet mit 475 km eine weite Fahrstrecke auf uns. Erst geht es von Elephant Sands nach Nata und von dort über die A3 nach Maun, wo noch mal eingekauft und getankt wird, denn die nächsten drei Übernachtungen verbringen wir mitten im Busch in einer privaten Konzession im Greater Kwai Gebiet am östlichen Rand des Okavango Deltas. Bis Shorobe ist die Straße noch geteert, danach fahren wir nur noch Sandpiste bis zum Zeltcamp mitten in der Wildnis in der Khwai-Region.

Das Camp ist der Traum jedes Safari-Reisenden.

Kleine Zelte mitten im Busch, malerisch an einer sanft geschwungenen Flussbiegung gelegen. An der schönsten Stelle ist ein Essbereich mit kleiner Bar aufgebaut. Während man seinen Sundowner trinkt, grasen in der Ferne Elefanten. Nach Einbruch der Dunkelheit flackert ein Lagerfeuer, Frösche quaken und der südliche Nachthimmel ist so wundschön, dass man eigentlich nichts mehr tun möchte, als Sterne anschauen und schweigen. Zum Abendessen zaubert das Koch ein dreigängiges Menü und als wir später in der tiefen Dunkelheit zu unseren Zelten kommen, hat jemand vom Team in jedem Bett eine Wärmflasche platziert, damit niemand in der kalten afrikanischen Nacht frieren muss.

Diese Nächte gehörten mit zu den schönsten Erlebnissen, die ich in Afrika hatte. Allein den Geräuschen der Wildnis zu lauschen, hatte für mich überhaupt nichts Furchteinflößendes. Es knackt, es ruft, es raschelt. Macht nichts, ich fühle mich, als würde ich dazu gehören. Nicht weit vom Zelt entfernt verläuft ein Trampelpfad. Es ist Weg der Elefanten zum Fluss. Dort, wo ich am Nachmittag allein unterwegs war (was eigentlich streng verboten ist) und einem Bullen begegnet bin. Nur er und ich. Er war erstaunt, ich kurz erschrocken. Aber nur ein Schritt zurück hat genügt, ihm zu signalisieren, dass ich ihm nicht in die Quere kommen will. Er hat mich nur aufmerksam gemustert, um dann in Ruhe weiter zu ziehen.

An diesem wunderschönen Platz mitten im Busch stand unser Camp. #botswana #camping #beautiful #love #africa Ein von beatriceanton (@reisezeilen) gepostetes Foto am

African Safari

Die nächsten beiden Tage verbringen wir komplett auf Safari. Am Morgen geht es los mit einem kurzem Frühstück, bei dem wir uns gleich noch ein paar Sandwiches für die Mittagspause im Busch vorbereiten, um dann direkt zur Pirschfahrt zu starten.

Mehr Tierbilder und meine Tipps, was es auf Safari alles zu beachten gibt, findest Du hier: Tipps für eine Safari in Afrika inklusive Ausstattung & Planung

In der Kwai-Region grenzen Chobe Nationalpark und das Moremi Game Reserve direkt aneinander und es gibt unglaublich viele Tiere. Wir begegnen vielen Elefanten – an einem Tag sind wir auf gut 100 Sichtungen gekommen. Aber auch Giraffen, Zebras und verschiedene Antilopenarten sind zu sehen. Als Highlight gab’s sogar African Wild Dogs, deren Bestand leider sehr stark gefährdet ist.

Am Abend sind wir nach dem Abendessen auf Nachtsafari unterwegs, was ich allerdings nur bedingt empfehlen kann. Es gab relativ wenig Tiere zu sehen. Dafür war es selbst mit Daunenjacke in dem offenen Safari-Fahrzeug wirklich eisig kalt.

Am zweiten Tag fahren wir bis ins Moremi-Wildreservat, wo wir das erste (und leider einzige Mal) Löwen sehen können. Nach drei abenteuerlichen Nächten im Busch geht es leider wieder zurück nach Maun in die Zivilisation. Dafür wartet dort schon das nächste Highlight, über das ich schon berichtet habe: ein Rundflug mit einer Cessna über das Okavango Delta.

Weitere Lesetipps zu Botswana

Der zweite Teil meines Roadtrips in Botswana mit meinen Erlebnissen im westliche Okavango-Delta und im Caprivi-Streifen (Namibia) folgen in Kürze. Wenn Du keinen neuen Artikel verpassen willst, dann folge mir auf bloglovin‘
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Hier siehst Du die gesamte im Artikel beschriebene Route im Überblick.

10 Kommentare

  1. Hallo Beatrice,

    vielen Dank für deinen tollen Bericht. Meine Freundin und ich wollen im Juni und Juli 2017 auch einmal um das Okavango Delta reisen. Wie lange warst du denn insgesamt unterwegs? Wie viele Tage würdest du empfehlen?
    Vielen Dank für deine Rückmeldung.
    Liebe Grüße
    Jan

    • Hallo Jan,
      ich war 17 Tage unterwegs, hauptsächlich in Botswana. Für mich fand ich das ausreichend, aber so eine Planung hängt halt auch immer sehr von der beabsichtigten Route ab. Nehmt euch Zeit, ganz in Ruhe zu reisen.
      Viel Spaß bei eurer Tour,
      Beatrice

  2. Ach ja, ich könnte schon wieder zurück nach Afrika! 😀 Schönen Dank für den Hinweis zu meinem Artikel über Elephant Sands … Das mit dem „tierlosen“ Bush Walk habe ich da ja auch erlebt (wenngleich am frühen Morgen). Da haben sich die Tiere wohl abgesprochen, dass die sich nicht blicken lassen! 😉

    LG, Wolfgang

    • Ja, als ich in Deinem Artikel gelesen habe, dass es Dir genauso ging, musste ich schon lachen. Überall Unmengen an Tieren und ausgerechnet beim „Bush Walk“ lässt sich keine Tierseele blicken 😀 Liebe Grüße zurück!

  3. Wow, was für tolle Eindrücke! Ich bin total begeistert von den stimmungsvollen Bildern und deinen informativen Berichten. Einzigartig, die Tiere aus nächster Nähe und in freier Wildbahn sehen zu können. Nur auf die Begegnung mit dem Bullen hätte ich wohl verzichten können. 😉 Auch die Camps sehen echt toll aus. Du machst mir Lust auf Afrika!
    Liebe Grüße
    Nathalie

    • Liebe Nathalie, auch wenn ich schon einige Reisen machen durfte und ich sehr dankbar bin für die vielen tollen Erfahrungen, hat mich dieser Botswana-Trip wirklich sehr berührt. Es geht irgendwie nichts über die afrikanische Wildnis…

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