Reisebudget – Tipps für eine (relativ) günstige Safari in Afrika

Safari Afrika Kosten

Außergewöhnliche Locations locken mit einmaligen Afrika-Erlebnissen, aber der Sundowner vor atemberaubender Kulisse muss meist teuer bezahlt werden. Auch wenn ich schon sehr lange ein großer Afrika-Fan bin, habe ich oft in früheren Jahren meine Reisepläne wieder über den Haufen geworfen, weil mir bei den Preisen für die angebotenen Safaris die Tränen in die Augen traten.

Nach ein paar Afrika-Trips habe ich einige Erfahrungswerte gesammelt, was man bei der Planung beachten sollte, wenn man den Löwen günstiger beim Brüllen zuhören will. Wobei auch klar sein sollte, dass eine Tour in ein afrikanisches Land sicher nie ein „Schnäppchen“ sein wird. Dafür wird man mit unvergleichlichen Begegnungen mit Menschen, Tieren und der Natur belohnt.

Auswahl der Lodge – Es muss nicht die Luxusvariante sein

Selbst relativ einfache Lodges können in afrikanischen Ländern oft unglaublich reizvoll sein und ein ganz besonderes Flair haben. Schaut also nach kleineren, individuellen Unterkünften, Gästehäusern auf Farmen oder nach Eco Lodges.

Elephant Sands in Botswana

Ich erinnere mich z. B. unglaublich gerne an Elephant Sands, ein ziemlich einfaches Zeltcamp im Nordosten von Botswana mitten im Busch direkt an einem Wasserloch. Es gibt nirgendwo Zäune und man kann abends vom Bar- und Restaurantbereich aus die Elefanten aus kurzer Entfernung beim Trinken beobachten. Die simplen, aber sehr geräumigen Zelte verströmen für mich das Safari-Feeling schlechthin.

botswana reisetipps
Botswana – Elephant Sands

Tagsüber kann man mit einem Ranger Walking Safaris machen, die direkt am Zeltcamp starten. Man läuft einfach los in den Busch. Auch wenn wir bei der Tour keine größeren Tiere gesichtet haben, war die Erfahrung ganz besonders. Man erlebt und fühlt die Natur ganz anders, als abgeschirmt in einem Safari-Fahrzeug.

Zu Fuß im Busch bei der Walking Safari

Makoa-Farm in Tansania

Auch die Makoa-Farm in der Nähe des Kilimandscharo in Tansania war ein ganz besonderes Erlebnis. Das Tierarztpaar Elisabeth Stegmaier und Laszlo Paizs bewirtschaftet nicht nur die Farm, sondern bietet verletzten und verwaisten Wildtieren ein Zuhause. Man kann auf der Farm Ausritte buchen und auf dem Pferderücken die Region erkunden.

Die Farm bietet keinen Infinity Pool, aber dafür beim Aufwachen den Blick auf den schönsten Berg Afrikas. Der erste Morgenkaffee wird zum Bungalow gebracht, damit man die Aussicht und die Morgenstimmung auf der eigenen kleinen Terrasse geniessen kann. Das Abendessen wird mit allen Farmmitgliedern in familiärer Runde eingenommen und von interessanten Gesprächen begleitet.

Gäste-Bungalow auf der Makoa-Farm

N/a’an ku’sê Eco-Lodge in Namibia

Die beiden Fotonomaden Katrin und Markus waren in Namibia in der N/a’an ku’sê Eco-Lodge in der Nähe von Windhoek in Namibia. Über ihre dortige Begegnung mit Geparden haben die beiden auch auf Reisezeilen berichtet. Hier findest du ihre ausführlichen Namibia-Berichte Teil 1 und Teil 2.

Entfernung der Lodge zum Ausgangspunkt der Safari

Es gibt einige Naturschönheiten in Afrika, die eine so große Popularität haben, dass die Preise dafür automatisch in die Höhe schnellen. Ein Beispiel ist der berühmte Ngorongoro-Krater in Tansania. Es gibt Lodges, die direkt in der Nähe des Kraterrandes liegen, von wo aus man bequem morgens zum Game Drive starten kann. Dafür fallen natürlich viel höhere Kosten an, als wenn man erst mal eine längere Anfahrt in Kauf nimmt, um zum Krater zu gelangen.

Wir haben zum Beispiel in der Tloma Lodge in Karatu übernachtet, einem schönen, schlichten Hotel mit Bungalows in einem gepflegten Garten. Die Lodge gehört zum Zusammenschluss TANGANYIKA WILDERNESS CAMPS, der sich für einen nachhaltigen Tourismus einsetzt.

Foto: Tloma Lodge

Off-Season – Nicht in der Hochsaison reisen

Um für sich zu entscheiden, ob auch eine Reise in der Nebensaison in Frage kommt, muss man sich etwas eingehender mit den aktuellen Wetterbedingungen im Zielland auseinander setzen. Hier meine ich nicht unbedingt die Standard-Klimatabellen, die sich in den üblichen Reiseführern befinden, sondern eine etwas eingehendere Recherche.

Veränderungen durch den Klimawandel beachten

Im Zuge der Veränderungen durch den Klimawandel sind gerade in den Subsahara-Ländern deutliche Auswirkungen zu spüren. Die Regenzeiten sind verschoben, fallen teilweise aus, während es in den Trockenzeiten zu unerwarteten und heftigen Regenfällen kommt. In Tansania war das zum Beispiel sehr stark zu beobachten. Wir waren im Januar/Februar dort, also in der Trockenzeit, und haben es erlebt, dass Teile der Serengeti durch Regen so aufgeweicht waren, dass selbst die erfahrenen tansanischen Guides große Probleme beim Fahren hatten.

Diese Autos waren alle festgefahren und mussten mit gegenseitiger Hilfe wieder aus dem Schlamm gezogen werden.

Gerade wer vor hat, als Selbstfahrer unterwegs zu sein, sollte sich also eingehend mit dem Wetter und den Gegebenheiten vor Ort beschäftigen. Ganz wichtig finde ich vor allen Dingen den Regenfaktor. Wenn die Gefahr besteht, dass durch starke Unwetter Straßen/Wege unpassierbar werden, wird es schwierig.

Je nach Region kann es aber gerade in der Nebensaison durchaus akzeptable Bedingungen geben, was den Vorteil hat, dass die Preise deutlich niedriger liegen. Ob man mit großer Hitze gut klarkommt, ist meist eine Typfrage. Trockenheit hat gerade bei Tierbeobachtungen den Vorteil, dass sich alle Tiere an den Wasserstellen sammeln. Gegen die Kälte – vor allen Dingen nachts – kann (und sollte!) man sich mit entsprechend warmer Kleidung wappnen.

Sommer in Tansania – selbst die Impala nutzen jeden kleinen Schatten.

Selbstfahrer-Safaris als Alternative zu organisierten Touren

Selbstfahrer-Touren sind in Ländern wie z. B. Namibia, Südafrika und auch Botswana durchaus üblich. Die Vorteile als Selbstfahrer: Man kann seine Tour selbst planen, sich im eigenen Rhythmus bewegen und Geld sparen. Wichtigste Voraussetzung: Man muss wissen, wohin man will, wo das ist und wie man hinkommt, denn Straßennamen, Wegweiser und Hinweisschilder gibt es mitunter kaum, manchmal gibt es nicht einmal Straßen. Am besten bringt man also auch Allrad-Erfahrung mit, um mit den Gegebenheiten – oder den Nichtgegebenheiten – vor Ort zurecht zu kommen.

Namibia & Südafrika

Karin von den Fotonomaden war schon mehrmals mit dem Mietwagen unterwegs und hat ein paar Tipps parat:

„In Namibia ist das Fahren mit einem Mietauto überhaupt kein Problem. Die Straßen sind in sehr gutem Zustand und es ist einfach, sich zu orientieren. Es macht Sinn einen Mietwagen von einem Anbieter zu wählen, der sich an die Standards des Caran-Clubs hält. Da man auch auf Staubstraßen fährt und auf Campingplätzen öfter von asphaltierten Straßen abfährt, ist ein Allradauto praktisch. Am Besten wählt man eines mit zweitem Tank und zweitem Ersatzreifen.

Am Tag der An- und Abreise ist es besser, keine weiteren Unternehmungen einzuplanen und mit einigen Stunden Zeitpuffer unterwegs zu sein.

Echte Allradstrecken, wie etwa den Isabis 4×4 Trail oder nach Sandwich Harbour sollte man nur fahren, wenn man viel Erfahrung hat. Sonst besser auf das Abenteuer verzichten oder eine Tour buchen. In der Dämmerung und bei Dunkelheit wirklich nur im Notfall und sehr vorsichtig fahren, da viele Tiere unterwegs sind und die Unfallgefahr hoch ist.

Wenn man irgendwo parkt, wird einem von Einheimischen gegen eine kleine Gebühr oft angeboten, dass das Auto bewacht wird. Wir haben das immer gerne genutzt, auch um den Menschen vor Ort einen kleinen Zuverdienst zu ermöglichen.“ (Viele weitere Tipps zum selbst Organisieren einer Namibia-Reise findest du im Fotonomaden-Blog.)

In Südafrika ist das Fahren mit dem eigenen Wagen ähnlich unkompliziert.

In Ostafrika ist das Fahren mit einem Mietauto wesentlich schwieriger. Die Straßen sind in viel schlechterem Zustand und auch nicht gut ausgeschildert.“

Die eigene Unterkunft immer dabei: Zelt statt Lodge

Wer ein Allrad-Fahrzeug mit Dachzelt mietet, hat sein Bett immer dabei und kann jeden beliebigen Campingplatz anfahren. Eine Camping-Ausrüstung mit den wichtigsten Utensilien wie Tisch, Stühle, Kochausstattung, Geschirr usw. sind beim Fahrzeug inklusive.

Allerdings muss man sich je nach Saison & Region vorher um die Reservierung kümmern, um auch in jeden Fall einen Platz zu bekommt.

Safari „off the beaten track“ – lohnenswert, aber oft teuer

Es gibt einige Nationalparks, die es zu echter Berühmtheit gebracht haben. Dazu gehören die Serengeti in Tansania, der Etosha-Nationalpark in Namibia oder das Okavango Delta in Botswana. Entsprechend gut besucht und teuer sind diese Safari Hot Spots.

Krokodil-Baby im Okavango Delta

Teilweise etwas niedrigere Preise und so gut wie keinen Andrang gibt’s in Safari-Gebieten, die noch nicht so populär sind. Aber durch die fehlende Infrastruktur und die möglicherweise größeren Reisedistanzen kann sich dieser Vorteil schnell umkehren. Es kommt also sehr auf die Region an, in der man unterwegs sein will. Eine genaue Recherche ist also unbedingt sinnvoll.

Tansania

Man kann im Norden von Tansania den sogenannten Northern Circuit bereisen: ausgehend von Arusha besucht man den Tarangire Nationalpark, den Lake Manyara, den Ngorongoro Crater und die Serengeti.

Tarangire Nationalpark/Tansania: Elefanten, die im trockenen Flussbett nach Wasser graben.

Der Southern Circuit führt ausgehend von Dar-es-Salaam zum Selous Game Reserve, den Ruaha National Park, in die Udzungwa Mountains und den Mikumi National Park.

Die große Mehrheit der Besucher ist im Norden unterwegs: die Wege sind relativ kurz, das Klima kühler als im Süden und es gibt eine Menge Camps und Lodges. Entsprechend knapp (und dadurch vergleichsweise günstiger) sind auch viele Touren geplant, bei denen man täglich in einer neuen Lodge übernachtet und ziemlich schnell durch die Nationalparks „gejagt“ wird.

Im Süden gibt es viel weniger Unterkünfte und die Distanzen sind wesentlich größer. Man muss als Gast automatisch langsamer reisen und mehr Übernachtungen einplanen. Wegen der aufwändigeren Logistik sind die Camps im Süden nicht unbedingt billiger. (Trotzdem muss der Southern Circuit in Tansania ein unglaubliches Erlebnis sein, den ich persönlich sehr gerne machen möchte.)

Auch wenn die Reiseausgaben dadurch nicht wirklich sinken, würde ich jedem Afrika-Fan empfehlen, sich auch für die weniger bekannten Regionen zu interessieren, besonders wenn man schon ein wenig Safari-Erfahrung in den bekannten Ländern wie Namibia, Südafrika oder Botswana hat.

Besondere Highlights, die ich auch noch sehr gerne kennenlernen will:

Malawi – Lesestoff gibt es bei Ani denkt.

Uganda – Finde mehr dazu bei Funkloch.

Sambia – Dort war schon Grovy Planet unterwegs.

Simbabwe – Tipps sind bei den Reisedepeschen zu finden.

4 Kommentare

  1. Danke für die tollen Tipps. Eigentlich stand eine Safari nie weit oben auf meiner Travel Bucketlist, einfach schon wegen des Preises, aber je meht ich darüber lese, desto sehnlicher wünsche ich mir, doch persönlich hinzureisen.

    Liebe Grüße,
    Anni

  2. Ich empfehle eine Radtour durch Hell’s Gate in Kenia. Ein Tag reicht, um selbstorganisiert z.B. von Nairobi aus hinzufahren, sich dort ein Rad auszuleihen und an Zebraherden und Felsformationen vorbei zu radeln. Anschließend eine geführte Tour durch das spektakuläre, meterhohe Flussbett (wo schon Tomb Raider gedreht wurde…) zu den heißen Quellen.

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