Sicherheit in Tansania – Tipps & praktische Erfahrungswerte

Sicherheit in Tansania

Was die Sicherheit in Tansania angeht, hatte ich generell ein gutes Gefühl. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass man als Reisender mit Guide sehr behütet unterwegs ist und die Lodges eigentlich immer ausreichende Sicherheitsmaßnahmen treffen. Wir haben aber auch mit Einheimischen gesprochen bzw. mit Ausländern, die schon lange im Land leben und alle haben uns bestätigt, dass die tansanische Bevölkerung eher freundlich eingestellt ist und vergleichsweise wenig passiert. Offenbar scheint es eher in den Nachbarländern wie z. B. Kenia zu Zwischenfällen zu kommen. Dennoch ist es sinnvoll – wie auf jeder Reise – einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Wer auf eigene Faust unterwegs ist, sollte sich in das elektronische Meldesystem des auswärtigen Amtes eintragen. Ich habe das bisher nur bei meinen Israel-Reisen gemacht, aber gerade bei einem selbst organisierten Trip in afrikanischen Ländern ist das sehr sinnvoll.

Kriminalität in Tansania

Als wir uns zu Fuß in Arusha umsehen wollten, wurden wir von einer Hotelangestellten gebeten, die Fotokamera – die ich um den Hals hängen hatte – besser nicht mitzunehmen. Eine neutrale Tasche wäre vermutlich in Ordnung gewesen. Ich fand es dann tatsächlich auch angenehmer, ohne sichtbare Besitztümer unterwegs zu sein. Als Weiße, die zu Fuß in einem Außenbezirk die Straße entlang liefen, waren wir ohnehin so auffällig wie ein dreiköpfiger Affe. Wir wurden zwar nie angesprochen, aber gefühlt alle Menschen haben uns angestarrt. Wenn man ohnehin schon im Mittelpunkt des Interesses steht, sollte man Schmuck, Uhren, teure Smartphones und andere Wertgegenstände nicht demonstrativ herumtragen. Auch aus Respekt der Bevölkerung gegenüber, für die ein iPhone ein Jahreseinkommen bedeutet.

Wovor wir außerdem gewarnt wurden: Man sollte nicht in Autos und angebliche Taxis steigen, die plötzlich anhalten und eine Mitfahrgelegenheit anbieten. Offenbar ist das eine bekannte Masche, um Fremde auszurauben oder diese zu zwingen, am nächsten Automaten Geld abzuheben.

Straßenverkehr & Fahrten über Land

Mein Arzt hat mir mal gesagt, dass es gerade in einem afrikanischen Land viel wahrscheinlicher ist, einen Verkehrsunfall zu haben, als sich an Malaria oder einer anderen exotischen Krankheit anzustecken. Was Tansania angeht, hat er vermutlich damit recht. Die Straßen sind überwiegend im schlechten Zustand. Verkehrsschilder gibt es im Grund nicht und wir sind auf 2.500 km Fahrstrecke zwei Ampeln begegnet.

Wer mit Guide unterwegs ist, braucht sich ohnehin wenig Sorgen machen. Alle Selbstfahrer sollten in jedem Fall darauf achten, nicht nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs zu sein. Zu leicht taucht plötzlich aus dem Nichts ein Tier auf der Straße auf. Büffel oder Elefanten werden in der Dunkelheit praktisch unsichtbar und haben keinen Fluchtaffekt. Wer will schon mit einem Wildtier kollidieren.

Wir haben selbst einmal die Situation gehabt, dass wir aufgrund etlicher Verzögerungen noch abends unterwegs waren. Plötzlich in der aufkommenden Dämmerung hatten wir dann auch noch einen Panne. Während unser Fahrer unter dem Landcruiser lag und die Antriebswelle repariert hat, sollten wir mit Taschenlampen die Umgebung sichern. Auch große Tiere sind nachts nur lautlose Schatten, denen wir nicht plötzlich gegenüber stehen wollten.

Ich zitiere hier mal unseren Guide: „Elephant don’t like human and buffalo will attack anything.“

Was mich auch sehr beeindruckt hat, ist die enorme Hilfsbereitschaft. Als wir mit besagter Panne am Wegesrand standen, hat wirklich jedes vorbeikommende Auto gehalten, um uns zu fragen, ob wir Hilfe benötigen. Unser Fahrer hat auch tatsächlich den Wagen wieder fahrtüchtig machen können, sodass wir es zumindest bis zu Lodge geschafft haben. Über Nacht wurde das Auto dann in einer Werkstatt repariert und stand am nächsten Morgen wieder parat, als wäre nichts gewesen.

Kleiderordnung in Tansania

Auch in Tansania gilt – wie in vielen anderen Länder – dass man nicht zu leicht bekleidet unterwegs sein sollte. (Das gilt zumindest für das Festland, denn auf Sansibar war ich nicht.) Keine superkurzen Hosen, tiefe Ausschnitte, transparente Tops o. ä.

In unserem Hotel in Arusha sah ich zwei junge Frauen, die mit dem Rucksack unterwegs waren und sich allen Ernstes in Hotpants und Spaghetti-Tops auf den Weg gemacht haben. Ich habe den beiden ehrlich gesagt völlig entgeistert hinterher gestarrt und dann eine Hotelangestellte gefragt, ob eine derartige Kleidung hier nicht etwas deplatziert ist. Sie hat nur mit den Augen gerollt und gemeint, dass es in einer großen Stadt wie Arusha vielleicht noch HALBWEGS akzeptabel wäre. Aber in ländlichen Gegenden ist so ein Auftritt ein absolutes No-Go.

Hier findest du umfassende Tipps, was die praktische Ausrüstung für Safaris angeht.

Liebesbeweise auf offener Straße? Besser nicht!

Liebesbekundungen unter (gleichgeschlechtlichen) Paaren sind absolut unüblich und Homosexualität ist schlimmerweise nicht nur verpönt, sondern sogar strafbar. Als Paar Hand in Hand die Straße entlang zu gehen, ist gerade noch akzeptabel. Als ich aber gedankenverloren dem Liebsten einen Arm um seine Schulter gelegt habe, brachen die Marktfrauen neben uns sofort in Lachen und Rufen aus. In der Öffentlichkeit sollte man also eher zurückhaltend sein.

Impfungen für Tansania

Im Vorfeld der Reise sollte man sich in jedem Fall zum Thema Impfungen und Malaria von einem erfahrenen Tropenarzt/Reisemediziner beraten lassen. Ich habe sowohl in Botswana als auch in Tansania eine Malariaprophylaxe gemacht und über meine Erfahrungswerte geschrieben.

Wir hatten im Vorfeld unserer Reise gehört, dass gelegentlich von den Einreisenden nach Tansania der Nachweis einer gültigen Gelbfieber-Impfung gefordert wird – obwohl die offizielle Regelung das eigentlich nicht vorsieht. Es war dann auch tatsächlich so, dass am Flughafen Kilimandscharo ein Beamter im weißen Arztkittel (!) die Impfausweise aller Ankömmlinge sehen wollte. Es war dann aber wohl eher eine Scheinmaßnahme, denn obwohl mein Liebster nicht gegen Gelbfieber geimpft war, gab es keine Probleme.

Gesundheitsvorsorge

Man sollte sich wirklich jeden Morgen, bevor es los geht, ausgiebig mit Sonnenschutz und Insektenspray behandeln – und nach der Rückkehr gründlich abduschen. In Tansania ist das nicht nur zur Moskitoabwehr wichtig, sondern auch wegen den Tsetse-Fliegen, die es z. B. in großen Mengen im Tarangire-Nationalpark gibt.

Als Sonnenschutz hat sich bei mir das transparente Sonnenspray von dm bewährt. Gegen Insekten haben wir Nobite verwendet – für die Haut und auch die Kleidung, die man am besten schon vor der Reise behandelt.

In jedem Fall absolut unerlässlich ist eine gut ausgestattete Reiseapotheke (für Tipps dem Link folgen). Wir mussten einige Male darauf zurück greifen: Schmerzmittel, Augentropfen etc. Besonders ein Fieberthermometer ist wichtig, denn erhöhte Temperaturen sind immer ein Indikator, das man einen Arzt zurate ziehen sollte. Das war bei uns auch einmal der ausschlaggebende Faktor, zu einer Ambulanz zu fahren. An einem Samstagabend stellte sich das selbst mit Hilfe von Einheimischen als recht schwierig heraus. Die erste Praxis hatte geschlossen, die nächste war deutlich weiter entfernt. Aber es hat doch geklappt. Die Krankenstation hatte zwar nichts mit dem zu tun, was wir unter medizinischer Versorgung verstehen. Sie glich eher einer europäischen Veterinärklinik. Trotzdem fand ich die Ärztin recht kompetent. Es konnte auch schnell festgestellt werden, dass es nichts Ernstes war, sondern „nur“ eine Bronchitis. Auslöser war der viele Staub, dem man fast nirgends entgehen kann, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

Flying Doctors Service

Da wir bei unserer Reise auch in der Serengeti unterwegs waren und damit weit weg von jeder medizinischen Versorgung, haben wir über unseren Reiseanbieter eine Touristenmitgliedschaft bei den AMREF Flying Doctors abgeschlossen. Die African Medical and Research Foundation ist die größte nichtstaatliche Gesundheitsorganisation Afrikas, die sich vor allen Dingen um die ländliche Gesundheitsbetreuung kümmert. Im Notfall kann man sich von den Flying Doctors evakuieren lassen. Gleichzeitig unterstützt man mit der Mitgliedschaft auch die Arbeit der Organisation.

Sicherheit in Tansania – Weitere Informationsquellen

Gerade was Sicherheitsaspekte angeht, informiere ich mich vor jeder Reise in der jeweiligen Ländersektion des Auswärtigen Amtes.

 

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