Tarangire Nationalpark in Tansania – Von Dickhäutern und geflügelten Wesen

Tarangire Nationalpark

Zwei Tiere kommen mir in den Sinn, wenn ich an den Tarangire Nationalpark zurückdenke: Elefanten und Tsetse-Fliegen. Beiden begegnet man häufig. Während wir nach den Elefanten gesucht haben, waren die Tsetse-Fliegen eher ungebetene Gäste in unserem Landcruiser.

„Are these tsetse flies?“ frage ich unseren Guide Edward mit einer Mischung aus Respekt und Ekel, als sich, sobald wir zur Tierbeobachtung angehalten haben, ein ganzes Geschwader dieser Fluginsekten auf unseren Geländewagen stürzt – 100 drinnen, 1.000 draussen. Die schmalen, mittelgroßen Fliegen sind leicht zu erkennen, weil sie im Sitzen ihre Flügel auf dem Rücken genau übereinander gelegt haben.

Wie schützt man sich vor Tsetse-Fliegen?

Gleich zu Anfang deshalb ein paar wichtige Fakten zu diesem lästigen Insekt, das die Schlafkrankheit auf den Menschen übertragen kann. Die Fliegen sind im Tarangire Nationalpark ziemlich verbreitet, ganz besonders in den Monaten Dezember bis Februar. Wir waren im Januar unterwegs und unser Wagen wurde ziemlich umschwärmt. Allerdings scheint auch die Tageszeit eine Rolle zu spielen. Morgens waren die Fliegen besonders lästig, während wir ab mittags kaum noch etwas von ihnen zu sehen bekamen. Im Tarangire Nationalpark werden die Tsetse-Fliegen dadurch bekämpft, dass die Safari-Fahrzeuge außen mit einem Insektizid besprüht werden. Auch im Park selbst hängen entlang der Wege blaue präparierte Stoffsegel, die als tödliche Fallen die Insekten anlocken sollen.

Wir sind nicht gestochen worden, haben aber immer darauf geachtet, uns sorgfältig mit Nobite einzusprühen. Unsere Kleidung hatten wir vorher auch behandelt. Lange leichte Hosen und Hemden sind am besten für eine Safari geeignet. Darüber hinaus sollte man dunkle und leuchtende Farben vermeiden, denn die Tsetse-Fliege wird besonders von blau und schwarz angezogen. Wenn man diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, nerven die Fliegen zwar, aber man bleibt verschont! (Hier gibt es noch mehr Tipps für die richtige Ausrüstung auf Safari.)

Elefanten im Tarangire Nationalpark

Nachdem ich im Choke Nationalpark in Botswana schon so viele dieser wundervollen Dickhäuter gesehen hatte, dachte ich, das sei nicht zu toppen. Aber auch der Tarangire Nationalpark bietet diese magischen Momente, in denen man die Zeit anhalten will und nie wieder etwas anderes tun möchte, als in der afrikanischen Wildnis zu sitzen. Der Moment, in dem man in nächster Nähe einer Elefantenherde im Auto sitzt und zusieht, wie die Tiere im trockenen Flussbett des Tarangire nach Wasser graben.

Sobald die Elefanten, die von ihnen gegrabenen Brunnen verlassen haben, folgen die Paviane, die vom Grund dieser Löcher immer noch ein paar Hände voll frischen Wassers zutage fördern.

Dieses auf den ersten Blick friedliche Bild macht aber leider auch mit einem Schlag klar, was hier zum Alltag geworden ist: die Tiere finden zu manchen Zeiten nicht mehr genug Wasser. Es ist nämlich nicht normal, dass der Fluss komplett ausgetrocknet ist. In Reiseführern und auf Wikipedia hatte ich im Vorfeld noch gelesen, dass der Tarangire eigentlich auch in der Trockenzeit Wasser führt, was besonders viele Tiere aus dem ganzen Umland anlockt. Aber auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar, über den ich schon mehrfach im Zusammenhang mit Tansania berichtet habe.

Wo eigentlich Wasser fließen sollte, schlängelt sich das Flussbett als helles, staubiges Band durch die trockene Ebene.

Das passiert, wenn Elefanten nicht mehr genug Wasser finden: sie schälen Rinde und Holz von den Baobabs, weil deren Stamm viel Wasser enthält. Zum Glück sind Baobabs sehr widerstandsfähige Bäume, die sich gut regenerieren können. Aber wenn zu viele Schäden entstehen, gehen auch sie irgendwann ein.

Mittagszeit, die Sonne brennt

Unablässig brennt die Sonne vom blauen Himmel, der gesprenkelt ist mit eine paar kleinen Alibi-Wolkenfetzen. Edward sagt dann dasselbe, was er während unserer gesamten Reise auch bei deutlich dichterer Bewölkung zu sagen pflegt: „no rain“. Eine dunkle, angetrocknete und rissige Schlammschicht lässt erahnen, dass es hier einmal ein Wasserloch gegeben hat, aus dem nunmehr jede Feuchtigkeit verschwunden ist. Das Gras ist trocken wie Heu und die helle Erde staubbedeckt. Im Schatten der Bäume stehen ein paar Impalas, unbeweglich wie elegante Standbilder.

Der große Baobab direkt am Eingang des Parks ist innen hohl und wurde früher von Wilderern genutzt, um ihre Beute zu verstecken.

Informationen & persönliche Empfehlungen

Ist der Tarangire Nationalpark einen Besuch wert?

In jedem Fall. Allerdings ist der Park sehr populär und zieht viele Gäste an. Als wir um die Mittagszeit dort ankamen, stauten sich schon die Safari-Fahrzeuge am Parkeingang. Es empfiehlt sich also, zeitig zu starten. Am nächsten Tag direkt morgens war es wesentlich ruhiger und entspannter und auch die größeren Tiere waren noch nicht unter Bäumen und Sträuchern verschwunden. Allerdings waren auch die Tsetse-Fliegen in den Morgenstunden noch ziemlich aktiv. Es ist also unbedingt nötig, sich mit Repellent zu schützen.

Suchbild mit Baby-Zebra

Wo kann man in der Nähe des Tarangire Nationalparks übernachten?

Meine Lieblingslodge in Tansania und mein absoluter Übernachtungstipp ist das Maramboi Tented Camp in der Nähe des Tarangire Nationalparks. Die Zeltbauten sind sehr großzügig, mit dunklem Holzboden, voll ausgestattetem Bad und einer eigenen kleinen Terrasse. Man blickt in der Ferne auf den Lake Manyara, an dessen gegenüberliegendem Ufer sich, nahezu vollständig vom Dunst verhüllt, eine Bergformation erhebt, die zum Großen Afrikanischen Grabenbruch gehört – einer geologischen Verwerfung, die sich über 6.000 km von Syrien bis nach Moçambique zieht.

Tarangire Nationalpark

Wer den Lake Manyara und die dort lebenden Flamingos und Pelikane aus der Nähe betrachten will, kann einen Spaziergang mit einem Maasai-Führer machen. Ganz bis zum Ufer gelangt man nicht, denn in der Nähe des alkalischen Sees endet der Pflanzenwuchs und der Boden wird zum schweren, lehmartigen Schlamm, der von einer Salzkruste und dem Kot abertausender Vögel bedeckt ist. Wer sich zu weit vor wagt, hat schnell dicke, klebrige Klumpen unter den Schuhsohlen.

Tarangire Nationalpark

Überall auf dem weitläufigen Gelände der Lodge sind Impalas, Marabus, Zebras, Störche, Straußen und jede Menge kleinere Vögel unterwegs. Wir haben oft einfach im Sessel in unserem Zelt gesessen und die Parade der Tiere an uns vorbeiziehen lassen. Gnumütter mit ihrem hochbeinigen Nachwuchs, ein geschäftiger Schakal oder eine Warzenschwein-Familie. Am Abend geniesst man einen Sundowner am Pool und bewundert die zahlreichen Besucher der Wasserstelle in der untergehenden Sonne. Wer Hunger hat, bedient sich am Fingerfood-Buffet und später am Abend wird das Dinner serviert. Das Personal ist freundlich, bemüht und immer zum Plaudern aufgelegt.

Eine sehr stimmige Anlage, die zu den Tanganyika Wilderness Camps gehört, einem Anbieter, der auf Umweltverträglichkeit und eine engen Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung achtet. Absolut top, besser geht’s meiner Meinung nach nicht.

Mehr über Tansania? Hier findest du meinen Artikel zum Ngorongoro-Krater.

4 Kommentare

  1. Hi Beatrice, an die Tse Tse Fliege habe ich bei meiner Safariplanung ja noch gar nicht gedacht. Aber gut, ich bin auch noch am Anfang. Gibt es ein Gegenmittel gegen die Schlafkrankheit oder muss man einfach mit dem Risio leben?
    Liebe Grüße Britta

    • Hi Britta, die Schlafkrankheit kann man behandelt (muss man auch, denn sonst ist sie tödlich). Eine Impfung gibt es aber nicht, man muss also auf Insektenabwehr setzen. Aber es kommt glaube ich eher selten vor, dass sich Touristen infizieren. Tsetsefliegen sind auch nicht überall anzutreffen. Das ist von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich. So geballt wir im Tarangire Nationalpark bin ich ihnen vorher noch nie begegnet. Was man ohnehin IMMER auf einem Safari-Trip beachten muss, ist ein guter Mückenschutz wegen Malaria (wie Nobite) -> der schützt dann auch gleichzeitig gegen Tsetse-Fliegen. Liebe Grüße!

  2. Hallo und guten Abend,

    gerne ürde ich mich informieren , wieviel Unterkunft und Flug kosten würden.
    Leider finde ich keine Preise.
    Würden Sie mir Auskunft geben?

    Freundliche Grüsse
    Sabine Kersten-Mutter

    • Liebe Sabine, wir haben für den Flug mit Ethiopian Airlines von Frankfurt über Addis Abeba zum Kilimandscharo Airport ca. EUR 720,- bezahlt. Was die Lodge einzeln kostet, kann ich nicht sagen, weil wir die Unterkünfte für unsere Reise als Package gebucht habe. Hängt vermutlich auch von der Reisezeit ab. Da würde ich mal beim Anbieter nachfragen. Viele Grüße, Beatrice

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