Taste The Culture – Regionale, saisonale & nachhaltige türkische Lebensmittel

türkische Lebensmittel

„Seit wir in den Hotels türkische Lebensmittel in Bio-Qualität eingeführt haben, sind unser Kosten gesunken. Zwar ist beispielsweise der Bio-Wein teurer, aber er schmeckt den Gästen. Vorher wurde oft ein Glas bestellt, kurz genippt und dann ein anderes Getränk geordert. Das passiert jetzt kaum noch. Der Wein wird ausgetrunken. Dadurch konnten wir im Endeffekt unsere Ausgaben für Getränke senken.“

Man merkt sofort, dass Gürsel Tonbul für ihre Überzeugung brennt. Sie ist ist eine der ersten und bekanntesten Produzentinnen von türkischen Lebensmitteln in Bio-Qualität und Projektpartnerin bei „Taste The Culture“.

Expertin für türkische Lebensmittel
Güsel Tonbul, Inhaberin der der ökologisch bewirtschafteten Degirmen-Farm & Schulungsleiterin des „Taste The Culture“-Projekts.

Taste The Culture & nachhaltige türkische Lebensmittel

„Taste The Culture“ ist ein Projekt des Türkeispezialisten ÖGER TOURS und Futouris, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Tourismusbranche. Es geht darum, den Gästen in ausgewählten Hotels an der türkischen Ägäis authentische, regionales Lebensmittel zu servieren.

Gürsel Tonbul ist Pionierin der ersten Stunde. Sie schult für das Projekt die Hotelmitarbeiter auf der ökologisch bewirtschafteten Degirmen-Farm in Davutlar.

Als sie 1997 in Zürich einen der ersten Bioläden betrat, tat sich ihr eine komplett neue Welt auf. Sie erkannte, dass diese sanfte Landwirtschaft im Einklang mit der Natur genau die Art der Lebensmittelerzeugung war, wie sie noch ihre Großeltern betrieben hatten und die in früheren Zeiten überall in der Türkei üblich war. Güsel beschäftigte sich mit nachhaltiger Landwirtschaft, bevor überhaupt nur der Begriff in der Türkei existierte. Mittlerweile führt sie die Degirmen-Bio-Farm schon viele Jahre und ist anerkannte Expertin für türkische Lebensmittel in Bio-Qualität.

Die Erzeugung von türkischen Lebensmitteln.

Sorgfältige Verarbeitung von türkischen Lebensmitteln.

Bei den türkischen Lebensmittel ist noch viel Handarbeit angesagt.

Auf der Farm herrscht Frauen-Power. Nicht nur auf dem Feld und bei der traditionellen Verarbeitung in Handarbeit, sondern auch in den leitenden Postionen. 

Ich habe mir oft Gedanken gemacht, wie viel Essen wohl normalerweise in Hotels und Restaurants weggeworfen wird. Aber nicht nur das lässt sich mit „Taste The Culture“ verbessern.

Welche Vorteile ergeben sich aus „Taste The Culture“?

Weniger Verschwendung von Lebensmitteln

Besonders Buffets in all inclusive Hotels erfordern einen beträchtlichen Materialeinsatz und am Ende müssen häufig große Mengen Lebensmittel weggeworfen werden. Eine Verschwendung, die „Taste The Culture“ dringend bekämpfen will. Das wird erreicht, indem das Hotelpersonal speziell geschult wird, was den Einkauf, die Lagerung und Verarbeitung von ökologisch produzierten türkischen Lebensmitteln angeht.

Auch mit weniger Ware wirkt die Präsentation auf den Buffets immer noch üppig. Dafür füllt das Personal öfter nach und kontrolliert den tatsächlichen Verbrauch.

Geringere Kosten für die Hotelbetriebe

Eines der Hauptargumente, dass häufig gegen türkische Lebensmittel in Bio-Qualität vorgebracht wird, sind die Kosten. Aber schon das Beispiel mit dem Wein zeigt, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Gerade Hotelbetriebe und all inclusive Anlagen profitieren von einem hochwertigen Essensangebot, weil den Gäste die Mahlzeiten schmecken und sie weniger davon wegwerfen.

Die türkische Kultur und die regionale Küche stehen im Vordergrund

Wenn ich in der Türkei unterwegs bin, will ich nicht Pizza oder Spaghetti essen. Beim Essen möchte ich die Spezialitäten des Landes probieren und ein bisschen von der Lebensart mitbekommen. Das ist auch der Ansatz von „Taste The Culture“. Gerichte nach traditionellen Rezepten machen die Esskultur der türkischen Ägäis erlebbar.

Lokale Anbieter werden unterstützt

Zwar ist es schon vielerorts üblich, dass die Hotels bei lokalen Produzenten einkaufen, dennoch nützt es allen Beteiligten, wenn sich Tourismusbetriebe und landwirtschaftliche Erzeuger noch besser vernetzen und zusammenarbeiten, indem man sich gegenseitig inspiriert und neue Produkte und Angebote ausprobiert.

Das Bio-Konzept wird gestärkt und das Klima geschützt

Türkische Lebensmittel in Bio-Qualität sind bisher in den Hotels noch relativ unbekannt. Wenn sich der ökologische Ansatz noch stärker herumspricht, hilft das vor allem den kleineren, traditionellen Nahrungsmittelproduzenten. Lange Transportwege werden vermieden, die Umwelt wird geschont und die Auswirkungen auf unser Klima werden minimiert. Das stärkt die Region und verbessert das touristische Angebot.

Das Bewusstsein für ihre Ernährung wächst bei den Urlaubsgästen

In Deutschland tut sich was. Auch wenn bisher leider nur knapp 10 Prozent der deutschen Landwirtschaftsbetriebe Bio-Höfe sind, boomt der Markt. 2016 stieg der Umsatz mit Bio-Produkte um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wer zu Hause „bio“ isst, lässt sich auch gerne im Urlaub mit ökologisch erzeugten türkischen Lebensmitteln bewirten.

So werden türkische Lebensmittel serviert!
So sehen dann die Bio-Lebensmittel auf dem gedeckten Tisch aus.

Auch die Gäste werden im Umgang mit Lebensmitteln „geschult“

Aber nicht nur die Hotelmitarbeiter müssen die Schulbank drücken. Auch die Gäste werden mit Informationsmaterial darauf aufmerksam gemacht, welches Essen ihnen präsentiert wird – z. B. regional, bio, vegetarisch etc.

Die Gäste selbst können dazu beitragen können, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Das kann ganz einfach dadurch passieren, dass man lieber öfter zum Buffet geht und sich die Teller nicht zu voll macht.


Projektteilnehmer von „Taste The Culture“ sind sieben Hotels an der türkischen Ägäis, darunter die Hotels der Paloma-Gruppe wie der kürzlich komplett renovierte Club Mary by Paloma in Özdere. Ich war auf Einladung von OEGER TOURS in der Türkei, um das Projekt kennenzulernen.

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1 Trackback / Pingback

  1. Entspannte Tage im Club Marvy an der türkischen Ägäis

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