5 Tipps, um zu Hause den Kopf frei zu bekommen (und nur einer davon kostet Geld)

By 20. November 2016 Nachhaltig leben, Nachhaltigkeit
Tipps zum Kopf frei bekommen

Es gibt Zeiten, in denen man einfach nicht zuhause weg kommt (oder will). Was auch immer dahinter steckt: kein Geld, zeitintensive Arbeitsprojekte oder mangelnde Energie. Ich befinde mich nicht permanent im Reisemodus – und brauche die Zeiten zu Hause genauso wie die intensiven Erfahrungen unterwegs. Gerade weil ich nie den klassischen Erholungsurlaub mache, können meine Reisen ganz schön anstrengend sein und müssen mit meinen Arbeitsprojekten unter einen Hut gebracht werden. Ich kann und will nämlich nur begrenzt dem digitalen Nomadentum frönen, auch wenn ich prinzipiell ortsunabhängig arbeiten kann. Je nachdem, was gerade bei mir anliegt, finde ich es deshalb sehr entspannt, den Fokus auch mal auf zu Hause zu setzen. Aber auch dort brauche ich kleine Momente für mich, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Was liegt in nächster Nähe? Wie kann ich mir gut tun? Was wollte ich schon immer mal ausprobieren? Wie kann ich meine Routinen durchbrechen?

Daheim besteht leicht die Gefahr, sich ständig im gleichen Fahrwasser zu bewegen. Ich weiss, wovon in rede. Wer wie ich im Home Office arbeitet, ist sogar noch stärker gefährdet. Theoretisch könnte ich den ganzen Tag im Schlafanzug am Schreibtisch verbringen. In meinem Fall würde das heissen: auf der Couch sitzen, den Laptop auf den Knien balancieren und arbeiten (oder so tun, als ob ich arbeite.)

Tipps zum Kopf frei bekommen: Tagtägliche Abenteuer?

Also runter von der Couch, das ist schon mal klar. Das Modewort Micro Adventures ist mir trotzdem nicht sympathisch, weil ich es ein bisschen hoch gegriffen finde. Als ob das Leben einem permanenten Nervenkitzel benötigt. Den Kopf frei zu bekommen, hat für mich weniger mit coolen Aktivitäten zu tun, sondern eher mit der Möglichkeit, sich mit Kleinigkeiten gut zu tun.

Cross Country Walk

Keine Ahnung, ob es diese Disziplin eigentlich gibt. Zumindest betreibe ich sie gerade mit steigender Intensität. Ich gehe im Wald nicht mehr auf den normalen, befestigten Wegen spazieren, sondern ergründe  die kleinen, verschlungenen Trampelpfade, die es an vielen Stellen zu entdecken gibt. Oder ich laufe eine Route in umgekehrter Richtung. Und ich sage dir: der Wald sieht auf einmal ganz anders aus. Natur pur, neue Perspektiven, bisher unbekannte Winkel. Ein ganz neues Waldgefühl. So macht eine kleine Wanderung selbst zu Hause richtig Spaß.

Überhaupt erkunde ich gerade jede Menge neue Wege, auch in der Stadt. Schuld ist natürlich der Pflegeund, der unser Zweierteam in eine Dreier-WG erweitert hat. Falls ich jemals zu wenig Bewegung hatte: die Zeiten sind jetzt endgültig vorbei. Das tut aber ehrlich gesagt nicht nur dem Vierbeiner gut, sondern auch mir. Man soll nicht unterschätzen, wie gut die berühmten 10.000 Schritte am Tag tun. (Als Schrittzähler verwende ich die App Stepz.)

Massage mit Exotik-Faktor

Wer schon in Thailand war, weiss, dass eine echte Thai-Massage manchmal nicht ganz schmerzfrei ist, aber ein hinterher fühlt man sich glücklich und entspannt wie ein Buddha. Mindestens. Leider muss ich sagen, dass es in Deutschland viele Massage-Salons gibt, die lustig vor sich hindilettieren und deren Angebot überhaupt nichts mit einer wirklichen Thai-Massage zu tun hat. Es hat mich viele vergebliche Versuche gekostet, bis ich einen Platz gefunden habe, wo ich die Massage gut finde.

Das wird jetzt leider nur den Aachenern unter euch etwas nützen: die Samantha Spa Thai Massage ist sehr empfehlenswert!

Digital Detox

Ganz bewusst auf auf Laptop, Smartphone und Internet verzichten – und das nicht nur ein oder zweimal im Jahr, sondern einen Tag pro Woche. Ich habe für mich den Samstag ausgesucht, wo ich wenig bis gar nicht online bin. An einem normalen Tag verbringe ich wirklich sehr viel Zeit am Computer und greife – wie viele von uns – ständig zum Smartphone. Als ich eine Weile auf dem Land gearbeitet habe und mehr damit beschäftigt war, die Ponyweide zu misten, als mich in sozialen Netzwerken zu verlieren, habe ich gemerkt, wie gut diese Entspannung meinem Kopf tut. Wie gut mir das tut!

Dieser regelmäßige Verzicht in Kombination mit dem vermehrten draußen sein hat übrigens dazu geführt, dass ich wieder viel, viel, viel besser schlafe.

Die Welt ist voll mit freundlichen Menschen

Ganz im Ernst: Seit ich mit dem Pflegehund unterwegs bin, begegne ich überall netten, aufgeschlossenen Menschen. Sicher, die gab es vorher auch, aber ich bin mit ihnen nicht so einfach ins Gespräch gekommen. Ständig werde ich angesprochen. In vier Wochen habe ich schätzungsweise mit so vielen Passanten geplaudert, wie vorher nicht in vier Jahren. Ob mit Hund oder ohne habe ich mir deshalb vorgenommen, mehr auf die Menschen um mich zu achten und öfter mal den Mund aufzumachen.

Einfach mal schweigen

Das Konzept des bewussten Schweigens ist mir zum ersten Mal bei der Yoga-Ausbildung begegnet, die ich vor vielen Jahren gemacht habe. Ausgestattet mit einem Button „Silence“ konnte man ungestört seine Gemeinschaftsarbeit verrichten, ohne angesprochen zu werden. Das klappt im Alltag meist nicht ganz so reibungslos, aber in kleineren Portionen kann man das Schweigen auch ins ganz normale Leben integrieren. Ich finde es sehr erholsam, einfach mal eine Weile auf „Sendepause“ zu gehen.

Am besten in Kombination mit einer meditativen Beschäftigung wie ein Museumsbesuch, Gartenarbeit oder – schon mal ausprobiert? – Lama Trekking.

Die Erkenntnis, auch zu Hause seine Zeit wertzuschätzen und zu nutzen, ist durch das Reisen bei mir extrem verstärkt worden. Manchmal muss man erst mal ganz weit weg sein, um zu merken, wie gut auch das Zuhause sein tut.

Was hilft dir, um deinen Kopf frei zu bekommen?

5 Kommentare

  • Reply Marc 16. Mai 2017 at 18:24

    Ebenfalls wurde ich auch einfach mal den ganzen Müll zu hause wegschmeißen! Ich denke dass MINIMALISMUS einer der beste Wege ist um nicht dauernd mit irgendwelchen komischen Gegenständen umgeben zu sein! Daher einfach mal zu hause aufräumen und es fühlt sich schon alles viel besser an!
    Marc (http://hallo-barcelona.com)

  • Reply Brigitte 29. November 2016 at 13:28

    Liebe Beatrice, ein schöner Text! Dein Digital Detox Tipp ist super – aber ich bekomme das irgendwie nicht wirklich hin. Höchstens im Urlaub, wenn ich das Handy im Safe einschließe. Ich bin seit einigen Wochen wieder sportlich – Volleyball und Fitness-Studio. Das hilft beim Abschalten – und ein schöner Saunagang! Lg, Brigitte

    • Reply Beatrice 30. November 2016 at 15:05

      Sport & Sauna ist auch perfekt zum Abschalten. Das stimmt! Dreimal Training die Woche versuche ich im Normalfall immer hinzukriegen. Liebe Grüße zurück!

  • Reply Lu 24. November 2016 at 23:56

    Hey Beatrice,
    hab gerade deinen Text gelesen und musste bezüglich des Home Office ein wenig schmunzeln. Habe nämlich gerade beschlossen, das jetzt öfter zu machen, um mal aus meiner täglichen Routine heraus zu kommen und mehr Zeit zu haben, um raus gehen und mich wieder mehr bewegen zu können. Das kommt bei mir im Moment nämlich viel zu kurz, weil ich entweder in der Bahn oder im Büro hocke. Bin gespannt, ob mein Plan aufgeht.
    Liebe Grüße
    Lu

    • Reply Beatrice 25. November 2016 at 12:34

      Ja, kenne ich nur zu gut. Selbst mit dreimal Fitness-Studio die Woche hat es sich nicht wirklich gebessert, weil einfach die tägliche Bewegung fehlte. Unser neuer Hunde-Mitbewohner macht uns die Entscheidung jetzt „leicht“, weil wir einfach raus müssen. Es tut uns aber auch merklich gut… Ich drücke die Daumen, dass dein Plan klappt! 😃 Durchhalten!!!

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