Zahlungsmittel auf Reisen – Bargeld, Girocard, Kreditkarte

Zahlungsmittel auf Reisen
Anfang des Jahres ist es meinem Freund passiert: Brieftasche beim Skifahren verloren. Alles weg: Bargeld (zum Glück wenig), Kreditkarte und ec-Karte. Da kommt dann leicht erst mal Panik auf. Es lohnt also, sich schon VOR einer Reise ein paar grundsätzliche Gedanken zu machen, wie man es unterwegs mit Bargeld und Karten halten will.

P. S. Die Brieftasche ist übrigens gefunden worden und er hat sie zurück bekommen. Aber mit so viel Glück sollte man besser nicht rechnen.

Unverzichtbares Zahlungsmittel auf Reisen: Bargeld

Vorteile: Mit Bargeld kann man überall auf der Welt bezahlen. In bestimmten Situation (Markt, Trinkgeld) geht es sogar nicht ohne.

Nachteile:  Bargeld kann gestohlen werden und wird nicht ersetzt

Umtausch von Bargeld: Euro in Fremdwährungen umzutauschen, verursacht Gebühren (die Bank hat Kosten für Personal und die Lagerung der fremden Währung in der Kasse, was keine Zinsen bringt). Das lassen sich die Geldinstitute bezahlen. Während beim Wechsel Euro in Fremdwährungen die Gebühren meist noch moderat sind, damit der Kursunterschied zum Reiseland nicht allzu groß ausfällt, schlagen die Banken beim Rückkauf so richtig zu. Wer mit Fremdwährung wieder nach Hause kommt, hat kaum eine andere Chance, als zu Bank zu gehen. Das nutzen die Geldinstitute natürlich aus und schlagen kräftig Gebühren auf.

Wichtig am Anfang der Reise: Es lohnt sich nicht, schon zu Hause Geld zu besorgen, denn die Wechselkurse sind im jeweiligen Land immer günstiger als daheim. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, sich schon vorher mit der fremden Währung vertraut zu machen und sich den Wechselkurs zum EUR anzusehen. Im Reiseland die Wechselstuben am Flughafen und an Touristen-Hotspots meiden, die haben die schlechtesten Kurse!

Wichtig am Ende der Reise: Es lohnt sich nicht, fremde Währungen wieder mit nach Hause zu nehmen – es sei denn, man kann sie für den nächsten Trip wieder benutzen! Übrig gebliebene Münzen spende ich manchmal an den Auffangbehältern, die an fast jedem Flughafen stehen (und hoffe, dass sie wirklich bei den Hilfsprojekten ankommen, die darauf angegeben sind…). Wer doch mit einer nennenswerten Summe zurück kommt, sollte zu Hause die Kurse vergleichen: Wechselstuben nehmen oft weniger Gebühren als Banken.

Meine Bargeld-Strategie

Ich habe immer eine gewisse Summe als eiserne Notreserve dabei. Wenn man zu zweit unterwegs ist, teilt man sich den Betrag am besten. Wenn man allein unterwegs ist, bewahrt man das Geld an zwei verschiedenen Stellen auf. Neben naheliegenden Orten (z. B. Dokumententasche) auch an versteckte Plätze denken (z. B. leere Kosmetikbehälter oder aufgerollte Socken, die man unauffällig als Geldsafe zweckentfremden kann). In jedem Fall nach der Reise das Geld wieder herauszunehmen – und nicht mit den Socken in die Waschmaschine zu werfen…

Sobald im am Ziel angekommen bin, suche ich mir so schnell wie möglich einen Geldautomaten, wo ich mich mit der Kreditkarte mit Landeswährung eindecke. (Bargeld abheben kostet je nach Kreditkarte. Hier genau prüfen, wie die Bedingungen Deiner Karte sind!) Wenn ich länger auf Reisen bin, ziehe ich nicht gleich Geld für den gesamten Aufenthalt, sondern gehe lieber noch mal zum Automaten. Das hängt aber auch sehr davon ab, wo ich unterwegs bin. In wenig erschlossenen Gebieten kann es nötig und sinnvoll sein, in größeren Etappen zu planen.

Die Landeswährung verteile ich folgendermaßen: kleiner Betrag in kleiner Stückelung griffbereit in einer Minigeldbörse am Körper bzw. im Deckelfach meines Rucksacks. Eine mittlere Summe – und eine meiner Kreditkarten – sehr gut verstaut im Rucksack (ich benutzt dafür das Fach am Rücken, dass eigentlich für ein Trinksystem vorgesehen ist). Rest des Bargeldes im Hauptgepäck (je nach Menge auch wieder auf zwei Stellen verteilt). Meist greife ich dabei auf die beiden gleichen Aufbewahrungsort zurück, wo auch die Notreserve lagert, sonst artet es ein bisschen zu sehr aus mit dem Versteckspiel und man hat irgendwann selbst nicht mehr den Überblick, wo man überall sein Geld verteilt hat.

Ebenfalls wichtig: Im Vorfeld Recherche zum Zielland betreiben!

Als ich im Mai 2016 nach Simbabwe gereist bin, musste ich mir schon zu Hause USD für das Einreise-Visum besorgen. Ich habe eher aus Bauchgefühl noch ein paar Doller zusätzlich gewechselt, was sich als gute Schachzug herausgestellt hat, weil nämlich alle Geldautomaten im Umfeld des Flughafens leer (!) waren und man nirgendwo Bargeld ziehen konnte. (In Simbabwe wurden aufgrund des Zusammenbruchs der eigenen Währung USD als Zahlungsmittel eingeführt.)

Nicht überall geeignet: ec-card/Girocard

ec-Karten sind im Ausland nur teilweise einsetzbar. Vor der Reise also unbedingt genau VORHER informieren, wie es mit der Akzeptanz am Reiseziel aussieht. Je nach Destination habe ich die ec-Karte als Ergänzung zu den Kreditkarten dabei, sozusagen als Backup. Auf der internationalen Maestro-Seite kann man nach Ländern sortiert nach geeigneten Geldautomaten suchen. Auch bei V-Pay-Karten unbedingt genau VORHER informieren, denn sie funktionieren nur innerhalb der EU und in einigen anderen europäischen Ländern. Auf der V-Pay-Seite von VISA kann man nachsehen, wo die Karte außerhalb von Deutschland eingesetzt werden kann.

Unverzichtbar unterwegs: Kreditkarten

Ohne Kreditkarte geht auf Reisen nichts. Sie sind bargeldloses Zahlungsmittel, aber man braucht sie zum Abheben von Bargeld, für Reservierungen und um online Buchungen durchzuführen. Wichtig: man sollte sich niemals nur auf EINE Kreditkarte verlassen, weil unterwegs immer etwas passieren kann: verloren, gestohlen, vom Bankautomaten “gefressen”. Dann ist es schlecht, wenn man plötzlich mit leeren Händen dasteht.

Die gängigsten Karten sind VISA und MASTERCARD. Ich habe zwei VISA-Karten: eine COMDIRECT-Karte und als Backup meine “normale” VISA-Karte, die ich auch zu Hause benutze (im Idealfall hat man von beiden Kartentypen jeweils eine dabei).

Ich verwende im Ausland die COMDIRECT-VISA-CARD. Die Karte selbst ist kostenlos und man kann damit außerhalb der EU an jedem Automaten mit VISA-Zeichen gebührenfrei Geld abheben (max. 600 EUR pro Tag).

Achtung: Seit dem 15.02.2016 wird für die COMDIRECT-VISA-CARD ein Entgelt für Auszahlungen innerhalb der EU erhoben (3% vom Umsatz, mind. 5,90 EUR)! Weil die EU-Verordnung vorschreibt, dass Entgelte innerhalb der EU einheitlich sein müssen, wurden die Preise angepasst. Innerhalb der EU nutze ich also für eine gebührenfreie Bargeldabhebung die Girocard, außerhalb der EU die Visa-Karte.

Wenn außerhalb des Eurogebietes etwas mit der COMDIRECT-VISA-CARD bezahlt wird, fallen Gebühren von 1,75% des jeweiligen Umsatzes an. Ich rate dazu, lieber mit der Kreditkarte genug Bargeld abzuheben und das dann zum Bezahlen einzusetzen, als ständig (kleine) Beträge direkt mit der Karte zu begleichen.

Welche Karten nutzt Du auf Reisen? Was funktioniert gut oder welche Reinfälle hast Du schon erlebt?

Mehr Tipps für die Reisevorbereitung: 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*