Green Guide Oslo – Nachhaltig unterwegs in der Hauptstadt von Norwegen

Hauptstadt von Norwegen

Mein erster Eindruck von der Hauptstadt von Norwegen: offen, modern, typisch skandinavisch. Ein schöner Flughafen, perfekt funktionierende Zugverbindung in die Stadt, gut organisierter Nahverkehr.

Aber der Fortschritt macht sich nicht nur in Äußerlichkeiten bemerkbar: ich habe zum Beispiel sehr viele Männer gesehen, die mit Babies und Kleinkindern unterwegs sind. Als ich daraufhin neugierig nachgelesen habe, was Gleichberechtigung und Kinderbetreuung angeht, wurde schnell klar, dass norwegische Paare viel bessere Rahmenbedingungen haben, als in Deutschland. Für Väter ist es völlig selbstverständlich, sich intensiv um ihre Kinder zu kümmern.

(Einen interessanten Artikel dazu gibt’s im Blog Mama arbeitet.)

Art made accessible – Kunstinstallation auf einem Platz in der Innenstadt

Was mir auch sofort aufgefallen ist: Kunst ist in der Stadt überall präsent –  Skulpturen, Streetart oder Installationen – und verbreitet eine anregende Atmosphäre.

Oslo Hafencity

Überwiegend modern habe ich auch das Stadtbild empfunden – in Oslos Innenstadt wird so extrem viel gebaut, dass ich kaum in der Lage war, ein Bild aufzunehmen, worauf nicht gleich mehrere Kräne zu sehen sind.

Gemeinschaftshaus auf dem Urban Farming Gelände Losæter

Nicht weit entfernt von der Innenstadt mitten im Hafengebiet Bjørvika liegt das Urban Farming Projekt Losæter. Auf dem Gelände befinden sich verschiedene Felder, Gemüse- und Kräuterbeete, Bienenstöcke und ein Gemeinschaftshaus mit Backofen, wo im Sommer jeden Mittwochabend ein gemeinsam geerntetes und zubereitetes Dinner gegessen wird. Besucher sind immer willkommen.

Adresse: Kongshavnveien, Bjørvika / www.loseter.no

Tipps für die Hauptstadt von Norwegen – Sehenswürdigkeiten & Spaziergänge

Spaziergang in der Innenstadt

Um einen Überblick zu bekommen, habe ich mir erst mal Zeit genommen, die Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Ich starte am Hauptbahnhof von Oslo, der überall “Oslo S” genannt wird, was die Abkürzung ist für Oslo Sentralstasjon ist. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg zum Neuen Opernhaus unmittelbar am Hafen. Das flache, weiße Gebäude mit den weitläufigen Flächen bildet einen strahlenden Kontrast zum tiefblauen Wasser und ist der Optik eines Eisbergs nachempfunden. Auf den schrägen Flächen kann man bis auf das Dach der Oper laufen und den Blick über die Umgebung genießen.

Ich laufe weiter am Oslo-Fjord entlang und gelange zur Akershus Festhing. Die Festungsanlage ist größtenteils frei zugänglich und es lohnt sich, ein wenig das Areal zu erkunden.

Nach dem kurzen Ausflug in die Vergangenheit zieht es mich weiter am Fjord entlang zum Rathaus von Oslo, einem großen, kantigen Backsteingebäude. Gegenüber vom Rathaus nur ein paar Schritte entfernt ist das Nobel Friedenszentrum. Dort finden wechselnde Ausstellungen statt.

Ich beschließe spontan, mir die Fotodokumentation „Generation Wealth“ von Lauren Greenfield anzusehen, in der es um Schönheit, Luxus und Wohlstand als Obsession geht – sehr eindrucksvoll und lohnenswert. (Die Ausstellung läuft leider nur noch bis zum 21. August 2018. Der Eintritt beträgt 120 NOK, mit Oslo Pass kostenlos.)

Zum Abschluss meiner Runde bewege ich mich vom Fjord weg und laufe in Richtung Karl Johann Gate, der Flaniermeile Oslos, wo es jede Menge Restaurants und Shops gibt. Ein betriebsames Areal, aber auch sehr touristisch.

Das junge, angesagte Viertel Grünerløkka

Ein Stadtteil, wo ich viel Zeit verbracht habe ist Grünerløkka. Von der Stimmung hat mich das hippe, alternative Viertel an die Sternschanze in Hamburg erinnert.

Wer sich treiben lassen möchte, kann die beiden Straßen Markveien und Thorvald Meyers Gate erkunden. Hier findet man nette Bars, Cafés und Restaurants, aber auch kleine Geschäfte und Vintage Shops. Besonders viel Trubel ist rund um den Olaf Ryes Plass.

Grünerløkka

In einem ehemaligen Industriekomplex direkt am Fluss Akerselva – Vulkan genannt – ist ein moderner, öko-freundlicher Komplex mit lokaler Energieversorgung entstanden. Es gibt die Mathallen mit einem großen Food Court, etliche Restaurants, Bars und dem Hotel Scandic Vulkan, das ich sehr empfehlen kann. Direkt neben dem Vulkan-Gelände befindet sich ein kleiner Park, bis zur Konzert- und Eventlocation Blå sind es nur ein paar Schritte.

Mathallen

Frogner – Schick, ruhig, gutbürgerlich

Frogner hat mich ein wenig an das Hamburger Eppendorf erinnert: schöne Altbauhäuser, gut situiertes Publikum. Hier ist man bestens aufgehoben, wenn man in Ruhe ein wenig spazieren gehen will und auf gepflegten Wohnstraßen flanieren möchte.

Stadtteil Frogner

Tøyen – Ausflug ins Grüne

Ich war in Tøyen im Oslo Botanical Garden unterwegs und fand es großartig. Der Botanische Garten bietet eine schönen Querschnitt durch ganz unterschiedliche Vegetationszonen und Themenbereiche. Es wird sehr auf die Bedeutung und Bewahrung der Artenvielfalt geachtet, z. B. sind für eine norwegische Naturwiese aufwändig Samen zusammengetragen worden, um eine möglichst authentische Abbildung der Vegetation zu gewährleisten. Es gibt u. a. auch einen Wikingergarten, der auf die Bedeutung der Pflanzen- und Tierwelt in dieser Zeit eingeht.

Oslo Botanical Garden

Bygdøy mit Vikingskipshuset

Als klar war, dass ich nach Oslo reisen würde, stand ein Plan von vornherein fest. Ich wollte mir unbedingt das Vikingskipshuset auf der Halbinsel Bygdøy ansehen. In Fernsehreportagen hatte ich schon viel über das Oseberg-Schiff gehört und ich interessiere mich generell sehr für die Wikingerzeit.

Oseberg-Schiff

Das Schiff, das als Begräbnisstelle für zwei bedeutsame Frauen diente, ist von außergewöhnlicher Formvollendung und Eleganz. Nicht umsonst handelt es sich um den reichsten und wichtigsten Fund der Winkinger. Im Museum sind auch die reichen Grabbeigaben wie aufwändig verzierte Schlitten, ein vierrädriger Wagen und andere Alltagsgegenstände zu sehen.

Green Guide Oslo – Restaurants, Bars & Cafés

Eine Anmerkung zu Oslo gleich am Anfang: die Hauptstadt von Norwegen ist teuer. Ausgehen oder auswärts essen kann ganz schön auf den Geldbeutel schlagen. Wenn man anfängt, sich auszurechen, dass man für sein Bier gerade 8 EUR bezahlt hat, dann macht das schnell keinen Spaß mehr. Am besten versucht man, nicht großartig über die Preise nachzudenken.

Im Green Guide habe ich auch explizit ein paar Optionen angeführt, die eher Imbiss als Restaurant sind und für norwegische Verhältnisse einigermaßen günstig.

Nordvegan

Mein Lieblingsspot zum Essen: beste vegane Gerichte (immer auch ein wechselndes, relativ günstiges Tagesessen)  in angenehmer, schlichter Atmosphäre. Ich habe zweimal die Buddha Bowl gegessen, die sehr lecker war und auch in der kleinen Variante für 165 NOK ausreichend satt gemacht hat.

Adresse: Kristian IVs gate 15b / www.nordvegan.com

Nordvegan – Für jedes verkaufte Essen wird ein Baum gepflanzt.
Theke von Nordvegan

Crêperie De Mari

Die Crêperie hat zwei Standorte in Oslo und bietet eine große Auswahl an süßen und herzhaften Crêpes. Auf der Karte gibt es etliche vegane Optionen, wie z. B.  Vegan Girl (weiße Schokolade, Kokosflocken, Banane und Erdbeeren) oder Spinach Vegan mit Spinat, Cocktailtomaten, Oliven, Avocado und mehr.

Adressen: Thorvald Meyers gate 63-67 & Kristian IVs gate 15 / www.creperiedemari.no

Spinat-Crêpe

Schnell & (relativ) günstig vegetarisch/vegan essen

The Fragrance of the Heart – kleines, unkompliziertes Café in der Innenstadt mit veganen und vegetarischen Essen. Adresse: Fridtjof Nansens Plass 2 / www.fragrance.no

The Fragrance of the heart

The Kasbah – Viele Hummus-Variationen und Falafel, etliche vegane Angebote zu fairen Preisen. Adresse: Kingos gate 1B / www.thekasbah.no

Vegan Living Hut – Von außen sehr unscheinbarer, komplett veganer Imbiss mit verschiedenen Gerichten, wie z. B. Sushi, Nudelsuppen, Burger und Pizza. Adresse: Fredensborgveien 29 / www.vegan-loving-hut-oslo.business.site

Fuglen – Café am Tag und Cocktailbar am Abend

Fuglen („Der Vogel“) hat als Kaffeebar eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1963 zurückreicht. Kaffee, Tee, Croissants und Cookies machen tagsüber auch immer noch das Geschäft aus.

Abends verwandelt sich die stylische Bar mit dem 50er und 60er Jahre Touch in eine klassische Cocktailbar. Das ausgesuchte Vintage-Design in den Räumen ist übrigens zu verkaufen: Stühle, Tische, Lampen – alles, was sich in der Bar befindet, kann auf Anfrage erworben werden.

Adresse: Universitetsgata 2 / www.fuglen.no

Mathallen Oslo

Schon allein wegen der Atmosphäre und dem weitläufigen, historischen Gebäude sollte man sich die Mathallen nicht entgehen lassen. Hier ist eigentlich immer etwas los – es gibt unzählige Stände mit allen möglichen Spezialitäten. Auch wenn man nichts essen möchte, lohnt sich der Bummel durch die Gänge.

Adresse: Vulkan 5 / www.mathallen.no

Mathallen

Handwerk Botaniske – Café in altem Gutshaus

Eine Pause vom Osloer Stadtleben kann man am besten genießen, wenn man im Botanischen Garten spazieren geht und zwischendurch im Handwerk Botaniske einkehrt. Die Innenräume haben eine freundliche Landhaus-Atmosphäre – ideal, um sich mit einem Stück Kuchen und einem Kaffee zu stärken. Bei Sonnenschein kann man hervorragend draußen unter schattigen, großen Bäumen sitzen.

Adresse: Sarsgate 1 / www.handwerk.no

Bei dem schönen Wetter haben alle Gäste draußen gesessen.
Eingang Handwerk Botaniske

Restaurant Kolonihagen Frogner – Organic Nordic Cuisine

Wer etwas besonderes ausprobieren möchte, der sollte dieses Bio-Restaurant im schicken Stadtteil Frogner in Augenschein nehmen. Hier wird auf qualitativ hohem Level moderne nordeuropäische Küche geboten, die auf nachhaltigen Bio-Grundsätzen und der guten Behandlung von Tieren basiert. Man kann einzelne Gerichte essen, aber auch ein komplettes Abendmenü für 795 NOK bestellen.

Adresse: Frognerveien 33 / www.kolonihagenfrogner.no

Der unscheinbare Eingang zu Kolonihagen Frogner

Tøyen Grønne Kjøkken – Unkompliziertes Bio-Café

Gemütliches Lokal mit entspannter Atmosphäre. Wer nicht drinnen sitzen möchte, kann sich an einen der kleinen Tische draußen etwas zu essen bestellen. Es gibt verschiedene Salate, Sandwiches, Omelett aus Bio-Eiern, vegetarische Lasagne und Sauerteigbrot mit Brie, Honig und Walnüssen.

Adresse: Åkebergveien 50 A / www.facebook.com/toyengronnekjokken

Tøyen Grønne Kjøkken
Außenbereich Tøyen Grønne Kjøkken

Godt Brød Grünerløkka – Bäckerei & Café

Große Auswahl an Brot, das es im vorderen Bereich zu kaufen gibt und jeden Morgen frisch gebacken wird. Im angeschlossenen Café-Bereich kann man sich ein Sandwich nach Wunsch zubereiten lassen, das auch in vegetarischen und veganen Varianten erhältlich ist. 

Adresse: Thorvald Meyers gate 49 / www.godtbrod.no

Bruket Oslo – Café, Bar & Eventlocation

Bruket Oslo ist tagsüber ein Café mit kleinen Gerichten und Kaffee aus einer lokalen Rösterei. Abends wird die Location zur Bar, wo z. B. Bio-Wein und norwegisches Bier ausgeschenkt wird. Regelmäßig finden Events und Konzerte statt. Es lohnt sich also, vorher mal auf der Facebook-Seite zu schauen, ob eine interessante Veranstaltung in Planung ist.

Adresse: Schweigaards gate 34c / www.facebook.com/BruketOslo/

Green Guide Oslo – Eis & Sorbet

Paradis Gelateria in den Mathallen Oslo

Italienisches Eis kann man schnell und unkompliziert in den Mathallen genießen. Die Auswahl an der Theke ist groß und es gibt etliche Sorbets, die vegan und laktosefrei sind. Eine kleine Portion kostet 45 NOK.

Adresse: Mathallen Vulkan 5 / www.iskrembar.no

Gioia – Italienisches Eis & Sorbet

Leckeres, hausgemachtes Eis gibt es auch in einer ruhigen Seitenstraße im schicken Stadtteil Frogner. Die Auswahl ist beschränkt auf ein paar ausgesuchte Sorten, aber es gibt auch Sorbets, ein wechselndes Monatseis (z. B. Passionsfrucht & Zitronengras) und wer lieber einen Kaffee und Crêpes will, ist hier auch bestens bedient.

Adresse: Eckersbergs gate 41 / www.gioio.is

Green Guide Oslo – Alternative Ausgehtipps

SALT – Art & Music

Angesagte Eventlocation direkt am Hafen mit Blick auf die Neue Oper. Hier kann man in der Sonne ein Bier trinken, sich Essen an einem der Food Trucks holen, auf Konzerte gehen oder in die Sauna gehen und gleichzeitig einen Film schauen. Muss man definitiv gemacht haben, finde ich.

Adresse: Langkaia 1 / www.salted.no

Blå – Independent Club & Outdoor Bar

Blå ist ein Club und eine Konzertlocation, zu der auch eine sehr entspannte, alternative Open-Air Bar direkt am Fluss gehört. Angenehm fand ich das sehr gemischte Publikum: vom Hipster bis zur Oma mit erwachsener Enkeltochter, die zusammen Cocktails trinken, ist hier alles zu finden. Es gibt eine große Bierauswahl. Wer Hunger hat, kann sich einen Sandwich oder eine Pizza (auch vegan möglich) bestellen.

Sonntags ab 12 Uhr findet ein kleiner Vintage Markt mit Ständen sowohl draußen als auch in den angrenzenden Hallen statt.

Adresse: Brenneriveien 9c / www.blaaoslo.no

Oslo – Tipps für Hotel & Anreise

Hotel Oslo – Scandic Vulkan

Das Hotel liegt mitten im schönen Vulkan-Areal, mit der Markthalle direkt zu Füßen. Abends kann man im Viertel Grünerløkka bummeln oder etwas trinken gehen. Absolut perfekt. Die Zimmer sind skandinavisch schlicht gestaltet und haben zimmerhohe Fenster, die einen Blick über Oslo eröffnen. Auch in den Zimmern wird auf Ökologie geachtet, indem man z. B. den Müll trennen kann. Es gibt im Bad keine kleinen Kosmetikflaschen, sondern große Spender mit Produkten von FACE STOCKHOLM.

Das Frühstück ist sehr reichhaltig inklusive frischer Smoothies, verschiedener Müslisorten, geräuchertem und gebeiztem Lachs, Käse, Eiern in etlichen Zubereitungen und vielem mehr.

Adresse: Vulkan, Maridalsveien 13A / www.scandichotels.de

Ankunft am Oslo Flughafen

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit dem Zug von Oslo Flughafen ins Stadtzentrum gibt.

Einmal den Flytoget Express Train, der alle 10 Minuten fährt und bis Oslo S (Central Station) bzw. Nationaltheater (Nationaltheater) rund 20 Minuten unterwegs ist. Der Preis liegt pro Fahrt bei 190 NOK.

Ich bin mit dem NSB Regionalzug gefahren, der alle 30 Minuten verkehrt und etwas 25 Minuten bis Oslo S (Central Station) benötigt. Die NSB Regional Züge Skien-Oslo-Lillehammer-Trondheim und die NSB Lokal Züge Kongsberg-Eidsvoll verkehren via Oslo Flughafen Gardermoen. Der Preis liegt pro Fahrt bei 101 NOK.


Bei dieser individuellen Recherchereise bin ich von Visit Norway und Visit Oslo unterstützt worden. Meine Meinung ist davon an keiner Stelle beeinflusst worden.


Mehr über Norwegen findest du in meinen Artikeln über norwegisches Essen und über die Telemark.

1 Kommentar

  1. Wow, was für ein toller und ausführlicher Bericht! Jetzt habe ich richtig Lust bekommen, auch mal nach Oslo zu reisen 🙂 Klingt sehr spannend, was es dort alles „grünes“ zu entdecken gibt.
    Liebe Grüße,
    Ela

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